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Sicherheit

Luftfrachtsicherheit erfordert europäische Lösung

Nach den verhinderten Terroranschlägen mit Luftfrachtpaketen hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière für eine gesamteuropäische Sicherheitslösung ausgesprochen. Nationale Alleingänge seien wenig sinnvoll. 

Gemeinsam gelte es nun, die Zuverlässigkeit der Drittstaaten und deren Kontrolle zu überprüfen , sagte der Minister am Montagabend im Paketumschlagzentrum des Flughafens Köln/Bonn.

"Das System ist so, dass man sich auf den sicheren Abflughafen verlässt“, erklärte de Maizière. Jedes Paket, das von Deutschland in andere Länder geht,  werde hierzulande geröntgt. Als Umschlagplatz großer Mengen Pakete aus dem Ausland in alle Welt könne Deutschland jedoch unmöglich alle Sendungen kontrollieren, die nur vorübergehend ins Land kommen. Die Europäische Union müsse das Thema gemeinsam angehen.

Deutschland nicht direktes Ziel

Nach dem Fund von zwei Sprengsätzen in Luftpostpaketen aus dem Jemen hatte die Bundesregierung bereits am Wochenende sämtliche Luftfracht aus dem Land gestoppt.

Obwohl eines der Flugzeuge in Köln zwischengelandet war, hätten sich die verhinderten Terrorattacken per Luftpost nicht direkt gegen Deutschland gerichtet, erklärte der Bundesinnenminister gegenüber "Bild am Sonntag". Bei Luftfracht sei der Transportweg nicht von vornherein klar. In dem konkreten Fall mit dem Ziel USA hätte auch eine andere Route gewählt werden können. "Es spricht daher viel dafür, dass Deutschland hier nicht Anschlagsziel war", so de Maizière.

Entwarnung für Deutschland will der Minister derzeit aber noch nicht geben. "Deutschland ist genauso im Fokus wie andere auch. Auch wenn wir keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele in Deutschland haben", so der Innenminister.

Konsequenzen für Luftfrachtkontrollen

Bislang gab es in der Luftfracht im Vergleich zum Personenverkehr vergleichsweise wenig Kontrollen. "Das ist offenbar jetzt erkannt und ausgenutzt worden. Das muss Konsequenzen haben für den Frachtflugverkehr", forderte de Maizière.

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, die Bundesregierung prüfe bereits eine Verschärfung bei der Kontrolle von Luftfracht. Dazu ist ein Arbeitsstab von Auswärtigem Amt, Verkehrs- und Innenministerium sowie mit Fachleuten der Sicherheitsbehörden eingerichtet worden.

Außerdem werde derzeit ein Verbot von Frachtlieferungen nicht nur aus dem Jemen, sondern auch aus anderen Ländern geprüft, erläuterte der Regierungssprecher. Auch hier strebt die Bundesregierung ein EU-weites Vorgehen an, in Zusammenarbeit mit den USA.

Dienstag, 2. November 2010

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