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Verordnung

Die neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung

Der Bundesrat hat die Rechengrößen in der Sozialversicherung, die für 2011 gelten, neu beschlossen. Damit werden die Rechengrößen bestimmt, die für das Versicherungs-, Beitrags- und Leistungsrecht maßgeblich sind. Das sind beispielsweise die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung.

Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungs-Rechengrößen ist die Entwicklung der Bruttolöhne- und -gehälter im Jahr 2009, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat.

Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Zusatzjobs“ oder „1-Euro-Jobs“) sind nicht mit in die Berechnung eingeflossen. Die Zahlen werden jährlich um die so genannte "Lohnzuwachsrate" angepasst. Die Lohnzuwachsrate 2009 beträgt - 0,39 Prozent in den alten und + 0,84 Prozent in den neuen Ländern.

 

Bezugsgröße in der Sozialversicherung

Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung ist wichtig. In der gesetzlichen Krankenversicherung beispielsweise ist sie Grundlage für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder und für das Mindestarbeitsentgelt. In der gesetzlichen Rentenversicherung stellt die Bezugsgröße die Grundlage für die Beitragsberechnung versicherungspflichtiger Selbstständiger oder Pflegepersonen dar.

 

Die Lohn- und Gehaltsentwicklung fließt in die Bezugsgröße in der Sozialversicherung ein. Dabei wird die Lohnzuwachsrate von 2009 die Sozialversicherung in 2011 beeinflussen. Die Bezugsgröße 2011 verändert sich gegenüber dem Vorjahr nicht und beträgt monatlich weiterhin 2.555 Euro in den westlichen Bundesländern. In den östlichen Bundesländern steigt sie von 2.170 Euro im Jahr 2010 auf künftig 2.240 Euro.

 

Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Rentenversicherung

Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (West) verbleibt auf dem Stand von 2010 bei 5.500 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) in der allgemeinen Rentenversicherung erhöht sich von 4.650 Euro (2010) auf 4.800 Euro in 2011. In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden folgende neue monatliche Beträge gelten: Beitragsbemessungsgrenze (West): 6.550 Euro, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 5.550 Euro.

 

Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung

Bundeseinheitlich wird die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung festgesetzt. Sie vermindert sich gegenüber 2010 (49.950 Euro) auf 49.500 Euro in 2011 (4.125 Euro monatlich).

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 aufgrund der damals geltenden Regelungen versicherungsfrei waren, wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze 44.550 Euro für das Jahr 2011 betragen (2010: 45.000 Euro). Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht der (niedrigeren) Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Rentenversicherung

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der allgemeinen Rentenversicherung wird für das Jahr 2011 bundeseinheitlich auf 30.268 Euro festgesetzt.

 

Gesamtübersicht:

Rechengröße                                                               
Alte Bundesländer
Neue Bundesländer
Vorläufiges Durchschnittsentgelt in der allgemeinen Rentenversicherung
30.268 Euro/Jahr
30.268 Euro/Jahr
Bezugsgröße in der Sozialversicherung
2.555 Euro/Monat
2.240 Euro/Monat
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung
5.500 Euro/Monat
4.800 Euro/Monat
Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung
6.750 Euro/Monat
5.900 Euro/Monat
Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung
3.712,50 Euro/Monat
3.712,50 Euro/Monat
Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung
4.125 Euro/Monat
4.125 Euro/Monat

Die neuen Rechengrößen gelten ab dem 1. Januar 2011. 

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung entspricht dem Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Diese Rechengröße ist wichtig für die Ermittlung der persönlichen Entgeltpunkte zur Berechnung der Rentenanwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Für das kommende Jahr wird es bestimmt, indem das Durchschnittsentgelt 2009 um das Doppelte des Prozentsatzes erhöht wird, um den das Durchschnittsentgelt 2009 höher ist als das Durchschnittsentgelt 2008.

Die Beitragsbemessungsgrenze markiert das Maximum, bis zu dem in der Sozialversicherung Beiträge erhoben werden. Der Einkommensanteil, der über diesen Grenzbetrag liegt, ist somit beitragsfrei.

Die Versicherungspflichtgrenze (= Jahresarbeitsentgeltgrenze) in der gesetzlichen Krankenversicherung wird – wie in der Vergangenheit auch – an die Lohnzuwachsrate angepasst. Wessen Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt, kann eine private Krankenversicherung wählen. Für die Fortschreibung der bundeseinheitlich geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Einkommensentwicklung 2009 maßgebend. Der Wert für 2009 beträgt - 0,24 Prozent.

Freitag, 26. November 2010

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