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Nationales Kulturerbe

Kulturschatz auf Notenpapier

Die "Diabelli-Variationen" sind das letzte große Klavierwerk Ludwig van Beethovens. Dem Bonner Beethovenhaus ist es jetzt gelungen, die Originalhandschrift zu erwerben. Der Bund hat dabei geholfen.

Originalhandschrift der Diabelli-Variationen op. 120 von Ludwig van Beethoven.Ende der 13. und Anfang der 14. Variation. Hier hat der Komponist mit Siegellack drei Blätter übereinander geklebt. Originalhandschrift der Diabelli-Variationen Foto: Beethovenhaus Bonn

Im Jahr 1819 unterbreitete der Wiener Verleger Anton Diabelli den bekanntesten Komponisten seiner Zeit ein besonderes Angebot: Sie sollten je eine Variation eines von ihm geschriebenen Walzers komponieren. Nach anfänglicher Ablehnung nahm auch Beethoven diese Herausforderung an. Er präsentierte 1823 allerdings nicht nur eine, sondern gleich 33 Variationen.

Die musikalische Bedeutung der Diabelli-Variationen war schon zu Beethovens Zeit unumstritten. Heute gelten sie neben Johann Sebastian Bachs "Goldberg-Variationen" als das bedeutendste Variationen-Werk für Klavier.  

Einzigartige Originalhandschrift

Beethoven hat seine "33 Veränderungen über einen Walzer von A. Diabelli" - so der originale Titel - auf 42 Notenblättern mit 81 Seiten festgehalten. Die Noten wirken rasch und konzentriert geschrieben, an einigen Stellen sind sie korrigiert und mit Anmerkungen versehen.   

Gerade solche originale Notierungen sind es, die das Studium der Manuskripte so ergiebig machen. Sie vermitteln die ursprünglichen Vorstellungen ihrer Schöpfer weitaus besser als jede nachträglich gedruckte Urtextausgabe.

Viele haben geholfen

"An den vielen Korrekturen sehen wir, welchen Mühen sich Beethoven bis zur Fertigstellung unterzogen hat, und selbst das Papier und die Tinte sind kostbare Zeugnisse einer Vergangenheit, die unsere Gegenwart als Kulturnation bis heute prägt." Darum sei die Bewahrung national wertvollen Kulturgutes eine Aufgabe, die uns alle betrifft, erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Übergabe des Manuskripts im Bonner Beethovenhaus.

Neben dem Bund, haben auch das Land Nordrhein-Westfalen, die Kulturstiftung der Länder sowie zahlreiche private Spender den Ankauf aus Privatbesitz möglich gemacht. Dies sei ein ermutigendes Zeichen für die Kultur in Deutschland, gerade auch in Zeiten der wirtschafts- und Finanzkrise, freute sich Neumann.

Größte Beethoven-Sammlung weltweit

Im Bonner Beethoven-Haus ist die Originalhandschrift nun am richtigen Ort. Das Geburtshaus Ludwig van Beethovens beherbergt die größte Beethoven-Sammlung weltweit: Instrumente, Porträts, Möbel und über tausend Handschriften, darunter Skizzen, Briefe sowie zahlreiche Kompositionen. Auch zu den Diabelli-Variationen verzeichnet der Katalog bereits einige Nummern, darunter zwei Skizzenbücher und eine Notenabschrift.

Zum Beethoven-Haus gehören außerdem ein Forschungszentrum, der Kammermusiksaal und ein Verlag. Das Beethoven-Haus wird aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers mit jährlich 510.000 Euro gefördert.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

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