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NS-Vergangenheit

Aus der Vergangenheit lernen

München hat als "Hauptstadt der Bewegung" eine besondere Rolle im Nationalsozialismus gespielt. Auf dem Gelände der früheren Parteizentrale der Nazis wird künftig ein Dokumentationszentrum über die Geschichte der Stadt in der NS-Zeit informieren. Heute wurde der Grundstein gelegt.

Simulation des NS-Dokumentationszentrums München NS-Dokumentationszentrum München. Entwurf: Georg Scheel Wetzel Architekten Foto: Landeshauptstadt München

Errichtet wird das neue Dokumentations- und Informationszentrum auf dem Gelände des sogenannten „Braunen Hauses“ in der Nähe des Königsplatzes.

Bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 war dort die Zentrale der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) untergebracht. Sie bildete in der NS-Zeit das Zentrum eines ganzen „Parteiviertels“ rund um den Königplatz mit zahlreichen Dienststellen und Institutionen.

Aufklären am Ort der Täter

Heute wurde auf dem Areal der Grundstein für das neue NS-Dokumentationszentrum gelegt. Dies sei ein wichtiger Schritt nicht nur für die Landeshauptstadt München und den Freistaat Bayern, sondern für die Erinnerungskultur in ganz Deutschland, betonte Kulturstaatsminister Neumann.

Als Informationsstätte an einem so genannten "Täterort" beteiligt sich der Bund an der Errichtung des Gebäudes. „Von hier aus festigten die Nationalsozialisten ihre Macht. Hier nahm der nationalsozialistische Terror seinen Anfang, an dessen Ende ungeheuerliche Menschheitsverbrechen und Vernichtungskriege standen“, erklärte Neumann.

Vor allem an authentischen Orten wie diesem könnten wir heute Antworten auf Fragen nach den Tätern und ihren Motiven finden. Dass dies auch in einem neu gebauten Dokumentationszentrum gelingen könne, zeige das Beispiel der „Topographie des Terrors“, die inzwischen zu den meist besuchten Gedenkorten in Berlin gehöre.

Erinnern und bilden

Das neue Dokumentationszentrum wird neben einer Dauerausstellung auch Raum für Wechselausstellungen bieten. Daneben soll das Zentrum eine breite historisch-politische Bildungsarbeit ermöglichen. Deshalb ist ein eigener Bereich für Seminare, Workshops und andere Veranstaltungen vorgesehen.

Wie wichtig Aufklärung und Wachsamkeit gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit sind, unterstrich Neumann mit dem Hinweis auf die aktuell zu beklagenden Opfer rechtsextremistischer Gewalt. Vor allem Jugendliche müssten lernen, dass extremistische Ideologien, nur zu Unfreiheit und Unterdrückung oder – wie im Falle der „Zwickauer Zelle“ – zu kaltblütigem Mord führten.

Vom Bund gefördert

Der Bund fördert die Errichtung des Dokumentationszentrums mit 9,4 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Bau betragen 28,2 Millionen Euro, die sich der Bund, der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München teilen.

Realisiert wird der Bau nach einem Entwurf des Berliner Büros "Georg Scheel Wetzel Architekten".

Freitag, 9. März 2012

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