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EU-Arbeitsmarkt

Berufsausbildung junger Europäer wird gefördert

Junge arbeitslose Fachkräfte und Ausbildungsinteressierte aus EU-Ländern werden ab 2013 unterstützt, wenn sie in Deutschland eine Berufsausbildung machen oder arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit hat dafür ein Sonderprogramm aufgelegt.

Auszubildender im Bereich Industriemechaniker Berufsausbildung in Deutschland - ein Start mit beruflichen Perspektiven Foto: Ute Grabowksy

In vielen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren nur geringe berufliche Perspektiven. Viele sind aufgrund der angespannten Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation in ihren Heimatländern arbeitslos.

In Frankreich sind 26 Prozent ohne Job, in Italien und Portugal 35 Prozent. In Griechenland und Spanien ist mehr als jeder zweite junge Erwachsene arbeitslos. In Deutschland haben dagegen nur acht Prozent der unter 25-Jährigen keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Dazu trägt vor allem das deutsche Berufsbildungssystem bei.

Sonderprogramm der EU gegen Jugendarbeitslosigkeit

Ab Januar 2013 gibt es ein Sonderprogramm zur "Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa (MobiPro-EU)". Das Programm eröffnet interessierten Jugendlichen aus Mitgliedstaaten der EU eine berufliche Perspektive in Deutschland.

Es richtet sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung oder eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpass- bzw. Mangelberuf aufnehmen. In besonders zu begründeten Ausnahmefällen, zum Beispiel in den Gesundheitsberufen, können Arbeitssuchende sogar bis zum Alter von 40 Jahren gefördert werden.

Wer bereits eine Qualifikation in einem Mangelberuf hat, für denjenigen kann ein Verfahren zur Anerkennung der Qualifikation übernommen werden. Die Mangelberufe ergeben sich aus der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Dabei werden regionale Unterschiede berücksichtigt.

Sprachkurse und Reisekostenzuschüsse

Das Sonderprogramm unterstützt junge Europäerinnen und Europäer, eine Ausbildung oder Arbeit in Deutschland aufzunehmen. Vor allem sprachliche Hemmnisse sollen überwunden werden, die einer Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit in Deutschland im Weg stehen würden. Wer sich im Heimatland über einen Sprachkurs auf seinen Job in Deutschland vorbereitet, bekommt dies finanziert. Auch wer in Deutschland nach der Einstellung noch weiter Deutsch lernen muss, wird gefördert.

Für eine Berufsausbildung in Deutschland müssen Interessenten zunächst ein Praktikum im Ausbildungsbetrieb durchlaufen. Damit verringert sich die Gefahr, dass die Ausbildung abgebrochen wird, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Jugendliche, in deren Herkunftsländern die duale Berufsausbildung unbekannt ist, können so einen Einblick in den Berufsalltag gewinnen.

Für Praktika und Vorstellungsgespräche gibt es Reisekostenpauschalen für die An- und Abreise. Wenn der Lohn nicht ausreicht, erhalten die jungen Erwachsenen Hilfen für den Lebensunterhalt. Auch Lernförderung begleitend zur Ausbildung wird finanziert.

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ist für das Sonderprogramm zuständig. Sie prüft die Anträge, entscheidet über die Förderung, bewilligt die Geldleistungen und zahlt sie aus.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

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