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Freitag, 5. November 2010

Interview

Ramsauer: Wir brauchen Klarheit

Interview mit:
Peter Ramsauer
Quelle:
in "Berliner Zeitung"

Offene Fragen hinsichtlich der Flugrouten des Flughafens Berlin-Brandenburg-International müssten schnell geklärt werden, forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer im Interview. Dabei sollten die ursprünglichen Routen die Basis für die weiteren Arbeiten sein.

Berliner Zeitung (B.Z): Wann gibt es endlich Klarheit, welche Flugrouten künftig zum BBI führen?

Ramsauer: Viele Menschen machen sich Sorgen über Fluglärm. Die Nervosität und den Ärger kann ich gut verstehen. Meine Staatssekretäre und ich sprechen deshalb immer wieder auch mit Bürgerinitiativen und hören uns ihre Probleme an. Das Heft des Handelns liegt jetzt bei der Fluglärmkommission. Hier können die Betroffenen gemeinsam nach der besten Lösung suchen. Offene Fragen müssen schnell geklärt werden. Zum Beispiel: Wann liegt endlich aktuellstes Kartenmaterial vor, auf dessen Basis neue Routenvorschläge erarbeitet werden? Wir brauchen Klarheit.

B.Z: Welche Regionen werden betroffen und welche nicht?

Ramsauer: Bis vor wenigen Wochen schien diese Frage beantwortet. Die Menschen haben sich jedenfalls auf das verlassen, was ihnen Politik und Verwaltung über Jahre hinweg erzählt haben. Bis vor Kurzem hatte der Flughafen BBI noch die geradeaus gehenden Abflugrouten veröffentlicht. Auf dieser Grundlage haben dann viele Bürger Grundstücke erworben und Häuser gebaut. Deshalb lautet mein Appell: Die ursprünglichen Routen müssen die Basis aller weiteren Arbeiten sein. Ich stehe für Verlässlichkeit.

B.Z: Wonach werden diese Entscheidungen getroffen?

Ramsauer: Zunächst einmal sollte der BBI prüfen, wie viel Flugbetrieb im Rahmen dieser Routen möglich ist. Und wie viele Flüge in den kommenden Jahren tatsächlich bewältigt werden müssen. Es geht dabei nicht darum, Berlin zu einem Provinzflughafen zu machen. Ich bin allerdings für eine offene Diskussion: Den Bürgern muss klar gesagt werden, ob und warum man gleichzeitige Starts braucht.

B.Z: Und wenn man gleichzeitige Starts tatsächlich braucht?

Ramsauer: Dann muss man sauber abwägen. Die Sicherheit steht für mich an oberster Stelle. Danach kommt der Lärmschutz und erst dann wirtschaftliche Aspekte. Wir wollen am Ende einen wirtschaftlich erfolgreichen Flughafen, aber die Spielräume sind meines Erachtens vorhanden. Die Deutsche Flugsicherung wird die Vorschläge aus der Fluglärmkommission ernst nehmen und ordentlich prüfen. Ich bin mir sicher: Es gibt Alternativen.

B.Z: Wird dann auch der A380 nach Berlin fliegen?

Ramsauer: Das ist Sache der Fluggesellschaften, die Berlin anfliegen. Wenn die technischen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen stimmen, ist Berlin bestimmt ein attraktives Ziel. Deshalb wird der A380 bestimmt einmal zum Bild des Hauptstadtflughafens gehören.

Von Friedemann Weckbach-Mara.

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