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Rede des Staatsministers für Kultur und Medien, Bernd Neumann, anlässlich des Gala-Diners
zum 10-jährigen Jubiläum des Deutsch-Französischen Filmtreffens

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Mittwoch, 28. November 2012
Ort:
Neue Nationalgalerie am Kulturforum in Berlin

"Deutschland und Frankreich unterhalten seit vielen Jahren eine einzigartige, traditionell enge und sich gegenseitig bereichernde Beziehung im Filmgeschäft", so Kulturstaatsminister Bernd Neumann in seiner Rede.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede,
mit dem Abschluss des Elysée-Vertrags, der sich 2013 zum 50. Mal jährt, haben Konrad Adenauer und Charles de Gaulle die deutsch-französische Freundschaft begründet, die insbesondere im Bereich von Kultur und Medien in einer engen Zusammenarbeit ihren Ausdruck findet. Ich habe in den sieben zurückliegenden Jahren meiner Amtszeit freundschaftliche Beziehungen zu allen französischen Kulturministern gepflegt: von Renaud Donnedieu de Vabres, über Christine Albanel bis Frédéric Mitterrand.

Ich bin sicher, liebe Aurélie, dass wir beide dies fortsetzen werden. Sie sind heute zum ersten Mal in unserer Hauptstadt, in Berlin, darüber freue ich mich und heiße Sie besonders herzlich willkommen.

Unsere beiden Länder verbindet seit Jahrhunderten ein reger Austausch von Menschen, Kunstwerken und Ideen. Zum Leitstern der erfolgreichen kulturellen Zusammenarbeit wurde in den letzten Jahrzehnten der Filmbereich. Die bewegten Bilder überbrücken Raum und Zeit, sie bringen uns einander näher als jedes andere Medium – sie sind Emotion pur.

Deutschland und Frankreich unterhalten seit vielen Jahren eine einzigartige, traditionell enge und sich gegenseitig bereichernde Beziehung im Filmgeschäft. Unsere Produzenten, Verleiher und Filmschaffenden sind es, die die deutsch-französische Zusammenarbeit prägen, mit Leben erfüllen und in die Tat umsetzen.

Im Jahre 2000 haben der französische Staatspräsident Jaques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder die Deutsch- Französische Filmakademie ins Leben gerufen. Folgen dieser politischen Initiative waren die deutsch-französische Masterclass – also das heutige „Atelier Ludwigsburg-Paris“–, das erneuerte deutsch-französische Filmabkommen, das Mini-Traité und natürlich auch das Deutsch-Französische Filmtreffen, dessen 10-jähriges Bestehen wir heute feiern.

Auf den Filmtreffen unserer Produzenten werden die Netzwerke vertieft und weiterentwickelt, die Voraussetzung für erfolgreiche Koproduktionen sind. Der Erfolg des Vereins Deutsch-Französisches Filmtreffen lässt sich unter anderem an der Anzahl der Filme, die in den letzten zehn Jahren in deutsch-französischer Koproduktion hergestellt wurden, ablesen: Insgesamt 267 Filme in zwei- oder mehrseitiger Koproduktion!

104 davon waren rein deutsch-französische Koproduktionen ohne Beteiligung eines weiteren Drittlandes – dies sind Zeichen beeindruckender deutsch-französischer Kreativität. Viele erfolgreiche Projekte waren darunter. Dabei denke ich an so prominente Filme wie ´Das Weisse Band´ und ´Amour´ von Michael Haneke, beide unter anderem produziert von Margaret Ménégoz, der ehemaligen Präsidentin des Vereins Deutsch-Französisches Filmtreffen, und Stefan Arndt von X-Filme.

Auch ´Pina´ von Wim Wenders, ´Das Parfum´ von Tom Tykwer, und ´L´ivresse du pouvoir´ von Claude Chabrol sind hier zu nennen. Die erfolgreiche deutsch-französische Koproduktion ´Merry Christmas´ von Christian Carion ist sogar direkt beim Filmtreffen des Jahres 2003 initiiert worden.

Aber nicht nur die gemeinsamen Koproduktionen sind ein Indiz für die enge Filmbeziehung, die zwischen unseren Ländern besteht. Ich freue mich sehr, dass wir auch ein großes wechselseitiges Interesse des deutschen und französischen Publikums an den audiovisuellen Werken des jeweils anderen Landes erkennen können.

Beispiele für große Erfolge deutscher Filme in Frankreich sind: ´Good Bye, Lenin´, ´Das Leben der Anderen´ und ´Der Vorleser´ – alle mit weit mehr als einer Million Zuschauern. Der französische Film ist an deutschen Kinokassen im Vergleich zu Filmen anderer europäischer Länder besonders erfolgreich und genießt eine ausgesprochen privilegierte Stellung im Bewusstsein deutscher Kinogänger.

Immer wieder überrascht das französische Kino mit geistreichen, innovativen und originellen Beiträgen. Der wunderbare Film und Oscarkandidat ´Ziemlich beste Freunde´ – mit inzwischen fast 9 Millionen Besuchern in Deutschland – ist das beste aktuelle Beispiel für den außerordentlichen Erfolg französischen Filmschaffens.

Meine Damen und Herren, die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich des Films ist eine Erfolgsgeschichte. Die jährlich stattfindenden Deutsch-Französischen Filmtreffen haben hier einen entscheidenden Beitrag geleistet. Hierfür danke ich dem Präsidenten des Vereins, Alfred Hürmer, sowie den beiden Vizepräsidenten Yves Marmion und Peter Sehr ganz herzlich. Dank ebenfalls den Organisatoren der Filmtreffen, Unifrance und German Films.

Meine Damen und Herren, die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich sollten wir insbesondere auf europäischer Ebene fortsetzen. So haben meine Kollegin Filippetti und ich uns auf dem EU-Ministerrat Anfang dieser Woche gegenüber der Europäischen Kommission für eine uneingeschränkte Fortsetzung unserer nationalen Filmförderungen im Rahmen der neuen Kinomitteilung eingesetzt. Wir erwarten, dass die Wettbewerbsregelungen den Bedürfnissen der europäischen Filmindustrie angepasst werden und nicht umgekehrt.

Uns allen wünsche ich einen anregenden und schönen Abend.

Mittwoch, 28. November 2012

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