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Rentenversicherungsbericht 2012

Beitragseinnahmen füllen die Rentenkasse

Mehr Beschäftigung und höhere Löhne führen zu deutlich mehr Beitragseinnahmen in der Rentenversicherung. Die Rentenkasse ist gut gefüllt. Deshalb kann der Beitragssatz zum 1. Januar 2013 von 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent sinken. Moderat höhere Rentenanpassungen sind in den kommenden Jahren möglich.

Ein Rentner sitzt an einem Tisch und macht sich auf einem Block diverse Notizen seiner Geldausgaben Rentensteigerungen möglich Foto: picture-alliance/dpa

Der vom Kabinett beschlossene Rentenversicherungsbericht 2012 zeigt: Dank der erfreulichen konjunkturellen Entwicklung ist auch für das Jahresende 2012 mit einem deutlichen Sparguthaben ("Nachhaltigkeitsrücklage") zu rechnen. Die "Reserve" der Rentenversicherung wird voraussichtlich rund 29,4 Milliarden Euro betragen. Dies entspricht rund 1,69 Monatsausgaben für eine Rentenzahlung.

Beitragssatz sinkt auf 18,9 Prozent

Der Beitragssatz sinkt ab dem 1. Januar 2013 um 0,7 Prozentpunkte von 19,6 auf 18,9 Prozent. Die Nachhaltigkeitsrücklage hat dann laut den Vorausberechnungen ihren gesetzlich festgelegten oberen Zielwert von 1,5 Monatsausgaben erreicht. In diesem Fall muss der Beitragssatz abgesenkt werden. Bundestag und Bundesrat stimmten dem bereits zu.

Bis 2018 wird der Beitragssatz voraussichtlich bei 18,9 Prozent bleiben. Ab 2019 steigt er wieder an auf 19,3 Prozent. 2020 wird er voraussichtlich bei 19,7 Prozent liegen; 2021 bei 19,9 Prozent. Im Jahr 2022 beträgt er Vorausberechnungen zufolge 20,1 Prozent. In den darauf folgenden Jahren nimmt der Beitragssatz weiter zu und wird im Jahr 2026 voraussichtlich bei 20,9 Prozent liegen.

Das Rentenniveau sinkt von aktuell 49,6 Prozent auf 48,0 Prozent im Jahr 2020 und auf 46,0 Prozent im Jahr 2026. Das Rentenniveau bezeichnet das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten.

Auch weiterhin Rentensteigerungen möglich

Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2026 um insgesamt gut 36 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent jährlich.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung erwartet die Deutsche Rentenversicherung nach einer Rentenanpassung in diesem Jahr in Höhe von 2,18 Prozent (West) und 2,26 Prozent (Ost) auch für 2013 eine Erhöhung der Altersbezüge. Die genaue Höhe der Rentenanpassung für die rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner lässt sich erst im Frühjahr 2013 bestimmen. Sie hängt maßgeblich von der Lohnentwicklung in diesem Jahr ab.

Allerdings wirken gesetzlich festgelegte Abzüge ("Nachhaltigkeitsfaktor", "Riesterfaktor"), "Rentengarantie" und weitere Schutzklauseln in der Rentenformel auf die Höhe der Rente. Das soll sicherstellen, dass jüngere und künftige Beitragszahler nicht überfordert werden.

Guter Lebensstandard auch im Alter

Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. In ihr sind gut 52,2 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert. 20 Millionen davon beziehen Renten. Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung des Statistischen Bundesamtes zufolge wird die mittlere Lebenserwartung der 65-jährigen Frauen bis zum Jahr 2030 um gut zwei Jahre auf 87,8 Jahre ansteigen. Bei Männern wird ebenfalls ein Anstieg von gut zwei Jahren auf dann 84,4 Jahre erwartet.

Die Bundesbürger leben nicht nur länger, sie bekommen auch immer länger Altersbezüge. Lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer für Frauen und Männer im Jahr 1995 noch bei 15,7 Jahren, so kletterte sie bis Ende 2011 auf 18,1 Jahre.

Ziel der Bundesregierung ist daher, die gesetzliche Rentenversicherung dauerhaft auf eine solide Finanzgrundlage zu stellen. Die dazu notwendigen Grundlagen sind mit den Beschlüssen zur "Rente mit 67" geschaffen worden.

Dennoch werden betriebliche Altersversorgung und zusätzliche private Vorsorge immer wichtiger, wollen die Menschen ihren Lebensstandard auch im Alter behalten. Der Staat bietet hierzu zahlreiche Fördermöglichkeiten.

Jedes Jahr bis zum 30. November hat die Bundesregierung gemäß Paragraf 154 Absatz 1 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) einen Rentenversicherungsbericht vorzulegen. Der Bericht stellt die Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung in den kommenden 15 Jahren dar. Hierbei handelt es sich um Modellrechnungen, die – analog zu den Berichten der Vorjahre – von der geltenden Rechtslage ausgehen.

Gemäß Paragraf 154 Absatz 2 SGB VI ergänzt einmal pro Legislaturperiode der Alterssicherungsbericht den jährlichen Rentenversicherungsbericht.

Mittwoch, 28. November 2012

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