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25 Jahre Reagan-Rede

"Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!"

Mit diesen eindringlichen Worten hat US-Präsident Ronald Reagan in Berlin vor 25 Jahren – am 12. Juni 1987 – den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow aufgefordert, das Brandenburger Tor zu öffnen und die Berliner Mauer einzureißen. Für viele damals ein Zeichen von Realitätsferne, und doch keine drei Jahre später Wirklichkeit.

Ronald Reagan, Präsident der USA, während einer Rede am Brandenburger Tor (1. v.r.: Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister von Berlin; Bundeskanzler Helmut Kohl; 3.v.r. Reagan - einer der Wegbereiter der Deutschen Einheit Foto: Bundesregierung/Lehnartz

Mit Blick auf die Reformbemühungen Gorbatschows in der Sowjetunion sagte Reagan: „Generalsekretär Gorbatschow, wenn Sie nach Frieden streben, wenn Sie Wohlstand für die Sowjetunion und für Osteuropa wünschen, wenn Sie die Liberalisierung wollen, dann kommen Sie hierher zu diesem Tor. Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder.“

Wegbereiter der Deutschen Einheit

Mit seinem historischen Aufruf wurde Reagan einer der Wegbereiter der Deutschen Einheit. Seine denkwürdige Rede vor dem Brandenburger Tor ist ein Manifest der Freiheit. Denn sie hat nicht nur eindrucksvoll die deutsch-amerikanische Freundschaft bestätigt, sondern auch die schwierige Position der „Frontstadt West-Berlin“ gestärkt.

Damals reagierten viele mit Unbehagen auf die Worte des amerikanischen Präsidenten. Fünfzehn Jahre Ostpolitik und sechs Jahre erbitterter Streit über die Pläne der Nato, die Stationierung sowjetischer Nuklearraketen mit Gegenstationierungen zu beantworten, hatten viele Europäer dazu gebracht, sich von der Abschreckungsstrategie zu verabschieden. Und obwohl die Abrüstungsgespräche, die der Westen angestrebt hatte, gerade in Gang gekommen waren, hatten viele eine ablehnende Haltung gegenüber Reagan.

Hinzu kam: 1987, zwei Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer, hatten die meisten Menschen im Westen den Glauben an eine deutsche Wiedervereinigung verloren. Deshalb schien die Forderung Reagans am Brandenburger Tor so gar nicht in die Zeit zu passen.

Inzwischen ist Reagans Satz „Tear down this wall“ fast so bekannt wie das berühmte Bekenntnis eines seiner Vorgänger zur Freiheit West-Berlins: Kennedys „Ich bin ein Berliner!“ Und das zu recht.

Wie es zu dem Satz gekommen sein soll

Eine Berlinerin soll 1987 den damaligen amerikanischen Präsidenten Reagan zu dessen berühmtem Ausspruch an der Mauer inspiriert haben. Eine Anekdote besagt, dass Reagans Mitarbeiter Peter Robinson, damals zu Gast beim früheren Weltbank-Mitarbeiter Dieter Elz, gefragt habe, ob die Berliner sich mit der Teilung abgefunden hätten. Das habe heftige Reaktionen hervorgerufen, und schließlich soll Elz' Ehefrau Ingeborg aufgesprungen und Robinson den entscheidenden Satz zugerufen haben: „Reagan soll sagen: Herr Gorbatschow, reißen Sie die Mauer ein!“.

Reagan, der 2004 starb, wurde wegen seines Beitrags zur Deutschen Einheit bereits zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. In der Stadt erinnert nun auch eine Gedenktafel vor dem Haus des Axel-Springer-Verlages an den US-Präsidenten. Eine weitere Gedenktafel wird noch in diesem Sommer am Brandenburger Tor angebracht.

Freitag, 15. Juni 2012

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