Navigation und Service

Inhalt

Entwicklungspolitik

Medienpreis Entwicklungspolitik 2009

"Ihre Arbeit eröffnet uns Einblicke in die Zusammenhänge, die unsere globalisierte Welt prägen und die Lösungen, die wir gemeinsam finden können." So würdigte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel die Preisträgerinnen und Preisträger des Medienpreises Entwicklungspolitik 2009.

Afrikanische Kinderhände liegen auf den Händen einer weißen Entwicklungshelferin Medien schärfen Blick für die "Eine Welt". Foto: Philipp Ziser

Niebel dankte den Geehrten für ihr außerordentliches Engagement und betonte die wichtige Rolle der Medien für entwicklungspolitische Themen. Ausgezeichnet wurden sieben Journalistinnen und Journalisten aus Print, TV und Hörfunk. Bewertet wurden ihre herausragenden Beiträge von einer unabhängigen Jury.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Hauptpreise im Einzelnen:

Kategorie Print

Michael Netzhammer für "So kocht die Welt“. Sein Artikel erschien im Wirtschaftsmagazin "Brand Eins". Er behandelt ein von Politik und Öffentlichkeit wenig beachtetes Thema: die Gesundheitsgefährdung von Frauen beim Kochen an traditionellen Feuerstellen. Jährlich sterben aufgrund der inhalierten Schadstoffe ebenso viele Frauen wie an Malaria.

Tobias Schwabs für seinen Artikel „Was Moses von der Milch bleibt“, erschienen in der "Frankfurter Rundschau“. Darin berichtet der Autor über die Not ugandischer Milchbauern, deren Produkte wegen zu Dumpingpreisen aus Europa importierter Ware kaum noch bestehen können.

Navid Kemani erhielt einen Anerkennungspreis für "An Bord sind Maria und Josef", erschienen in „Die Zeit“. Der Bericht handelt vom Schicksal der Flüchtlinge, die an der italienischen Insel Lampedusa ankommen.

Kategorie Fernsehen

Hartmut Idzko erhielt den Preis für seinen Film „Mit der Bambusbahn durch Kambodscha“, ausgestrahtl im WDR-Fernsehen. Der 40-minütige Film erzählt kleine Geschichten rund um eine selbstgebaute Bambusbahn, die Menschen zum Markt oder Kranke ins Krankenhaus bringt. Wie nebenbei wird gezeigt, wie wichtig Infrastruktur für Entwicklung ist.

Renate Werner für „Kein Brot für Öl“. Ihr WDR-Beitrag handelt von den Gewinnern und Verlierern der Erzeugung von Biosprit am Beispiel von Palmplantagen in Kolumbien.

Kategorie Hörfunk

Hier war Achim Nuhr erfolgreich. Er wurde für seine Reportage „Mädchen, 5 Jahre, 7 Kilo -  Hunger im Wirtschaftswunderland Indien“ ausgezeichnet, die im WDR-Fernsehen gezeigt wurde. Der Beitrag thematisiert Unterernährung in Indien und kritisiert das mangelhafte Engagement der indischen Regierung.

Thomas Kruchem erhielt den Medienpreis für seinen Beitrag „Tödliche Geburt“, gesendet auf „Bayern 2“. Er handelt von der hohen Sterberate von Frauen durch schwere Geburten und die bei uns kaum bekannte Krankheit der Scheiden- oder Darmfistel. Diese Fistel führt zu dauerhafter Inkontinenz und dazu, dass über zwei Millionen Frauen ausgegrenzt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Der vom Bundespräsidenten und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgeschriebene Medienpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr zum 34. Mal verliehen. Der Preis zeichnet journalistische Beiträge aus, die durch außergewöhnliche Qualität das öffentliche Bewusstsein für die Entwicklungspolitik schärfen.

Entwicklungspolitische Themen in der Berichterstattung

Gruppenbild Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel mit den Gewinnern des Medienpreises zur Entwicklungspolitik 2009 Bild vergrößern Bundesentwicklungsminister Niebel mit den Preisträgern. Foto: BMZ/Thomas Eck

Viele Menschen können sich kaum ein Bild davon machen, was es für den Großteil der Menschheit bedeutet, täglich in Armut, Ungerechtigkeit oder Diskriminierung zu leben. Auch deshalb sind Berichte über entwicklungspolitische Themen so wichtig. Sie erzeugen Akzeptanz und Verständnis und schärfen den Blick für die „Eine Welt“, auch für die Vielfalt der Kulturen.

Damit auch Laien die Zusammenhänge verstehen und die Themen die Herzen der Menschen erreichen, braucht es engagierte Journalistinnen und Journalisten. Mit ihren Berichten über persönliche Schicksale, über Rückschläge und Erfolge, über Resignation und Mut angesichts dieser schwierigen Lebensverhältnisse öffnen sie Horizonte. Im Idealfall rufen sie sogar neues Engagement hervor.

Der Medienpreis Entwicklungspolitik will auch deutlich machen: Es darf uns nicht gleichgültig sein, was in den Ländern Afrikas, in Lateinamerika oder in Asien passiert. Es liegt in unserem eigenen Interesse, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Denn die "Erste" und die "Dritte Welt" sind stärker voneinander abhängig als je zuvor. Aktuell wird das etwa bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen deutlich.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Seitenübersicht

Beiträge