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Energiewende

Masterplan für Stromnetzausbau steht

Die Bundesregierung hat weitere Maßnahmen zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus beschlossen. Kernstück ist der Bundesbedarfsplan, der alle notwendigen Modernisierungsmaßnahmen der nächsten zehn Jahre enthält.

Stromleitung und Strommasten Der Netzausbau kommt voran Foto: Burkard Peter

In Deutschland ändert sich die Struktur der Stromerzeugung in den nächsten Jahren erheblich. Der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien, die schrittweise Abschaltung der verbleibenden Kernkraftwerke und der Bau konventioneller Kraftwerke an neuen Standorten machen es nötig, Strom über weite Strecken zu transportieren.

Insbesondere der im Norden Deutschlands erzeugte Strom aus Windenergieanlagen und neuen konventionellen Kraftwerken muss zu den Verbrauchsschwerpunkten im Süden und Westen Deutschlands geleitet werden.

Bundesbedarfsplan sichert Stromübertragung

Vor diesem Hintergrund schreibt der nun vom Kabinett verabschiedete Bundesbedarfsplan 36 Vorhaben fest, die energiewirtschaftlich notwendig und besonders vordringlich sind. Der Plan baut auf dem zehnjährigen Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber auf. Dieser sieht auf 2.800 Kilometern Länge neue Trassen vor. 2.900 Kilometer der bestehenden Leitungen sind weiter zu verbessern und zu verstärken.

Die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Vorhaben des Bundesbedarfsplans sollen schneller als üblich durchgeführt werden. Deswegen wird das Bundesverwaltungsgericht die Instanz für Klagen gegen die Vorhaben sein. Der Kostenrahmen liegt geschätzt bei zehn Milliarden Euro - ohne die eventuellen Mehrkosten für Erdkabel.

Nächster Schritt: Trassenverlauf

Der Bundesbedarfsplan legt die Anfangs- und Endpunkte der Stromtrassen fest. Im weiteren Verfahren werden die Trassenkorridore und anschließend der genaue Verlauf der Leitungen ermittelt.

Besondere Beachtung finden außerdem Pilotprojekte für neuartige Übertragungsleitungen. Damit sollen Erfahrungen mit neuen Technologien und deren Wirkungen auf die Umwelt gesammelt werden, bevor über ihren großflächigen Einsatz entschieden wird. Geplant ist beispielsweise der Einsatz von Hochtemperaturleiterseilen und Vorhaben, die eine verlustarme Übertragung hoher Leistungen über große Entfernungen versprechen.

Pilotprojekt mit Erdkabeln

Zwei dieser Pilotprojekte können auf bestimmten Teilabschnitten als Erdkabel errichtet werden. Um die Mehrkosten und den erhöhten Flächenbedarf zu begrenzen, die beim Einsatz von Erdkabeln entstehen, ist die Verlegung nur auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten sinnvoll.

Zudem soll eine Lösung zu Fragen des angemessenen Ausgleichs für Grundeigentümer gefunden werden, um die notwendige Akzeptanz für den Leitungsbau zu erhöhen.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

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