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Kunstgeschichte

Chorfenster der Frankfurter Marienkirche vollständig restauriert

Nach über 65 Jahren können die mittelalterlichen Kirchenfenster nun wieder als Gesamtkomplex bewundert werden. Die russische Regierung hatte die sechs noch fehlenden Fensterscheiben im vergangenen Jahr nach langen Verhandlungen zurückgegeben.

Der russische Botschafter Kotenev (l.) zeigt Kulturstaatsminister Neumann (3.v.l.) zwei der sechs letzten Fenster. Fensterübergabe mit Kulturstaatsminister Neumann Foto: picture-alliance/ dpa

Im November 2008 konnte Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Scheiben in Frankfurt an der Oder übergeben. Vorangegangen waren intensive Verhandlungen mit der russischen Regierung.

Eine kunsthistorische Rarität

Die mittelalterlichen Chorfenster der Marienkirche in Frankfurt/Oder sind kunsthistorisch besonders bedeutsam. Bemerkenswert sind vor allem ihr Alter, ihre eindrucksvolle Farbigkeit und die Qualität der Darstellung.

Zusammengesetzt sind die drei Bleiglasfenster aus 117 Einzelscheiben. Sie entstanden zwischen 1360 und 1370 und illustrieren die Schöpfungsgeschichte. Neben dem Leben von Adam und Eva zeigen sie den Bau der Arche Noah, das Leben Christi und eine Darstellung des Weltgerichts mit dem Antichristen.

Erfolgreiche Rückgabeverhandlungen

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Fenster vorsorglich abgebaut und im Neuen Palais in Potsdam gelagert. Von dort kamen die Scheiben 1946 nach Leningrad in das Depot der Eremitage.

Erst 1997 wurden 111 der 117 Felder dort wiederentdeckt. 2002 gab die russische Regierung diese Scheiben nach langwierigen Rückgabeverhandlungen zurück. Sie wurden anschließend in Frankfurt von Spezialisten restauriert.

Im Jahr 2005 wurden die restlichen sechs Fensterfelder in Russland aufgefunden. Nach ihrer Rückgabe begann die vollständige Wiederherstellung der drei Chorfenster, die nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

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