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Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt profitiert 2010 von starker Konjunktur

Die konjunkturelle Erholung nach der Krise spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt wider. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind im Jahresdurchschnitt 2010 gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken.

Eingang einer Agentur für Arbeit mit dem Logo der Bundesagentur für Arbeit, ein großes A auf einem roten Kreis Weniger Arbeitslose und mehr Beschäftigte in 2010 Foto: picture-alliance/ZB

"Mit den Zahlen für Dezember endet ein Jahr, das die kühnsten Erwartungen aller Arbeitsmarktexperten übertroffen hat. Fast alle Prognosen zu Jahresbeginn gingen von einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit aus", erklärte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Im Jahresschnitt 2010 habe es fünf Prozent weniger Arbeitslose als 2009 gegeben. "Wir stehen Ende 2010 auch bei Arbeitslosigkeit und Beschäftigung besser da als vor der Krise“, freute sich die Bundesarbeitsministerin.

Ähnlich äußerte sich auch der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA)., Frank-J. Weise. Er sagte: „Gegenüber dem Krisenjahr 2009 ist die Arbeitslosigkeit gesunken, und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit sind kräftig gestiegen." Vor allem aber sei die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch. 

Arbeitslosigkeit fast überall rückläufig

Im Jahresdurchschnitt 2010 waren in Deutschland 3.244.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 179.000 weniger als vor einem Jahr. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2010 bei 7,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie 0,5 Prozentpunkte niedriger.

In fast allen Bundesländern und bei fast allen Personengruppen nahm die Arbeitslosigkeit ab. Sie sank von Dezember 2009 auf Dezember 2010 um 260.000 Menschen. Während die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit in der ersten Jahreshälfte kräftig zurückging, hat sich diese Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte etwas abgeschwächt.

Im Jahresdurchschnitt erhielten 1.077.000 oder 33 Prozent der Arbeitslosen Arbeitslosengeld I (Alg I). 67 Prozent oder 2.167.000 Arbeitslose waren länger als ein Jahr arbeitslos und erhielten Arbeitslosengeld II (Alg II). Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2009 sind das 116.000 Alg-I-Empfänger und 63.000 Alg-II-Empfänger weniger.

Im Dezember 2010 selbst stieg die Arbeitslosenzahl vor allem witterungsbedingt leicht um 85.000 auf 3.016.000. Das ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozent auf 7,2 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Arbeitslosenquote allerdings noch bei 7,8 Prozent.

Wintereinbruch schlägt auf Baubranche durch

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland hat sich zum Jahresende fortgesetzt. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von November auf Dezember war zwar etwas größer als im vergangenen Jahr. Saisonbereinigt ergibt sich für Dezember eine leichte Zunahme um 3.000 Arbeitslose. Dies hängt mit dem frühen und heftigen Wintereinbruch zusammen, der vor allem auf die Bauwirtschaft durchschlägt.  

Die Unterbeschäftigung ist saisonbereinigt um 16.000 gesunken. Als unterbeschäftigt gelten Menschen, die durch die BA mit einer Fortbildung gefördert werden, Ein-Euro-Jobber, kurzfristig Erkrankte oder Menschen in Altersteilzeit. Wie schon in den Monaten zuvor ist die Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit im Vorjahresvergleich weiter gesunken: Im Dezember 2010 gegenüber Dezember 2009 um 395.000 oder 8,8 Prozent.

Im Oktober 2010 haben 220.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Das sind 856.000 weniger als im Oktober 2009. 

2010 über 40 Millionen Erwerbstätige

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben in saisonbereinigter Rechnung deutlich zugenommen und liegen über dem Vorjahresniveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Inland im November saisonbereinigt um 28.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Oktober saisonbereinigt um 18.000 zugenommen (vorläufige Daten). Nicht saisonbereinigt lag die Erwerbstätigkeit im November fast unverändert bei 41,09 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr hat sie um 427.000 zugenommen.

Im gesamten Jahr 2010 lag die Erwerbstätigkeit mit rund 40,37 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland auf einer neuen Rekordmarke, ergaben die vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren nach BA-Hochrechnung im Oktober 28,28 Millionen Menschen. Gegenüber dem Vorjahr waren das 498.000 mehr. Davon waren 283.000 in Vollzeit und 208.000 in Teilzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Bundesarbeitsministerin bewertet die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv. Denn "die Zahl der Erwerbstätigen ist gestiegen, sie hat jetzt den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist noch stärker gestiegen." Und beide Indikatoren hätten inzwischen das Vorkrisenniveau von 2008 überschritten.

Unternehmen haben im Dezember im Saldo saisonbereinigt 10.000 freie Arbeitsstellen mehr gemeldet als im November. Nicht saisonbereinigt waren 380.000 bei der BA gemeldete Arbeitsstellen zu besetzen. Gegenüber dem Vorjahr waren das 99.000 Stellen mehr. Von diesen Stellen waren 87 Prozent sofort zu besetzen.

Defizit der BA fiel geringer aus als erwartet

Im Jahr 2010 hat die BA nach vorläufigen Ergebnissen 37,02 Milliarden Euro eingenommen und 45,21 Milliarden Euro ausgegeben. Um das daraus ergebende Defizit von 8,19 Milliarden Euro auszugleichen, wurden zum einen die Rücklagen der BA in Höhe von 2,94 Milliarden Euro aufgelöst. Der Rest des Defizits wurde durch den Bund getragen. 

Dieser Betrag von 5,25 Milliarden Euro ist allerdings nur ein Drittel dessen, womit nach den Prognosen für das Jahr 2010 noch gerechnet wurde. Seinerzeit wurde nämlich ein Defizit von 16 Milliarden Euro prognostiziert.  

Dienstag, 4. Januar 2011

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