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Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der Eröffnung des Archäologischen Zentrums auf den Museumshöfen

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Mittwoch, 31. Oktober 2012

In seiner Rede wies Kulturstaatsminister Bernd Neumann darauf hin, dass mit dem Archäologischen Zentrum ein weiteres Etappenziel des Masterplans Museumsinsel erreicht wurde.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede,

ich begrüße Sie auch als Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Preußischer Kulturbesitz herzlich zur Eröffnung des Archäologischen Zentrums.

Mit dem heutigen Tag haben wir ein weiteres Etappenziel des Masterplans erreicht, der vor 13 Jahren durch den Stiftungsrat der SPK beschlossen wurde. Dieser Masterplan schreibt eine der schönsten Erfolgsgeschichten im Zuge der deutschen Wiedervereinigung!

Er steht für das Zusammenwachsen der über Jahrzehnte der deutschen Teilung hinweg in Ost- und West-Berlin verstreuten Kulturschätze. Dieser Masterplan ist die Grundlage für den einzigartigen Reichtum der Museumsinsel, des einzigartigen UNESCO-Weltkulturerbes im Herzen unserer Hauptstadt mit jährlich weit über 3 Millionen Besuchern.

Die historisch gewachsene Architekturlandschaft der Museumsinsel zu sichern und gleichzeitig im Sinne eines modernen Museumskomplexes für die Zukunft weiter zu entwickeln ist eine große Aufgabe; sie verlangt Augenmaß und Fingerspitzengefühl, zugleich aber auch Mut und visionäre Kraft.

Wir befinden uns in der glücklichen Situation, im historischen, gewachsenen Umfeld eines innerstädtischen Museumsquartiers noch Platz für Erweiterungsbauten und die Auslagerung von Depots, Werkstätten, Verwaltung und Studieneinrichtungen zu haben.

Schon im Jahr 1999 war vorgesehen, dass bei der Sanierung und baulichen Erweiterung der Museumsinsel die funktionalen Museumsbereiche auf dem Gelände der ehemaligen Alexander-Kaserne untergebracht werden sollen. Daraus ist nun das neue Archäologische Zentrum entstanden, das wir heute eröffnen. Und auch hier wird vereint, was zum Teil noch über die Stadt verstreut untergebracht ist.

Das Bauvorhaben wurde – und das verdient unser aller Lob und Anerkennung – inklusive der Ersteinrichtung für 47 Millionen Euro innerhalb des vorgesehen Kosten- und Terminplans fertiggestellt. So etwas ist mindestens bei der Museumsinsel keine Ausnahme!

Lassen wir die, wirklich in rascher Folge vollendeten Vorhaben einmal Revue passieren: 2001 haben wir die für rund 75 Millionen Euro sanierte Alte Nationalgalerie eröffnet, 2006 folgte das Bode-Museum, dessen Sanierung rund 167 Millionen Euro gekostet hatte. Am 16. Oktober 2009 hat die Bundeskanzlerin das Neue Museum eröffnet, dessen Wiederherstellung mit einer Summe von rund 202 Millionen Euro den Kostenplan noch weit unterschritten hatte.

2010 konnten wir die restaurierten Kolonnaden mit den neu gestalteten Außenflächen der Öffentlichkeit übergeben. Die Bundesregierung hat bislang rund 783 Millionen Euro in die Sanierung der Bauten auf der Insel investiert, und wir sind noch lange nicht fertig.

Die Bauarbeiten am neuen Eingangsgebäude laufen, die umfassende Sanierung des Pergamonmuseums tritt Anfang 2013 mit der Schließung von Ausstellungsbereichen in die entscheidende Phase und wird wohl erst 2027 endgültig abgeschlossen sein. Insgesamt wird der Bund auf der Museumsinsel fast 1,4 Milliarden Euro investieren, wohlgemerkt über drei Jahrzehnte. Hinzu kommt die Generalsanierung der Staatsbibliothek Unter den Linden, derzeit nach dem Humboldt-Forum die größte Kulturbaustelle Deutschlands.

Und weil bei einer so großen Kultureinrichtung wie der SPK der Sanierungsbedarf nicht aufhört, werden wir ab 2014 die Neue Nationalgalerie generalsanieren. In Friedrichshagen entstehen zudem Depots und Archive für Staatlichen Museen, die wir für die Bestände aus Dahlem und aus dem Pergamonmuseum benötigen.

Meine Damen und Herren,
Eckhard Fuhr hat im August in der Tageszeitung DIE WELT festgestellt – ich zitiere, dass sich „die vom Bund gestützte Berliner Museumspolitik der vergangenen 20 Jahre als eine Kette durchschlagender Erfolge darstellt“. Ich erlebe es auch immer wieder im Gespräch mit Parlamentariern, wie groß der Rückhalt und auch die Begeisterung für dieses große Kulturprojekt von wahrhaft nationalen Ausmaßen ist.

Man kann ja auf den Museumshöfen keine Rede halten, ohne daran zu erinnern, dass die benachbarte Fläche für einen zweiten Erweiterungsbau der Museumsinsel vorgehalten wird.
Die Stiftung möchte schon seit den 90er Jahren an dieser Stelle einen Neubau der Gemäldegalerie errichten, der dann – räumlich mit dem Bode-Museum verbunden – eine zusammenhängende Präsentation der Gemälde und Skulpturen ermöglichen soll.

Mit diesem Plan würde die ursprüngliche Museumskonzeption Wilhelm von Bodes wieder zum Leben erweckt. Nun wird die SPK in einer Planungsstudie noch einmal sehr konkret mögliche Standortalternativen eruieren.

Ich bin zuversichtlich, dass die Variantenuntersuchung, die derzeit erstellt wird, eine gute Ausgangsbasis für die Entscheidung geben wird, die wir im Frühjahr treffen werden. Heute sollten wir uns zunächst über das Erreichte freuen, und wir sollten vor allem an eines erinnern: Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in ihrer heutigen Gestalt ist ein Geschenk der Wiedervereinigung, sie ist eine der bedeutendsten Kulturinstitutionen unseres Landes mit weltweiter Anziehungskraft und Ausstrahlung. Mit dem Archäologischen Zentrum setzen wir einen weiteren Baustein für den anhaltenden Erfolg.

Ich danke vor allem dem BBR, den Bauleuten und Handwerkern, dem Architektenteam, den Planern und Projektsteuerern und allen Mitarbeitern, die zum Gelingen beigetragen haben.
Ich wünsche Ihnen, Herr Professor Parzinger, und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz viel Glück und Erfolg mit diesem neuen Haus.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

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