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Arbeitslosengeld II

Fünf Jahre Hartz IV: Richtung stimmt

Die Grundsicherung für Arbeitssuchende ist besser als ihr Ruf. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht sich durch neue Forschungsergebnisse in seiner positiven Einschätzung bestätigt. Gleichwohl halten die Arbeitsmarktexperten Verbesserungen im Detail für nötig - etwa bei den Alleinerziehenden.

„Alles in allem wirkt Hartz IV positiv. An einigen Stellen hakt es aber noch“, erklärte der Direktor des IAB, Joachim Möller, im Rahmen einer Bilanz des Forschungsinstituts zu fünf Jahren Hartz IV in Berlin.

Die Langzeitarbeitslosigkeit sei deutlich zurückgegangen, betonte Möller. Allerdings seien nach wie vor Defizite in der Betreuung und Beratung der Arbeitslosen feststellbar. Teilweise hapere es noch beim Eingehen auf den Einzelfall. Möller: „Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie beispielsweise Trainingsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs müssen noch einzelfallorientierter eingesetzt werden.“

Alleinerziehende besonders betroffen

Gerade Alleinerziehende brauchen den Arbeitsmarktforschern zufolge mehr Unterstützung als bisher bei der Suche nach einer Kinderbetreuung, um überhaupt einen Job antreten zu können. Sie sind von allen Gruppen unter den Hartz-IV-Empfängern am längsten auf den Bezug des Arbeitslosengeldes II angewiesen. Ein Drittel der Alleinerziehenden mit kleinen Kindern gebe an, wegen fehlender Kinderbetreuung keine Stelle gefunden zu haben, so das IAB.

Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Langzeitarbeitslosigkeit sagte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, gegenüber N24, dass die Grundrichtung stimme und das Prinzip des „Forderns und Förderns“ der richtige Ansatz sei. Es gebe aber weitere Verbesserungsmöglichkeiten bei Gruppen mit besonderen Vermittlungshemmnissen. „Die Grundbotschaft ist, dafür zu sorgen, dass die Langzeitarbeitslosigkeit sich nicht erst etabliert“, so von der Leyen.

Trotz Wirtschaftskrise kaum mehr Arbeitslosengeld II-Bezieher

Das IAB wies darauf hin, dass trotz der Wirtschaftskrise die Zahl der Hartz-IV-Empfänger bislang kaum zugenommen habe. Noch lasse der Stellenabbau vor allem die Zahl der Arbeitslosengeld-Bezieher steigen. Im kommenden Jahr sei aber zu erwarten, dass mehr Personen als bisher nach dem Auslaufen ihrer Arbeitslosengeld-Ansprüche zu Hartz-IV-Empfängern würden.

Kernstück der Grundsicherung für Arbeitssuchende ist eine umfassende Aktivierung mit dem Ziel einer stärkeren Teilhabe am Erwerbsleben. Der wirtschaftliche Aufschwung bis 2008 und die Strukturreformen am Arbeitsmarkt haben nach Erkenntnissen des IAB dazu beigetragen, die Sockelarbeitslosigkeit zu senken.

Ergebnisse der IAB-Forschung

Der Ausstieg aus Hartz IV gelingt immer noch zu selten: Rund drei Viertel der Betroffenen beziehen Arbeitslosengeld II mindestens zwölf Monate durchgängig. Von denen, die den Ausstieg schaffen, finden rund 50 Prozent einen neuen Job. 14 Prozent nehmen eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium auf. Sechs Prozent gehen in Rente, ebenfalls sechs Prozent geben an, Hausfrau oder Hausmann zu sein. Ein weiterer Grund für den Ausstieg aus Hartz IV kann beispielsweise auch Mutterschutz sein. 17 Prozent derjenigen, die kein Arbeitslosengeld II mehr bekommen, sind aber immer noch arbeitslos. Wenn sie keine staatliche Unterstützung mehr erhalten, liegt es beispielsweise daran, dass der Partner eine neue Stelle hat und ihr gemeinsamer Haushalt nicht mehr als bedürftig zählt.

Der größte Teil der nach dem Arbeitslosengeld-II-Bezug Erwerbstätigen fand eine Beschäftigung, die ihrem Ausbildungsniveau entspricht. 29 Prozent mussten allerdings eine ausbildungsinadäquate Tätigkeit annehmen. Zum Vergleich: Insgesamt arbeiten etwa 15 Prozent der Beschäftigten in Deutschland unterhalb ihres Ausbildungsniveaus.

Dienstag, 15. Dezember 2009

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