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Sonntag, 10. April 2011

Neumann: Weiter intensiv einmischen

von:
Bernd Neumann
Quelle:
in "Bild am Sonntag"

Im Hinblick auf die Inhaftierung des chinesischen Künstler Ai Weiwei dringt Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf eine umgehende Freilassung. In einem Gastkommentar für die "Bild am Sonntag" fordert er, sich einzumischen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Vor einer Woche wurde der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei in Peking verhaftet. Die chinesische Regierung bleibt dringend aufgefordert, ihn umgehend freizulassen.

Wir müssen uns hier weiter intensiv einmischen, denn die Inhaftierung darf als Akt diktatorischer Willkür keinen Bestand haben. Öffentlicher und internationaler Druck kann hier helfen.

Die Festnahme von Ai Weiwei lässt tief hinter die Maske des chinesischen Systems blicken und konterkariert die Botschaft und den Geist der zurzeit in Peking laufenden deutschen Ausstellung zur „Kunst der Aufklärung“. Gerade sie steht für Toleranz und Freiheit. Es hilft in dieser Situation nicht, diese Ausstellung und die damit verbundene kulturelle Kommunikation jetzt zu beenden. Das Begleitprogramm zu dieser Ausstellung muss nun aber unbedingt als Plattform dafür genutzt werden, sich für die Freiheit der Kunst und der Presse in China zu engagieren und staatliche Übergriffe in aller Deutlichkeit zu missbilligen.

Es ist völlig inakzeptabel, die Inhaftierung des Künstlers als singulären Fall anzusehen und die Notwendigkeit einer öffentlichen Auseinandersetzung zu relativieren. Im Gegenteil – wir müssen eindeutig und mit Nachdruck Flagge zeigen für Demokratie und Rechtstaatlichkeit.

Von: Bernd Neumann in Bild am Sonntag.

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