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Freitag, 29. Oktober 2010

Kulturstaatsminister Bernd Neumann in „politik und kultur“ zum Reformationsjubiläum 2017

von:
Bernd Neumann
Quelle:
in "politik und kultur"

Der Bund ist an der Vorbereitung für das im Jahr 2017 stattfindende Jubiläum „500 Jahre Reformation“ maßgeblich beteiligt und hat dafür fünf Millionen Euro in den Regierungsentwurf 2011 neu eingestellt und dies auch für die Folgejahre vorgesehen. Mit diesen zusätzlichen Mitteln sollen bereits im Vorfeld Orte und Stätten der Reformation gefördert und besondere Projekte ermöglicht werden.

Der Namensbeitrag im Wortlaut:

Mit dem Thesenanschlag Luthers und der dadurch ausgelösten Reformation verbindet sich eine Vielzahl von kirchlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen. Das Reformationsjubiläum 2017 birgt daher ein immenses historisches, kulturtouristisches und damit auch wirtschaftliches Potential. Für Deutschland bietet sich einmal mehr die Gelegenheit, sich als Land mit einer reichen und vielfältigen kulturellen Tradition zu präsentieren.

Dies sind Gründe der Bundesregierung, ihr schon seit Jahren bestehendes Engagement für die reformationsgeschichtlichen Gedenkstätten – darunter sind zahlreiche UNESCO-Welterbestätten – zu stärken und die Länder bei der Sanierung zentraler Stätten und Orte, die in einem unmittelbaren Bezug zur Reformation stehen, noch mehr als bisher zu unterstützen.

Im Jubiläumsjahr wird diesen authentischen Lutherorten eine besondere Bedeutung zukommen, gerade auch im Hinblick auf die Vielzahl von Besuchern, die aus dem Ausland erwartet werden. Hierfür sollen diese Orte nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sie müssen auch ertüchtigt werden, um im Jubiläumsjahr den an sie gestellten Erwartungen gerecht zu werden. Daher sind jetzt die Weichen zu stellen, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur bis zum Jahr 2017 abschließen zu können.

Es werden dann 500 Jahre vergangenen sein, seitdem Martin Luther den Anstoß zur Reformation und in deren Folge zu umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen gegeben hat, die er selbst nur zum Teil beabsichtigte und vorhersah. Auf vieles, was durch die Reformation angestoßen wurde, können wir mit Recht stolz sein. Ihr folgte ein enormer Bildungsschub. Die Wissenschaften und insbesondere die Literatur wurden durch Luthers Formung der deutschen Schriftsprache entscheidend geprägt.

Es werden auch 500 Jahre sein, in denen Martin Luther immer wieder dem jeweiligen Zeitgeist und der vorherrschenden politischen Auffassung entsprechend instrumentalisiert wurde. Es kann also nicht darum gehen, im Jahr 2017 eine weitere, vermeintlich abschließende Interpretation des Geschehens und seiner Wirkungen zu präsentieren. Vielmehr erhoffe ich mir eine intensive und vielfältige Auseinandersetzung mit unseren historischen und kulturellen Wurzeln.

Die Bundesregierung wird neben den Ländern, Kommunen und Kirchen daran mitwirken, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein würdiges Jubiläum und einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu schaffen.

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