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Kreativwirtschaft

Kultur- und Kreativwirtschaft ist Innovationstreiber

Leer stehende Gewerbeflächen werden zu Galerien. Cross-mediales Fernsehen verlängert TV-Shows interaktiv auf das Smart-Phone. Ideen sind der Motor für neue Geschäfte. Die "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" hat auch in diesem Jahr wieder 32 Projekte ausgezeichnet.

GRAFT-Architekten, Berlin 2010,Architekt,Selbständig,Föderung,Existenzgründung,Fördermittel,Selbständigkeit,Kleines Unternehmen,Architektenbüro,Eigene Firma, ExistenzgründerKreativwirtschaft Kreative Unternehmer sind Impulsgeber Foto: Burkhard Peter

Die 32 "Kultur- und Kreativpiloten" sind bei der Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ernannt worden. Ziel der Konferenz unter dem Motto "Innovationen, die begeistern" ist es, die Trends der Kultur- und Kreativbranche aufzuzeigen. Die Prognos AG und das Fraunhofer-Institut Karlsruhe streichen in einer Studie das hohe Innovationspotenzial der Branche heraus: Nicht nur für sich selbst sei die Branche hoch innovativ, sondern sie fungiere auch als Katalysator für Innovationen und wissensbasiertes Wachstum in zahlreichen anderen Wirtschaftsfeldern.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann: "Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist angesichts ihrer Größe von 240.000 Unternehmen und einer Millionen Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine herausragende Zukunftsbranche, von deren Impulsen und Innovationspotenzial die gesamte Gesellschaft profitiert. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit moderner Volkswirtschaften hat immer auch eine kulturelle Dimension, deren Bedeutung wir nicht unterschätzen dürfen.

Durch Vernetzung und Vermittlung von Knowhow werden Wirtschaft und Kultur zusammengebracht und die Produzenten künstlerischer und kultureller Werke bei der Vermarktung gestärkt. Dabei geht es nicht nur um eine Kommerzialisierung kreativer Arbeit, sondern insbesondere darum, dass Künstler und Kreative von ihrer Arbeit leben können."

Die Gewinner der  Auszeichnung "Kultur- und Kreativpiloten" erhalten ein Jahr betriebswirtschaftliche Unterstützung und werden bei der Vernetzung in der Branche gefördert.

Kultur- und Kreativpiloten 2012: Drei Beispiele

  • Verkaufe ein Bild, das keiner kennt! Vermiete einen Raum, von dessen Existenz keiner weiß! Für die Kreativagentur "galerie module GbR" ist das kein Problem. Denn Verena Andreas und Torsten Rommel vermitteln Räume an Kunstschaffende und Kunstschaffende an Räume. Durch temporäre Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen verwandeln sie die Leerstände in Erlebnisräume. Hierdurch werden potenzielle Kunden sowohl für die Kunstwerke als auch für die neu belebten Immobilien angezogen. Das Konzept wollen sie jetzt auf einer online-gestützten Immobilienbörse platzieren, auf der Immobilienangebote speziell für die Kreativwirtschaft präsentiert werden.

  • Eine Explosion im Chemieunterricht katapultiert den elfjährigen Dimi in eine Welt, in der die chemischen Elemente als Monster leben: die Elemonsters. Seine Ankunft löst dort heftige Reaktionen aus. Elemonsters ist eine Abenteuerwelt, die Kinder auf spielerische Weise für die Chemie begeistern soll. Hier können Monster wie Oxy und Hydro zum Beispiel Wasser erzeugen. Diese Fähigkeit nutzen sie zum Kämpfen oder einfach nur zum Spaß. Andreas Dihm, der unter anderem als Dozent für Animation tätig ist, hat sich diese Welt ausgedacht. Seit drei Jahren arbeitet er am Konzept. Jetzt sollen die Elemonsters als Fernsehserie, Computerspiel oder Sammelkarten vermarktet werden.

  •  Was als gemeinsame Diplomarbeit von Thomas Grandoch und Marc Holtbecker begann, soll jetzt als Start-up unter dem Namen storyfeed das Fernsehen revolutionieren. Hierzu haben die beiden Gründer zusammen mit zwei Programmierern eine Technologie für crossmediales Storytelling entwickelt. Storyfeed ist ein Service, mit dem TV-Shows auf den Smartphone- oder Tablet-Bildschirm verlängert werden können. Auf diesem Second-Screen, den man selbst steuern kann, wird zum Beispiel eine andere Kameraperspektive gezeigt, so dass der Zuschauer einer Daily Soap erfährt, was zeitgleich im Nebenraum passiert. Bei der Quizshow "Wer wird Millionär?" kann der Zuschauer eigene Punkte beim Mitspielen sammeln.

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft

In der Wissensgesellschaft kommt der Kultur- und Kreativwirtschaft eine immer wichtigere Rolle zu. Mit 244.00 Unternehmen, knapp einer Million Erwerbstätigen und über 143 Milliarden Euro Umsatz ist sie eine der wichtigsten Wirtschaftsbranchen in Deutschland. Um ihre Bedeutung sichtbarer zu machen und Wachstum und Beschäftigung zu fördern, haben das Bundeswirtschaftsministerium und der Kulturstaatsminister 2007 die "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gegründet". Ziel sind bessere Rahmenbedingungen für kreative Produkte und Dienstleistungen, neuartige Formen der Arbeitsgestaltung, soziale Innovationen sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Durch stärkere interne Vernetzung sowie die Kopplung mit klassischen Industrien soll die Kultur- und Kreativwirtschaft attraktiver und sichtbarer gemacht werden. So werden beispielswiese in Regionalbüros individuelle Orientierungsberatungen, Sprechtage und Möglichkeiten zur regionalen Vernetzung angeboten. Ein Kompetenzzentrum sorgt für die Dachkommunikation.

Freitag, 14. Dezember 2012

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