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Bundesregierung fördert künftig bis zu 600.000 Beschäftigungs-Möglichkeiten für Langzeitarbeitslose

 
Mi, 18.08.2004
 

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat angekündigt, die Bundesregierung werde Langzeitarbeitslose, die im öffentlichen Bereich arbeiten, mit bis zu zwei Euro pro Stunde zusätzlich fördern. Für jeden fünften Langzeitarbeitslosen gebe es damit eine Beschäftigungsmöglichkeit.


Die  Betroffenen könnten so - gemeinsam mit der Grundförderung - zwischen 850 und 1000 Euro im Monat verdienen, sagte der Minister der Tageszeitung "Die Welt" am 18. August.

Clement rechnet damit, dass sich der Bedarf an Arbeit in Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Stiftungen erheblich erhöht. Hier könnten 20 Prozent der heutigen Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigung finden, für die die Bundesagentur für Arbeit bis zu zwei Euro pro Stunde hinzu zahlt, so der Minister.

Reformen gegen Arbeitslosigkeit

Der Wirtschaftsminister sagte aber auch, es gebe keine weiteren Änderungen an Hartz IV: "Wir haben gemeinsam den Auszahlungstermin für die ehemaligen Bezieher von Arbeitslosenhilfe im Januar 2005 festgelegt und einen umfassenden Kinderfreibetrag zusätzlich vorgesehen. Weitere Änderungen an Hartz IV wird es nicht geben - von nichts und niemanden. Wir werden standhaft bleiben."

Er begründete diese Haltung mit dem notwendigen Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit und verwies auf die gesamten Reformen der Agenda 2010, deren unverzichtbarer Teil die Arbeitsmarktreformen sind.

Clement geht davon aus, dass im Jahresdurchschnitt 2004 rund 4,36 Millionen Arbeitslose gibt. Der Wirtschaftsminister erwartet in absehbarer Zeit fünf Prozent Arbeitslose weniger. "Ich bin überzeugt, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren - ein anhaltendes wirtschaftliches Wachstum vorausgesetzt - auch wegen der Arbeitsmarktreformen deutlich sinken wird", sagte er.

Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen

Hartz IV bedeutet auch Jugendliche zu fordern und zu fördern. "Wir werden ab Januar 2005 jedem Jugendlichen ein Angebot für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz oder eine Qualifizierungsmaßnahme unterbreiten", erläuterte Clement. Eines dieser Angebote müsse dann aber angenommen werden.

Außerdem werden arbeitslose Jugendliche besser betreut. Eine beratende Person wird künftig 75 Jugendliche betreuen. Vor gut zwei Jahren lag das Verhältnis bei 1 zu 800.

>> Das Interview mit Minister Clement

 
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