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Flüchtlings- und Asylpolitik

Was tun gegen Fluchtursachen?

Weltweit ist die Zahl der Flüchtlinge so hoch wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Über 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht.

Mathias Anderson, Regional-Koordinator für das Wasserbauprojekt von arche noVa, im Gespräch mit äthiopischen Nomaden. Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit tragen dazu bei, Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben. Foto: Caro / Trappe

Die meisten Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen, stammen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea, Nigeria und Pakistan. Sie flüchten vor der Terrormiliz IS und den Taliban, vor Bürgerkriegen und Diktatoren. Weil sie in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten müssen, erhalten sie in vielen Fällen Schutz in Deutschland.

Wir Deutschen wissen aufgrund unserer Vergangenheit, welches Leid hinter jedem einzelnen Flüchtlingsschicksal steckt. Aber wir können die Not von Bürgerkriegen und anderen humanitären Katastrophen nicht hier in Deutschland lösen. Umso wichtiger ist es, die Hilfe vor Ort zu verstärken und den Menschen in ihrer Heimat bessere Lebensperspektiven zu geben.

Deutschland unterstützt seit vielen Jahren den Kampf gegen Fluchtursachen – bilateral, gemeinsam mit anderen Industriestaaten, der EU und internationalen Organisationen. Dabei sind – je nach Situation – schnelle humanitäre Hilfe oder langfristige Entwicklungszusammenarbeit, Diplomatie oder militärische Zusammenarbeit gefragt.

Der Kampf gegen Fluchtursachen kann nur durch gemeinsame, internationale Kraftanstrengung gelingen. Die internationale Gemeinschaft stellt daher zum Beispiel rund elf Milliarden US-Dollar bereit, um den Menschen in den Krisengebieten in und um Syrien eine Bleibeperspektive zu geben. Das hat eine Geberkonferenz am 4. Februar 2016 in London beschlossen. Diese Hilfen wurden bei einer zweiten Syrien-Konferenz in Brüssel 2017 noch einmal aufgestockt.

Auch in Afrika gilt es, Entwicklung, Stabilität und Frieden zu fördern, damit Menschen eine Zukunftsperspektive haben. Die EU leistet hier einen erheblichen Beitrag, um Wachstum und Investitionen in Afrika zu fördern. Denn nur eine starke afrikanische Wirtschaft bietet Perspektiven, die afrikanische Jugendliche motiviert, in ihren Heimatländern zu bleiben. Dem Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung wurden daher im Rahmen des Europäischen Investitionsplans über 3,3 Milliarden Euro zugewiesen.

Menschen in Krisenregionen werden allerdings oft auch mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt. Konsequent gehen Bundespolizei und Zoll gegen diese Schleuserkriminalität vor. Das Auswärtige Amt hat in einigen Herkunftsländern gezielte Aufklärungskampagnen gestartet, um Falschmeldungen und Gerüchten entgegenzuwirken und die Menschen vor den Gefahren einer Flucht zu warnen.

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