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Montag, 15. November 2010

Namensbeitrag von Staatsminister Bernd Neumann in "ParisBerlin" zur deutsch-französischen Kulturzusammenarbeit

von:
Bernd Neumann
Quelle:
in "ParisBerlin"

In seinem Namensbeitrag greift Kulturstaatsminister Bernd Neumann unter anderem die Themen „Agenda 2020“ und den deutsch-französischen Literaturpreis "Franz-Hessel-Preis" auf.

Der Namensbeitrag im Wortlaut:
 

Kultur und kultureller Dialog haben in Europa eine herausragende Bedeutung und besitzen eine nachhaltige Integrationskraft. Die Kultur verstärkt das Verständnis füreinander und verbindet die Mitgliedstaaten in ihrer Vielfalt von Kultur und Geschichte. Gerade für das deutsch-französische Verhältnis gilt: Ohne den kulturellen Dialog zwischen Frankreich und Deutschland wäre die Verständigung – nicht nur der Regierungen sondern auch der Zivilgesellschaften in beiden Ländern – nicht möglich gewesen. Dies trifft  sowohl auf die ersten mutigen Schritte von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer zu, die damals einem politischen Wunder glichen, als auch auf die weitere erfolgreiche Arbeit der französischen und deutschen Regierungen sowie auf gemeinsame Initiativen und Einrichtungen wie den deutsch-französischen Jugendaustausch.

Es ist der kulturelle Dialog, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Aussöhnung erst möglich gemacht hat und der nun die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern weiter festigt. Es ist daher nur folgerichtig, dass mein französischer Amtskollege Mitterrand und ich beim letzten deutsch-französischen Ministerrat im Februar 2010 im Rahmen der sogenannten „Agenda 2020“  beschlossen haben, uns auch innerhalb der EU noch mehr für die Stärkung des kulturellen und künstlerischen Austausches zwischen Deutschland und Frankreich einzusetzen.

Als ein Beitrag für die Festigung eines gemeinsamen deutsch-französischen Kulturraumes in Europa wird in diesem Jahr erstmals der deutsch-französische Literaturpreis „Franz Hessel-Preis“ verliehen. Sein Ziel  ist die Vertiefung des literarischen Dialogs zwischen Deutschland und Frankreich sowie die Förderung einer verbesserten Rezeption zeitgenössischer Nachwuchsautorinnen und -autoren, die im Nachbarland noch nicht bekannt und in der Regel auch noch nicht übersetzt sind. Der Preis soll an zwei Autoren und Autorinnen jeweils im Wechsel in Deutschland und Frankreich verliehen werden. Er wird gemeinsam von der Villa Gillet in Lyon und der Stiftung Genshagen ausgerichtet und von einer zehnköpfigen deutsch-französischen Jury zuerkannt. Mein Ministerium und das Ministère de la Culture et de la Communication fördern den Preis, er steht unter unserer gemeinsamen Schirmherrschaft und wird von Kulturminister Mitterrand und mir im Dezember verliehen.

In der  Agenda 2020 ist auch die weitere Unterstützung von ARTE festgelegt worden. Die Gründung des gemeinsamen Kultursenders ARTE unter maßgeblicher Mitwirkung von Bundeskanzler Kohl und Staatspräsident Mitterrand vor fast genau 20 Jahren war ein Meilenstein in den deutsch-französischen Beziehungen. Der Gründungsvertrag zwischen den elf alten Bundesländern und der Republik Frankreich wurde am Vorabend der deutschen Einheit am 2. Oktober 1990 unterschrieben. Seitdem besticht diese einmalige deutsch-französische Einrichtung durch anspruchsvolle Programminhalte, die zu großen Teilen auf deutsch-französische und europäische Themen zugeschnitten sind und den kulturellen Dialog zwischen unseren beiden Staaten und in ganz Europa enorm fördern.

Ich bin glücklich, dass wir auf unserem Weg, den deutsch-französischen und europäischen kulturellen Dialog auf allen Ebenen auszubauen, schon weit gekommen sind. Und ich leiste gerne meinen Beitrag, diesen Weg konsequent weiterzuentwickeln. 

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