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Beschäftigung

Arbeitsmarkt zeigt sich zu Winterbeginn robust

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember um 60.000 gegenüber dem Vormonat gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren 3,276 Millionen Menschen ohne Arbeit. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bleibt damit auch zu Winterbeginn niedriger als befürchtet.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sagte, trotz der tiefen Rezession habe sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2009 robust gezeigt. „Zwar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr angestiegen, aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet.“

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sagte, der Arbeitsmarkt zeige sich anpassungsfähig. Die befürchteten Entlassungswellen seien ausgeblieben und Betriebe agierten mit hoher interner Flexibilität.

„Die Kosten der Krise am Arbeitsmarkt werden auf viele Schultern verteilt: Die Arbeitgeber investieren, um trotz fehlender Aufträge ihre Fachkräfte im Betrieb zu halten, die Arbeitnehmer akzeptieren Lohn- und Gehaltseinbußen, um ihre Jobs zu sichern und die Politik trägt durch die Finanzierung von Kurzarbeitergeld zur Stabilisierung bei“, erklärte die Ministerin. Dies sei eine tragfähige Basis für 2010, so von der Leyen.

Vor allem Männer betroffen

Die tiefste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Diese bleiben jedoch angesichts des massiven Produktionseinbruchs vergleichsweise moderat. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde vor allem durch die massive Nutzung der Kurzarbeit begrenzt.

Im Jahresdurchschnitt 2009 waren in Deutschland 3,423 Millionen Menschen arbeitslos. Das sind 155.000 mehr als noch 2008 (West: +176.000 auf 2.320.000; Ost: -20.000 auf 1.103.000).

Betroffen von der  jahresdurchschnittlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit waren insbesondere Männer in Westdeutschland. Ursache ist unter anderem der Arbeitsplatzabbau im produzierenden Gewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung.

Etwas weniger Erwerbstätige

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im November 2009 im Vergleich zum Vormonat Oktober leicht um 47.000 oder 0,1 Prozent gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Zahl lag mit 40,41 Millionen um 332.000 oder 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Den vorläufigen Berechnungen zufolge waren im Jahresschnitt 2009 rund 40,15 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das sind 72.000 weniger als 2008, also ein Minus 0,2 Prozent. In dem Jahr hatte die Erwerbstätigenzahl mit 40,22 Millionen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Der Rückgang im Jahresvergleich fiel damit schwächer aus als vielfach befürchtet. Kurzarbeit sowie der Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten hätten die Auswirkungen der Wirtschaftskrise abgeschwächt, so die Statistiker.

Bedeutung des Dienstleistungsbereichs wächst

So sank im Jahresdurchschnitt 2009 die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahr verhältnismäßig moderat um 49.000 Personen (- 0,1 Prozent) auf gut 35,7 Millionen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger verringerte sich im selben Zeitraum um 23.000 Personen (- 0,5 Prozent) auf rund 4,4 Millionen.

Auffällig ist die weiter wachsende Bedeutung des Dienstleistungsbereichs für den deutschen Arbeitsmarkt. Fast drei Viertel aller Erwerbstätigen waren 2009 in diesem Sektor beschäftigt. Sein Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen hat sich von 59,5 Prozent im Jahr 1991 auf nun 73 Prozent erhöht. In der Land- und Forstwirtschaft waren 2009 noch 2,1 Prozent (1991: 3,9 Prozent) aller Erwerbstätigen beschäftigt, im Baugewerbe 5,5 Prozent (1991: 7,3 Prozent) und in der Industrie 19,4 Prozent (1991: 29,3 Prozent).

BA-Stellenindex steigt

Das gemeldete Stellenangebot nahm im Dezember saisonbereinigt um 13.000 zu. Nicht saisonbereinigt gab es im Dezember 461.000 Stellen; 42.000 weniger als vor einem Jahr. Von den gemeldeten Stellen entfielen 252.000 auf ungeförderte Stellen für "normale" sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das sind 48.000 weniger als vor einem Jahr.

Der Stellenindex der BA zeigt nach oben – er ist von November auf Dezember um zwei auf 129 Punkte gestiegen.

Dienstag, 5. Januar 2010

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