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Bildung und Entwicklung

Akademie bildet Berufschullehrer für Afghanistan aus

Afghanistan benötigt dringend qualifizierte Berufsschullehrer. Mit deutscher Unterstützung werden deshalb in Kabul junge Afghaninnen und Afghanen ausgebildet.

Die angehenden Berufsschullehrer konzentrieren sich auf ihre Prüfungsfragen. Prüfung zum Berufsschullehrer Foto: Niaz Azizi / GIZ

Im Dezember herrscht Anspannung am Kabuler Ausbildungszentrum für Berufsschullehrer. "Unsere Studenten sind aufgeregt wegen der bevorstehenden Semesterabschlussprüfungen", sagt Deeba Yousufi. Sie ist die Direktorin der Technical Teacher Training Academy (TTTA).

Aber nicht nur die Studierenden sind ein wenig nervös, sondern auch die Lehrer. Die Akademie ist die erste ihrer Art in Afghanistan und befindet sich noch im Aufbau.

Ausbildung mit deutscher Hilfe

Mit deutscher Unterstützung ist die Akademie im April 2011 gestartet. Sie bildet derzeit 300 junge Afghaninnen und Afghanen zu Berufsschullehrern für technische Fächer aus. Daneben stehen Betriebswirtschaft und Informationstechnik auf dem Lehrplan.

In Zukunft werden es noch viel mehr sein, denn die Kapazität soll auf 600 Studierende ansteigen. Neben Unterrichtsplanung, Methodik und Didaktik werden auch die Landessprache Dari, Mathematik und Englisch gelehrt. Dazu kommt der praktische Unterricht in den Lehrwerkstätten.

Frauen werden gefördert

Mehr als ein Drittel der Studierenden an der TTTA sind Frauen. Noch immer haben Frauen in Afghanistan weniger Chancen, einen Beruf zu erlernen. Die Akademie leistet einen Beitrag, dies zu ändern. Die afghanische Regierung legt großen Wert auf die Ausbildung, denn qualifizierte Berufsschullehrer werden in Afghanistan dringend benötigt. Die Zahl der Berufsschulen soll daher von derzeit 140 auf über 400 bis zum Jahr 2020 erhöht werden.

Noch ist die Akademie in den Räumen der Technischen Schule in Kabul (Kabul Mechanical Institute, KMI) untergebracht. Finanzielle Unterstützung gibt die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung. Das ermöglichte eine Renovierung der Technischen Schule KMI, um die Akademie dort unterzubringen.

Weitere Berufsschulen sind geplant

In den nördlichen Provinzen Afghanistans treibt die KfW Entwicklungsbank weitere sieben Projekte voran. Für den Zeitraum 2010 bis 2014 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 19 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zunächst wird die TTTA in Kabul ein eigenes Gebäude erhalten. Mit dem Bau wird 2012 begonnen. Es sollen 25 Klassenräume, mehrere moderne Werkstätten, Labore und Wohnheime für Frauen wie für Männer entstehen.

Eine weitere Akademie wird in Mazar-e Sharif geplant, denn der Bedarf an Berufschullehrern ist groß. Auch dieser Bau wird im kommenden Jahr beginnen. Zudem plant das Bildungsministerium mit Unterstützung durch die KfW Entwicklungsbank zwei Berufsschulen für den Agrarbereich in Kunduz und Mazar-e Sharif. Standorte für vier weitere Projekte werden derzeit abgestimmt.

Freitag, 23. Dezember 2011

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