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Medizinische Versorgung

Gemeinsam in der Luft

Deutsche und amerikanische Hubschrauber fliegen gemeinsame Einsätze. Die Rettungsflüge sichern die medizinische Versorgung von Soldaten aller Nationen.

Das Sanitätskommando II fährt die Übung 'BLUE TRAVEL2011' mit US-amerikanischen und britischen Truppen durch. Ein Rettungszentrum, das in seiner Leistungsfähigkeit einem Krankenhaus entspricht, wird im Rahmen der Übung unter Beteilung befreundet.... Hubschrauber "Black Hawk" Foto: Bienert/IMZ Archiv

Es ist ein gewöhnlicher, ruhiger Novembertag in Mazar-e Sharif. Die Mittagssonne scheint, der Himmel ist wolkenlos blau. Es ist nahezu windstill und das Thermometer zeigt angenehme 23 Grad. Plötzlich wird die Stille des Nachmittags gestört. Rotorenlärm schallt lautstark durch das Feldlager Camp Marmal. Am Himmel erscheint die Silhouette eines deutschen Hubschraubers vom Typ CH-53 GS, der über dem Flugfeld gen Westen schwebt und schnell an Höhe gewinnt. Nur wenige Meter entfernt folgt ihm, nahezu synchron, ein amerikanischer Hubschrauber vom Typ "Black Hawk". Er ist mit roten Kreuzen gekennzeichnet.

Black Hawk im Einsatz

Was wie ein Übungsszenario aussieht, gehört seit Ende Mai dieses Jahres zum Einsatzalltag der deutschen Medical Evacuation-Rettungsflieger. Statt wie bisher üblich eine weitere CH-53 als so genannten Begleit-Hubschrauber einzusetzen, übernimmt diese Aufgabe nun überwiegend die "Black Hawk".

"Uns ist es gelungen, eine gute und intensive bilaterale Zusammenarbeit im fliegerischen Bereich weiter auszudehnen", sagt Major Andreas G., Einsatzstabsoffizier des Einsatzgeschwaders in Mazar-e Sharif.

Ziel der Kooperation ist es, die knappen Hubschrauber effizienter zu nutzen. Sie werden im Regionalkommando Nord vorrangig von Amerikanern und Deutschen gestellt. Die durch die Unterstützung der Amerikaner freigewordenen deutschen Kapazitäten werden stattdessen für andere Transporte genutzt. "Aufgrund der größeren Abmessungen ist die CH-53 für logistische Aufgaben besser geeignet als die Black Hawk", betont Andreas G. Das amerikanische Modell hingegen ist kleiner und besticht durch eine höhere Geschwindigkeit sowie enorme Wendigkeit. "Die Abmessungen ermöglichen es zudem, auch kleinere Landeplätze anzufliegen", so der Major weiter.

Beide Hubschraubertypen haben neben verschiedenen technischen Fähigkeiten auch andere Sicherheits- und Medizinstandards zu erfüllen. Deshalb dauerten die Planungen im Vorfeld des ersten gemeinsamen Einsatzes zwischen den beiden Nationen nahezu einen ganzen Monat. "Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mittlerweile läuft alles standardisiert und völlig problemlos", erklärt der Einsatzstabsoffizier.

Fliegende Intensivstation  

Die internationale Zusammenarbeit soll auch zukünftig weiter ausgebaut werden. Als nächster Schritt ist eine Kooperation mit den schwedischen Soldaten geplant – diese fliegen Hubschrauber des Typs "Super Puma". Sie verfügen als "fliegende Intensivstation" über eine höherwertigere medizinische Ausrüstung als die „Black Hawk“.

"So können wir die vorhandenen Kapazitäten im Isaf-Rahmen länderübergreifend bedarfsorientierter einsetzen. Dies kommt dem Auftrag und den Soldaten aller Nationen zu Gute", sagt Andreas G.       

Sonntag, 18. Dezember 2011

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