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Sicherheitsforschungsprogramm

Forschen für die Sicherheit

Die Bundesregierung unterstützt Forschung, die neue Lösungen für viele Gefahrensituationen sucht. Das Kabinett hat deshalb das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ für die Jahre 2012-2017 beschlossen.

Feuerwehrleute bei einem Brand Helfer schützen Foto: Stadt Stuttgart Branddirektion

Ein Beispiel: Der Feuerwehrmann im zweiten Stock des brennenden Hauses ist gestürzt, sein Puls geht rasend. Die Außentemperatur steigt auf einen kritischen Wert. Ist er ohnmächtig geworden? Der Einsatzleiter sitzt im Feuerwehrwagen vor einem Monitor, der eben ein Warnsignal abgab. Alle Informationen zu Körperfunktionen und der Körperhaltung, ebenso wie die genaue Position werden angezeigt. Da der gefährdete Kollege auf den Funkruf nicht reagiert, lotst der Einsatzleiter andere Feuerwehrleute zu dem gestürzten Kollegen, damit sie ihm helfen können.

Die Kleidung des Feuerwehrmanns ist Hightech, ohne ihn bei seiner schwierigen und gefährlichen Arbeit zu behindern. Die Forschung hat eine Kleidung entwickelt, die Position, Körperhaltung und diverse Körperfunktionen ermittelt und an die Zentrale meldet. Diese völlig neuartige Kleidung, die Temperaturn von bis zu 800 Grad Celsius aushält, entwickelt das Denkendorfer Institut für Textil- und Verfahrenstechnik. Es arbeitet im Projekt "Systemintegrierte sensorische Schutzbekleidung für Feuerwehr und Katastrophenschutz" mit der Feuerwehr und Medizinern zusammen. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium finanziert.

Neues Rahmenprogramm

Die Bundesregierung will die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie den Schutz lebenswichtiger Infrastrukturen wie etwa der Telekommunikation weiter erhöhen. Dies geschieht seit 2007 mit dem Sicherheitsforschungsprogramm, das nun durch das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ für die Jahre 2012- 2017 ersetzt und erweitert wird.

"Durch das Forschungsprogramm stellen wir die forschungspolitischen Weichen für die Sicherheit der Bürger in einer offenen, freien Gesellschaft", erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Zivile Sicherheitsforschung diene nicht allein der Entwicklung neuer technischer Lösungen. "Wir betten diese Technologien in organisatorische Konzepte ein, die zum Selbstverständnis unserer freiheitlichen Gesellschaft passen."

Ein breiter gesellschaftlicher Dialog, Klärung von Fragen des Datenschutzes, von Ethik und juristischen Aspekten sollen eine wichtige Rolle spielen. Dies geschieht im Forschungsschwerpunkt "Gesellschaftliche Aspekte der zivilen Sicherheit".

Weitere Schwerpunkte sind:

Urbane Sicherheit: Nicht nur terroristische Anschläge, sondern auch kriminelle Übergriffe in U- oder S-Bahnen zeigen wie wichtig es ist, das engstes Lebensumfeld zu sichern. Die Forschung kann Lösungen liefern. Sie kann beispielsweise aufzeigen, wie sich Fußgängerströme lenken lassen, wenn Panik ausbricht. Sie kann zeigen, wie einer Gefahr vorgebeugt werden kann oder Helfer schnell bereit stehen.

Sicherheit von Infrastrukturen und Wirtschaft: Bereits geringe Störungen der Infrastrukturen - Strom, Wasser, Telefon, Nahrungsversorgung können zu Schäden mit hohen volkswirtschaftliche Schäden führen. Die Wissenschaft liefert Möglichkeiten, wie sich solche Störungen verhindern oder kurzfristig beseitigen lassen. Wesentliche Aspekte sind dabei der Luft- und Seeverkehr sowie Natur- und Umweltkatastrophen, Pandemieausbrüche oder Großunfälle.

Schutz und Rettung von Menschen: Menschen vor Naturkatastrophen und Großschadensereignissen zu schützen, ist eine der Kernaufgaben staatlichen Handelns. Die Forschung kann einen Beitrag dazu leisten, das Krisen- und Einsatzmanagement zu verbessern. Sie kann Helfern Hilfsmittel an die Hand geben, damit diese ihre Aufgabe sicher und effektiv meistern können.

Schutz vor Gefahrstoffen, Epidemien und Pandemien: Es gilt, Menschen und Infrastrukturen vor chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen Gefahren und Explosivstoffen sowie vor Epidemien und Pandemien zu schützen. Die Forschung kann Wege aufzeigen, um Gefahrstoffe leichter zu erkennen, und im Ernstfall effektiv vorzubeugen und zu helfen.

IT-Sicherheit: Informations- und Kommunikationstechnologien sind die digitalen Nervenstränge der Gesellschaft. Von ihrem zuverlässigen Funktionieren hängen inzwischen weite Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens ab. Die Sicherheit dieser Systeme ist daher ein Kernpunkt der vom Bundesforschungsministerium finanzierten Forschungsprogramm IKT 2020.

Integriert und ressortübergreifend

Das jetzt beschlossene Rahmenprogramm verfolgt einen integrierten Forschungsansatz. Das heißt: es wird die gesamte Innovationskette von der Forschung über die Industrie bis hin zu den Endnutzern einbezogen. Außerdem will die Bundesregierung Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als einen führender Anbieter von zivilen Sicherheitstechnologien weiter ausbauen.

Das Bundesforschungsministerium hat die Federführung des Rahmenprogramms, an dem auch die Bundesministerien für Inneres, Wirtschaft, Gesundheit, Ernährung, Verkehr und Städtebau beteiligt sind. Es ist Teil der „Hightech-Strategie 2020 für Deutschland“.

Mittwoch, 25. Januar 2012

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