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Emissionshandel ab 2012 auch für Fluggesellschaften

Fluggesellschaften in Europa nehmen ab 2012 am Emissionshandel teil. Sie werden so motiviert, auf den CO2-Ausstoß zu achten und ihn zu verringern. Die europäische Luftfahrt hat ihren Kohlendioxidausstoß seit 1990 fast verdoppelt. Ein Drittel der Emissionen weltweit entsteht durch Flüge nach Europa, innerhalb Europas und von hier in alle Welt.

Flugzeug CO2-Ausstoß verringern Foto: picture-alliance/ dpa

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat damit begonnen, CO2-Zertifikate für das Jahr 2012 zuzuteilen. Adressaten sind alle Fluglinien, die Deutschland anfliegen.

85 Prozent der Zertifikate sind kostenlos - weitere müssen die Fluggesellschaften falls notwendig am Markt ersteigern oder ihren Bedarf durch Klimaschutzmaßnahmen senken. Ab dem neuen Jahr werden sie dann für jede Tonne CO2-Ausstoß eine Emissionsberechtigung abgeben. Damit legen sie Rechenschaft darüber ab, wie viel Treibhausgas bei ihren Flügen entsteht.

Preise für Flugtickets stabil halten

Diese größtenteils kostenlose Zuteilung der Zertifikate kommt den Fluggästen zugute: sie soll die Preise für Flugtickets stabil halten.

In den Folgejahren bis 2020 wird die Anzahl der kostenfreien Zertifikate auf 82 Prozent des Gesamtbedarfs sinken, so dass die Unternehmen mehr Kosten tragen und damit spürbar mehr Verantwortung für ihre Emissionen übernehmen.

Insgesamt teilt die DEHSt für das Jahr 2012 eine Anzahl von 42,8 Millionen Zertifikaten zu. Für die Jahre 2013 bis 2020 werden es 40,5 Millionen sein. Das sind nach aktuellem Kurs Zertifikate im Wert von insgesamt etwa drei Milliarden Euro. Ausgegeben werden sie bis Ende Februar 2012. Die Abrechnung für das Jahr ist dann im Frühjahr 2013.

Der Europäische Gerichtshof entschied jüngst, dass die Einbeziehung ausländischer Fluglinien in den EU-Handel mit Luftverschmutzungsrechten erlaubt ist. Dagegen geklagt hatten unter anderem die amerikanische Luftfahrt-Organisation sowie American Airlines und United Continental.

Der Emissionshandel soll eine Reduktion von Treibhausgasen bewirken und dadurch das Klima schützen. Die Idee: jede Fabrik, jedes Flugzeug, das Kohlendioxid (CO2), freisetzt, bekommt eine festgelegte Menge von CO2 zugewiesen, die beim Betrieb entstehen darf, also eine Art Gutschein. So wird der Anreiz gesetzt, CO2 einzusparen - denn wer unter seiner Menge bleibt, kann die übrigen Rechte als Emissionszertifikat verkaufen und verdient damit Geld. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, Rechte dazu zu kaufen, für diejenigen Akteure, die mehr CO2 produzieren als ihnen zusteht.

Freitag, 23. Dezember 2011

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