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Frauenrechte

Gleichberechtigung schützt vor Gewalt

Tatort: weltweit. Mädchen und Frauen werden täglich Opfer von Gewalt, Willkür und Grausamkeit. Alljährlich soll der "Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen" das öffentliche Interesse auf das Leid und die Not der Frauen lenken.

Junge afrikanische Frau mit leidendem Gesichtsausdruck Viele Kulturen dulden körperliche oder sexuelle Gewalt gegenüber Frauen Foto: Philipp Ziser

Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Sie hat viele Gesichter. Dahinter verbergen sich grauenhafte Ehrenmorde, Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und Zwangsheirat. Zudem wird Gewalt gegen Frauen immer öfter als Kriegswaffe eingesetzt.

Nach Angaben von "UN Women" haben weltweit sieben von zehn Frauen einmal in ihrem Leben unter physischer oder sexueller Gewalt gelitten. Über 60 Millionen Mädchen werden zwangsverheiratet. Weltweit werden nach wie vor bis zu 150 Millionen Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelung.

Mehr als 100 Millionen Mädchen gelten als "verschwunden". Gründe dafür sind pränatale Geschlechterselektion und eine kulturell bedingte Bevorzugung von männlichem Nachwuchs. Über 600.000 Frauen und Mädchen werden jedes Jahr über Staatengrenzen hinweg verschleppt, meistens zu Zwecken sexuellen Missbrauchs.

"UN Women" ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Sie setzt sich weltweit für die Gleichberechtigung der Geschlechter und für die Stärkung der Rechte der Frau ein. Die Organisation hat am 1. Januar 2011 ihre Arbeit aufgenommen. Seit dem 10. Juli 2013 wird sie von der südafrikanischen Politikerin Phumzile Mlambo-Ngcuka geleitet.

Unterschiedliche Projekte in vielen Regionen

Gudrun Kopp, die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ stellt fest: "Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist es ein elementares Anliegen, Frauen zu ihren Rechten zu verhelfen und ihnen die persönliche Entfaltung frei von Repressalien und körperlichen Übergriffen zu ermöglichen." In vielen Kulturen sei körperliche oder sexuelle Gewalt gegenüber Frauen geduldet, selbst wenn einschlägige nationale Gesetze sie ausdrücklich verböten. Hier müsse ein Umdenken in Gang gebracht werden.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) fördert die Frauenorganisation der Vereinten Nationen. In diesem Jahr wird ein zusätzlicher Kernbeitrag in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Kernbeitrag konnte nach Angaben von Staatssekretär Jürgen Beerfeltz in diesem Jahr von 818.000 Euro auf jetzt insgesamt 2,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.

Deshalb engagiert sich das BMZ gegen Gewalt an Frauen in vielen Regionen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Im Projekt ComVoMujer unterstützt es beispielsweise die Umsetzung von Aktionsplänen des Gewaltschutzes von Frauen in Peru, Bolivien, Ecuador und Paraguay. Mit Kampagnen, Plakaten, Workshops, Straßenaktionen, Fernseh- und Videospots sowie durch Schulung von Journalisten wurden in allen Ländern Präventionsstrategien zur Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.

Zudem soll der Zugang für Gewaltopfer zur Justiz erleichtert und die politische Teilhabe von Frauen verbessert werden. Auch viele Unternehmen unterstützen die Anliegen von ComVoMujer und fördern das Grundlagenwissen sowie die Sensibilisierung und Weiterbildung von Geschäftsführungen, medizinischem Personal sowie der Mitarbeiterinnen und deren Familien.

Deutliche Zeichen gegen Gewalt setzen

Nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch in Deutschland sind die Zahlen der Mädchen und Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, zu hoch. Nach Angaben des Deutschen Frauenrats und Terres de Femmes hat jede vierte Frau körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner erlebt.

Um auf das Leid dieser Frauen aufmerksam zu machen, wurde 1991 die internationale Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" ins Leben gerufen. Diese Kampagne findet in Deutschland und insgesamt in mehr als 160 Ländern statt. Weltweit werden zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) Aktionen durchgeführt, die ein Ende der Gewalt fordern.

Der "Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November wurde im Jahre 1999 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Sie reagierten darauf, dass Soldaten des ehemaligen Diktators Trujillo in der Dominikanischen Republik 1960 die drei Schwestern Mirabal verschleppt, vergewaltigt und ermordet hatten.

Inzwischen bestrafen 125 Nationen häusliche Gewalt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt sexuelle Gewalt im Krieg als Kriegsverbrechen. Fortschritte in der internationalen Rechtsprechung ermöglichen die bessere Verfolgung von Sexualstraftaten.

Montag, 25. November 2013

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