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Max-Planck-Forschungspreis 2009 für Gedächtnisforscher

Der Max-Planck-Forschungspreis 2009 geht an die deutsche Anglistin Aleida Assmann sowie an den amerikanischen Philologen und Humboldt-Forschungspreisträger Karl Galinsky. Sie werden ausgezeichnet für ihre Forschung auf dem Gebiet Gedächtnisgeschichte.

Eine Passantin betrachtet auf dem Berliner Alexanderplatz eine Open-Air-Ausstellung zur "riedlichen Revolution" im Jahr 1989 Geschichte: Gesellschaften haben ein kollektives Gedächtnis Foto: picture-alliance/dpa

Aleida Assmann und Karl Galinsky erhalten insgesamt jeweils 750.000 Euro Preisgeld. Verliehen wurde der Preis heute an der Universität Bonn.

Preisträgerin Aleida Assmann

Aleida Assmann ist Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie gilt als Pionierin der Gedächtnisgeschichte. Mit ihrer Forschung steht sie für eine interdisziplinäre Verknüpfung der Geschichtswissenschaft mit Fächern wie der Psychologie, der Neurobiologie und der Literaturwissenschaft.

Assmann ist eine der prominentesten Literaturwissenschaftlerinnen weltweit. Ihre Arbeiten sind auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Mit ihnen gibt die Autorin gesellschaftliche Impulse zu den Debatten über die Erinnerung an den Holocaust oder über die Schaffung einer europäischen Erinnerungskultur.

Mit dem Preisgeld wird Assmann ihre Forschung zur europäischen Gedächtnisgeschichte vertiefen. Und sie will das internationale Netzwerk der Universität Konstanz in der Gedächtnisforschung ausbauen.

Preisträger Karl Galinsky

Karl Galinsky ist Professor für Klassische Philologie an der University of Texas in Austin, USA. Er gilt als einer der vielseitigsten und innovativsten Köpfe auf dem Gebiet der Kulturforschung. Sein Fachgebiet verknüpft er mit  Gebieten wie die Latinistik oder die Kunst- und Sozialgeschichte mit der Religions- und Altertumswissenschaft.

So stellte Galinsky viel beachtete Verbindungen her zwischen der Antike und ihrer Rezeption in der modernen Kultur. Auch die Architektur und Themen wie Politikverdrossenheit oder Multikulturalität gehören zu seinem Spektrum.

Mit den Mitteln des Preises will Galinsky am Seminar für Klassische Philologie der Ruhr-Universität Bochum auf dem Gebiet der interdisziplinären Gedächtnisforschung sowie der Religionsgeschichte arbeiten. Auch plant er, eine Forschungsgruppe mit Nachwuchswissenschaftlern aufzubauen.

Galinsky war 1993 bereits mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden und kooperierte als Preisträger mit Kollegen in Berlin und Mainz.

Exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Nationen können für den Max-Planck-Forschungspreis nominiert werden. Im Rahmen von internationalen Kooperationen müssen von ihnen – auch mit Hilfe des Preises – weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen zu erwarten sein.

Im jährlichen Wechsel wird der Max-Planck- Forschungspreis jeweils in einem Teilgebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften oder der Geisteswissenschaften ausgeschrieben. Die Auswahl der Fachgebiete treffen die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam. Die Mittel für dieses Programm stellt das Bundesforschungsministerium der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung zur Verfügung.

Der Max-Planck-Forschungspreis wird seit 1990 vergeben. Im Jahr 2004 wurde er angesichts des internationalen Wettbewerbs, des nationalen Förderspektrums in Deutschland sowie der Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union neu gestaltet. Anstatt bis dahin zwölf Preisträger bzw. Preisträgerinnen werden seitdem nur noch zwei ausgezeichnet. Um die Forschungs- und Kooperationsmöglichkeiten der Preisträger zu verbessern, wurde der Preis auf 750.000 Euro angehoben.

Dienstag, 20. Oktober 2009

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