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Welt-Tuberkulose-Tag

Den Kampf gegen Tuberkulose gewinnen

Im Jahr 1882 entdeckte der deutsche Arzt Robert Koch den Tuberkelbazillus, den bakteriellen Erreger der bis dahin tödlichen Schwindsucht. Auch heute noch - nach mehr als 130 Jahren - ist Tuberkulose weit verbreitet und für viele Menschen eine Krankheit mit tödlichem Ausgang.

Wartende Patienten Tuberkulose-Kranke warten auf ihre Behandlung Foto: Rolf Bauerdick / DAHW.de

Dass der Kampf gegen Tuberkulose (TB) in den Industriestaaten wieder an Bedeutung gewinnt, steht mit mehreren Faktoren in Zusammenhang: mit der weltweiten Ausbreitung der HIV/Aids-Pandemie, Immigrationsströmen und größerer Mobilität durch Reisen.

Weltweit sind die Zahlen zwar rückläufig. Doch nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken auch in Europa immer noch mehr als 1.000 Personen täglich an Tuberkulose. Nach Einschätzung des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) bleibt TB auch in Deutschland eine ernstzunehmende Krankheit. Hier sind nach Angaben des RKI 162 Patienten im Jahr 2011 an Tuberkulose gestorben.

Armut leistet der Krankheit Vorschub

Etwa 95 Prozent der Erkrankten leben in Entwicklungsländern, wo schlechte Ernährungszustände, schlechte medizinische Versorgung und Hygiene sowie niedere soziale Verhältnisse vorherrschen. Mehr als eine Million Menschen sterben im Afrika südlich der Sahara jährlich an Tuberkulose.

Der Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März 2013 steht unter dem Motto "Stop TB in my Lifetime" (Für ein Leben ohne Tuberkulose). Wie jedes Jahr soll er an die Gefahren durch die Krankheit erinnern. TB ist immer noch die am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit. Weltweit sterben täglich rund 4.000 Menschen daran.

Labor in Nepal Bild vergrößern Große Herausforderung für arme Länder: Labors und Fachpersonal Foto: Rolf Bauerdick / DAHW.de

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Gudrun Kopp, ist dennoch zuversichtlich: "Wir können den Kampf gegen die Tuberkulose noch in dieser Generation gewinnen." Dieses Ziel sei zwar ehrgeizig, aber erreichbar, so Kopp. Hoffnung mache ihr die Tatsache, dass die Rate der Neuerkrankungen seit Jahren sinke und zudem die Sterblichkeitsrate seit 1990 um 41 Prozent gefallen sei. Den Grund dafür sieht Kopp im deutlich verbesserten Zugang zur Tuberkulose-Diagnostik und -Behandlung.

Brennpunkt Zentralasien

Zentralasien ist von einer massiven Tuberkulose-Epidemie betroffen. Im Rahmen der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das BMZ deshalb vor allem die dortigen Länder in ihren Anstrengungen zur Eindämmung der gefährlichen Infektionskrankheit. In den vergangenen fünf Jahren wurden Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan sowie Pakistan insgesamt circa 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Deutschland bringt sich hier vor allem durch sein Know-how im Aufbau nationaler Infrastrukturen zur Diagnostik und Behandlung von Tuberkulose ein. Ziel ist es, die Gesundheitssysteme der Partnerländer auch insgesamt zu stärken.

Fonds bekämpft die drei großen globalen Infektionen

Multilateral engagiert sich Deutschland neben seiner Einbindung in die Weltgesundheitsorganisation vor allem innerhalb des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Deutschland war bereits an der Gründung des Fonds beteiligt und ist seither einer der aktivsten Geber.

TB heilt bei guter Immunabwehr meist ohne Behandlung aus. Aber in Kombination mit anderen Erkrankungen, zum Beispiel Aids, ist der Verlauf oft tödlich. Tuberkulose ist die häufigste Todesursache von Aids-Kranken – ihre Bekämpfung kann daher nur gemeinsam mit der von HIV/Aids erfolgreich sein.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: "Das BMZ hat dem GFATM für den Zeitraum 2012 bis 2016 insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Ich glaube: Wir können gemeinsam Aids, Tuberkulose und Malaria, drei schreckliche Geißeln der Menschheit, besiegen." Die drei Krankheiten sind vermeidbar und behandelbar, führen aber immer noch in jedem Jahr zu Millionen Todesfällen.

Fast ein Drittel der deutschen öffentlichen Entwicklungsgelder im Bereich Gesundheit werden über den Globalen Fonds umgesetzt. Mit einem Beitrag von jährlich 200 Millionen Euro ist Deutschland drittgrößter Geber dieser wichtigsten internationalen Finanzierungsinstitution im Kampf gegen die drei globalen Infektionen.
Insgesamt hat das BMZ seine Gelder für Gesundheit in Entwicklungsländern in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht: auf rund 750 Millionen Euro pro Jahr.

Sonntag, 24. März 2013

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