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UN-Klimakonferenz

Neue Dynamik für den Klimaschutz

Die Weltgemeinschaft macht einen neuen Anlauf für den Klimaschutz. 193 Staaten einigten sich im mexikanischen Cancún auf einen besseren Waldschutz und finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer. Auch bei der umstrittenen Frage der Kontrolle der nationalen Klimaschutzmaßnahmen hat es Fortschritte gegeben.

Eine Satellitenaufnahme der Erde zeigt den Verbleib der Ozonschicht über der Arktis Verständigung auf ein umfassendes Maßnahmenpaket Foto: picture-alliance / dpa

Die Einigung, der alle Vertragsstaaten des UN-Klimasekretariats mit Ausnahme von Bolivien zustimmten, wurde in einem Beschluss (Cancún Agreement) zusammengefasst.

Die Bundesregierung sieht in diesem Abschluss einen großen Erfolg, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert: "Es ist gut, dass sich die internationale Gemeinschaft im Cancún fähig zur Gemeinsamkeit gezeigt hat. Es ist gut, dass sie deutlich den Willen gezeigt hat, in Bezug auf diese bedeutendste aller globalen Herausforderungen global zu handeln."

Natürlich seien in Cancún keine Klimaschutzprobleme gelöst worden, so Seibert weiter. Aber dass zum ersten Mal alle Länder ihren Willen erklärt hätten, die Erwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen, und dass sie Klimaschutzfonds in dreistelliger Milliardenhöhe beschlossen hätten, sei als großer Erfolg zu werten, betonte der Regierungssprecher. 

Grundsätze

Erstmals bekennen sich die Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad. Dazu gehören auch die USA und China, die zusammen vierzig Prozent des Kohlendioxidausstoßes verursachen. Die Vereinbarung von Cancun hält fest, dass die Erderwärmung „sehr wahrscheinlich“ vom Menschen verursacht ist.

Die Staaten haben zudem festgehalten, gegebenenfalls die Begrenzung der Erderwärmung sogar auf 1,5 Grad zu korrigieren. In den Jahren 2013 bis 2015 soll eine Revision der bis dahin geltenden Ziele erfolgen.

Reduktionsziele

In Cancún sind keine verbindlichen Minderungsziele festgelegt worden. Verlangt wird zwar eine substanzielle Verringerung der weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050. Die nächste Klimakonferenz Ende 2011 im südafrikanischen Durban soll dieses Ziel aber noch konkretisieren. 

Die vorgelegten nationalen Minderungsziele sind alle bislang freiwillig. Sie werden in einer gesonderten Liste erfasst. Auch Schwellen- und Entwicklungsländer sollen freiwillig nationale Beiträge zur Emissionsminderung leisten und das UN-Klimasekretariat  darüber informieren.

Für die Staaten, die im Kyoto-Protokoll berücksichtigt sind -die Industriestaaten außer die USA- werden ehrgeizige Reduktionsziele formuliert: Sie sollen insgesamt bis 2020 ihre CO2-Emissionen um 25 bis 40 Prozent unter den Stand von 1990 absenken. Eine zweite Verpflichtungsperiode des Protokolls wird erwähnt. Eine Entscheidung soll jedoch darüber erst später fallen, allerdings so, dass nach dem Auslaufen der ersten Periode 2012 keine Lücke entsteht.

Unterstützung für Entwicklungsländer


Der Klimawandel trifft die armen Länder des Südens besonders hart. Deswegen sollen die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel und auch beim Klimaschutz finanziell unterstützt werden. Dazu  wird ein Klimafonds ("Green Climate Fund")  errichtet. Die Verwaltung übernimmt zunächst die Weltbank. In den Fonds sollen ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar fließen, sowohl aus öffentlichen Geldern als auch aus privaten und sonstigen Quellen. Das vor einem Jahr in Kopenhagen unterbreitete Angebot von Industriestaaten, 30 Milliarden Dollar als Soforthilfe bis 2012 zur Verfügung zu stellen, wird zur Kenntnis genommen.

Zudem wurde eine neue Institution geschaffen, die die Bedürfnisse feststellt und Anpassungsstrategien koordiniert: "Cancún Adaptation Framework". 

Auch der Transfer von Umwelttechnologie soll den Klimaschutz in Entwicklungsländern fördern.  

Waldschutz

Unterstützung sollen die Entwicklungsländer auch beim Waldschutz erhalten. In Cancún wurde der Grundstein für ein neues Waldabkommen gelegt. Die Abholzung tropischer Wälder soll gestoppt werden. Dafür erhalten die betroffenen Länder einen Ausgleich.

Wie geht es weiter?

Die nächste UN-Klimakonferenz ist vom 28. November bis 9. Dezember 2011 im südafrikanischen Durban geplant. Dort soll das Ziel deutlicher Minderung der weltweiten Emissionen, das in Cancún unbestimmt geblieben ist, festgelegt werden.  

Große Bedeutung für den Klimaschutz könnte der Weltnachhaltigkeitsgipfel im Mai 2012 im brasilianischen Rio de Janeiro haben. 20 Jahre nach dem ersten Nachhaltigkeitsgipfel am gleichen Ort sollen sich in Rio erneut die Staats- und Regierungschefs der Welt versammeln.

Mit Teilaspekten des Klimaschutzes, besonders dem Waldschutz, befasst sich auch die UN-Biodiversitätskonferenz im Oktober 2012 in Indien.

Montag, 13. Dezember 2010

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