Navigation und Service

Inhalt

Bundeskunsthalle

Ausstellung in der Bundeskunsthalle: Napoleon - Machtmensch und Reformer

Kein anderer Herrscher hat die Geschichte Europas in der Neuzeit so geprägt wie Napoleon Bonaparte. Eine Ausstellung in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle zeigt "Traum und Trauma" seiner Regentschaft.

Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780-1867) Napoleon I. im Krönungsornatauf dem Kaiserthron, 1806, Öl auf Leinwand, 260 x 163 cm, Musée de l'Armée, Paris© Musée de l'Armée (Ausschnitt) Napoleon in Herrscherpose Foto: Musée de l'Armée

Es ist die erste Schau seit langem, die sich dem Phänomen Napoleon widmet. Rund hundert Leihgeber haben für sie über 400 Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt. In zwölf Kapiteln lassen sie ein facettenreiches Panorama der Herrschaft Napoleons entstehen.

Panorama der napoleonischen Ära

Die Ausstellung veranschauliche erstmalig in umfassender Weise nicht nur die Person und Taten Napoleons, sondern vor allem auch „die von ihm ausgelösten Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur“, erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

Er eröffnete gestern im Namen der Bundesregierung die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy steht. Die Napoleon-Schau ist Teil der deutsch-französischen "Agenda 2020",  mit der beide Länder dem deutsch-französischen Kulturraum noch mehr Gewicht verleihen wollen.

Ambivalente Herrschergestalt

Napoleonbüsten in der Ausstellung "Napoleon und Europa - Traum und Trauma" in der Bundeskunsthalle Bonn Bild vergrößern Blick in die Ausstellung Foto: David Ertl, Köln / Kunst- und Ausstellungshalle

Napoleon gilt als einer der ambivalentesten Herrscher der Neuzeit. In knapp 16 Jahren hat er zwischen 1799 und 1815 das politische Gesicht Europas nachhaltig geprägt.

In dieser Zeit wurden die Ideen der französischen Revolution und der Aufklärung in ganz Europa verbreitet. Gleichzeitig setzte Napoleon zahlreiche Reformen um, die weite Bereiche des öffentlichen Lebens modernisierten. Mit dem von ihm initiierten „Code civil“ legte er den Grundstein für rechtsstaatliche Prinzipien, die bis heute unser Demokratieverständnis prägen.

Auf der anderen Seite steht sein Name für Krieg und Vernichtung. Für seinen Traum von Europa führte er seine "Grande Armée" bis nach Russland und in die Vernichtung. Seine Feldzüge kosteten an die drei Millionen Menschen das Leben, Hundertausende wurden verletzt.

Huldigung und Kritik

Von dieser traumatischen Seite der napoleonischen Herrschaft berichten in der Ausstellung Bilder von Francisco Goya, Christian Faber du Faur oder Charles Bell, dessen Skizzen die Schattenseiten der Feldzüge Naopeons zeigen.

Weitaus geläufiger sind dagegen jene Darstellungen, die eher der imperialen Selbstdarstellung Napoleons verpflichtet sind: Gemälde von Jean-Auguste-Dominique Ingres, Jacques Louis David oder Antoine-Jean Gros, die in der Ausstellung ebenfalls zu sehen sind.

Die Ausstellung "Napoleon und Europa. Traum und Trauma" wird noch bis zum 25. April in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn gezeigt. Ein umfassendes Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und anderen Veranstaltungen begleitet sie. Von März bis Juni 2012 übernimmt das Musée de l'Armée in Paris die Ausstellung.

Freitag, 17. Dezember 2010

Seitenübersicht

Beiträge