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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Freitag, 10. August 2012

Pressemitteilung:
268
Ausgabejahr:
2012

Forschungsprojekt

Forschungsprojekt widmet sich Schicksalen der Grenzopfer

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat heute mit der Übergabe des Förderbescheides in der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße das Forschungsprojekt zu den Todesopfern an der früheren innerdeutschen Grenze gestartet.

Der Staatsminister erklärte: „Es geht bei dem Forschungsvorhaben um die wissenschaftlich fundierte Erarbeitung von Zahl und Schicksal der Grenztoten. Mit diesem Projekt wird ein weiterer Schritt in Richtung geschichtliche Aufarbeitung der SED-Diktatur getan. Die Ergebnisse des Projekts sollen nicht nur Klarheit über die Zahl der Opfer, sondern den Toten Namen, Gesicht und damit ihre Würde wiedergeben. Ihre Biografien werden uns daran erinnern, wie brutal sich die SED-Diktatur und das unmenschliche Grenzregime auf die Menschen in Deutschland ausgewirkt haben. Das Erinnern an die deutsche Teilung, das Gedenken an das Leid verursacht von Mauer und Stacheldraht – gerade mit Blick auf den 51. Jahrestag des Mauerbaus – ist uns ein wichtiges Anliegen.“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte weiter: „Es ist der entschiedene Wille der Bundesregierung, auf Dauer über die SED-Diktatur aufzuklären und dem Vergessen und der Verharmlosung entgegenzuwirken. Deshalb beteiligt sich allein der Bund mit weit über 100 Mio. Euro jährlich an der geschichtlichen Aufarbeitung der SED-Diktatur. Darüber hinaus leistet die Bundesregierung mit ihrem finanziellen Engagement einen wichtigen Beitrag, damit vor allem Jugendliche lernen, dass extremistische Ideologien von Links wie von Rechts – wenn sie sich verbreiten – nur zu Unfreiheit und Unterdrückung führen.“

Das Forschungs- und Dokumentationsprojekt „Die Opfer des DDR-Grenzregimes“ erhält aus dem Haushalt von Kulturstaatsminister Bernd Neumann eine Förderung in Höhe von 355.000 Euro. Die an der Finanzierung des Projekts beteiligten Länder wurden bei der heutigen Vorstellung des Vorhabens durch die Ministerin für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen, Johanna Wanka, den Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh, und den Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, vertreten. Insgesamt wird das Projekt von Bund und Ländern in Höhe von 500.000 Euro unterstützt. Nach dem Vorbild der vom Bund geförderten Untersuchung zu den Todesopfern an der Berliner Mauer (sog. Totenbuch I) im August 2009 wird das Projekt vom Forschungsverbund SED-Staat an der FU Berlin unter der Leitung von Prof. Klaus Schroeder (sog. Totenbuch II) durchgeführt. Das Projekt soll bis zum 31.12.2015 abgeschlossen werden.

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