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Grundschulstudie

Gute Noten für Deutschlands Viertklässler

Im Lesen, in Mathematik und in Naturwissenschaften schneiden Deutschlands Grundschüler im internationalen Vergleich gut ab. Sie landen laut den neuen Studien IGLU und TIMSS im oberen Drittel.

Schüler einer Grundschule beim Lesen Immer mehr Schüler lesen auch in ihrer Freizeit gerne Foto: Burkhard Peter

Bei IGLU (Internationale Grundschulleseuntersuchung) wird die Lesefähigkeit untersucht. Bei TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) geht es um das Können in Mathematik und Naturwissenschaften.

Was klingt wie der Name von Cocktails sind internationale Vergleichsstudien zur Leistung von Grundschülern im Lesen, in Mathematik und in Naturwissenschaften. 50 Staaten und sieben Regionen beteiligten sich 2011 an der Untersuchung. Fazit: Deutschlands Kinder liegen in allen Bereichen im oberen Drittel.

Kinder mit Migrationshintergrund verbessern sich

Die Ergebnisse der Studien fielen ähnlich aus wie 2006. Allerdings kamen 6 Prozent mehr Schüler aus Migrantenfamilien. Demnach lässt sich für Kinder mit Migrationshintergrund hier eine erfreuliche Tendenz feststellen. Bei der Vorstellung der Studie konstatierte auch Bildungs-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen: "Besonders freut mich, dass Kinder mit Migrationshintergrund in allen Bereichen besser abgeschnitten haben."

Der Leiter der Studie, Wilfried Bos, von der TU Dortmund stellte fest, dass die Studie mit einem Vorurteil aufräumt. Parallelgesellschaften, in denen so gut wie nie Deutsch gesprochen werde, gebe es kaum. Der Anteil von Schülern, die zu Hause nie Deutsch sprechen, betrage 0,8 Prozent, so Bos. Die meisten seien offensichtlich integrationswillig.

Kinder lieben lesen

Die Mehrheit der Grundschulkinder in Deutschland geht gern zur Schule. Immer mehr Kinder lieben es, in ihrer Freizeit zu lesen. Die Grundschulen in Deutschland sind erfolgreich dabei, Mädchen und Jungen im gleichen Maße zu fördern. Geschlechtsspezifische Unterschiede in den einzelnen Bereichen sind relativ gering.

In der Mathematik liegt Deutschland im oberen Bereich. Asiatische Länder wie Südkorea, Taiwan oder Japan, aber auch Nordirland schneiden besser ab. Kinder aus sozial besser gestellten Familien erzielen höhere Leistungen. Gemessen wird diese Kennzahl übrigens daran, ob mehr als 100 Bücher im Haushalt vorhanden sind oder weniger.

Die Besten mehr fördern

Luft nach oben gebe es bei der Förderung der Besten in den Grundschulen, so Quennet-Thielen. Sowohl beim Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften sind nur knapp 10 Prozent in der höchsten Kompetenzstufe. Hier sieht Quennet-Thielen Spielraum, die Schüler in der mittleren Gruppe und der Spitzengruppe mehr zu fördern.

Ein Land, das für seine Wertschöpfung wesentlich auf kluge Köpfe angewiesen sei, müsse diesen Spielraum ausschöpfen. Deshalb sei der richtige Weg, die Qualität von Ganztagsschulen zu verbessern. Dies gelte genauso für die Leistungsschwächeren. Der Bund habe seit 2005 seine Bildungsausgaben um 60 Prozent gesteigert.

Kultur macht stark

Sprache werde mit den Programmen "Offensive frühe Chancen" und "Lesestart" gefördert, sagte Quennet-Thielen. Zudem komme es darauf an, in die Qualität und Weiterbildung von Lehrern und Erziehern zu investieren. Gemeinsam mit den Ländern werde eine Qualitätsoffensive zur Lehrerbildung aufgegriffen.

Der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg könne nicht nur von Schulen und Kitas aufgelöst werden. Hilfe aller an der Erziehung und Bildung Beteiligten sei hier notwendig. Deshalb habe das Bundesbildungsministerium ab 2013 das Programm "Kultur macht stark" für außerschulische lokale Bündnisse für Bildung aufgelegt. Dazu zählten beispielsweise Ferienfreizeiten, Sommerakademien und Musik- und Theaterinszenierungen, bei denen Schüler an Kunst, Musik oder neue Medien herangeführt würden. 

Seit 2001 nimmt Deutschland an der IGLU (Internationale Grundschulleseuntersuchung) teil. Ziel ist, das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten am Ende der Grundschulzeit zu erfassen. IGLU wird im Abstand von fünf Jahren erhoben.

An TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) beteiligt sich Deutschland seit 2007. Dabei wird die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern zum Ende der Grundschulzeit erfasst. Die nächste Untersuchung findet 2015 statt.

Für beide Studien wurden in Deutschland 4.000 Schülerinnen und Schüler aus 197 Schulen getestet. Beide Studien sind Bestandteile der Gemeinschaftsaufgabe "Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich" von Bund und Ländern. Sie werden jeweils zur Hälfte vom Bundesbildungsministerium und der Kultusministerkonferenz finanziert.

Dienstag, 11. Dezember 2012

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