Navigation und Service

Inhalt

Frieden und Wiederaufbau

Afghanistan: Wanderausstellung "Wege zum Frieden"

Konflikte gewaltfrei lösen und dadurch den Frieden fördern. Das ist Thema einer Ausstellung in Kabul. Besonders afghanische Lehrerausbilder interessierten sich dafür in einem Workshop. So können Sie den Leitgedanken an ihre Studenten weitergeben.

Die Ausstellung zeigt, wie Friedensmacher mit Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen umgegangen sind. Ausstellung "Wege zum Frieden" Foto: GIZ

Am 8. Oktober 2011 eröffnete Omar Sultan im Kabuler Goethe-Institut die Wanderausstellung "Peace Counts on Tour". Er ist der stellvertretende Kulturminister Afghanistans. Die Ausstellung hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit dem Goethe-Institut umgesetzt. Beteiligt waren zudem das Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM), das Tübinger Institut für Friedenspädagogik und das Journalistennetzwerk "Peace Counts Project".

Frieden ist heilig

Die Ausstellung mit dem Leitgedanken "Frieden ist heilig" zeigt Erfolge von Friedensmachern in aller Welt und erhielt dafür 2009 den Marburger Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung. Sie erzählt zum Beispiel von einem Pastor und einem Imam in Nigeria, die einst erbitterte Feinde waren und heute zwischen Christen und Muslimen vermitteln. Geschichten wie diese dienen als Inspiration für die Bewältigung von Konflikten in Afghanistan.

Strategien der gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Friedensförderung finden großes Interesse in der Bevölkerung Afghanistans. So lernten Lehrerausbilder aus den Nordprovinzen Badakhshan, Balkh, Kunduz und Sar-e Pul in einem Begleitworkshop zur Ausstellung Wege zum Frieden kennen. Die Ausbilder geben die Erkenntnisse aus der Fortbildung ihren Studierenden an den Lehrerausbildungszentren weiter. Dort wird die Ausstellung in den kommenden Monaten eingesetzt.

Ausstellung wird in vielen Schulen gezeigt

Unterstützt wird das Vorhaben von der GIZ, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Lehrerausbildung fördert.

1.100 Mädchen und 1.200 Jungen besuchen die Qala-e Hajeri-Schule in Mazar-e Sharif, wo die 24-jährige Studentin Majabin erste Unterrichtserfahrungen sammelt. Nachdem die Schulzeit von neun auf elf Schuljahre erweitert worden war, platzte das alt.... Bild vergrößern Qala-e Hajeri-Schule in Mazar-e Sharif Foto: KfW

Eine der angehenden Lehrerinnen ist die 24-jährige Lehramtsstudentin Majabin. Sie studiert am Lehrerausbildungszentrum in Mazar-e Sharif und sammelt erste Unterrichtserfahrung an einer Praxisschule mit 1.100 Mädchen und 1.200 Jungen. Diese Schule verfügt seit März 2011 über einen Neubau – finanziert vom BMZ und umgesetzt von der KfW Entwicklungsbank. Allerdings mangelt es für den Unterricht vielerorts noch am Nötigsten. Majabin berichtet, dass in ihrer Heimatprovinz Balkh zwei Drittel der 473 Schulen zerstört oder beschädigt sind. So wird häufig in Zelten unterrichtet. 

Der Wiederaufbau von Schulen und eines geregelten Unterrichtsbetriebs mit qualifizierten Lehrkräften gibt den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive. Das ist – neben der Fähigkeit zur gewaltfreien Konfliktlösung – ein weiterer Beitrag zum Frieden.

Lage der Frauen verbessern

Wichtig ist auch, dass sich die Lage der Frauen verbessert. In Afghanistan ist es nicht selbstverständlich, dass sie ihren Beruf selbst wählen. Die Physik-Dozentin Malalai erzählt: "Vor allem auf dem Land haben Frauen kaum Rechte. Vielen Mädchen wird die Schulbildung verweigert." Dadurch, dass Lehrerinnen ausgebildet werden, wird sich das ändern, so hofft sie. Sie blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Mein Wechsel an das Lehrerausbildungszentrum in Mazar-e Sharif vor drei Jahren hat mein Leben verändert", freut sich die 40-jährige Mutter. "Ich habe mein Leben im Griff." Sie unterrichtet an einer der fünf Ausbildungsstätten, die die KfW im Auftrag des BMZ in den Nordprovinzen gebaut hat.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Seitenübersicht

Beiträge