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Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der Festveranstaltung „10 Jahre Kulturstiftung des Bundes“

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Freitag, 22. Juni 2012

In seiner Rede hob Staatsminister Bernd Neumann hervor, dass sich die Kulturstiftung des Bundes nicht nur als Förderer von Kulturprojekten, sondern auch als kreativer Motor und Ideengeber profiliert hat. Aus der heutigen deutschen Kulturlandschaft sei sie nicht mehr wegzudenken.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede,
in meiner Eigenschaft als Stiftungsratsvorsitzender der KSB, der Kulturstiftung des Bundes, begrüße ich Sie herzlich zu diesem 10-jährigen Jubiläum. Besonders willkommen heiße ich den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Professor Dr. Norbert Lammert! Norbert Lammert ist der Stiftung besonders eng verbunden; er begleitet sie von Anfang an im Stiftungsrat und gehört zu deren wichtigsten Inspiratoren. Deshalb freue ich mich auf seine Festrede.

Ich begrüße den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, in seiner „Landeskulturhauptstadt“. Ich freue mich, dass so zahlreich Persönlichkeiten aus Kultur und Politik heute unsere Gäste sind. Ihnen allen sage ich ein herzliches Willkommen!

Sie wissen, dass Frau Bundeskanzlerin leider kurzfristig ihre Teilnahme absagen musste. Sie befindet sich in diesem Augenblick auf einer Reise zu einer wichtigen Konferenz der EU in Rom mit dem französischen Staatspräsidenten sowie dem italienischen und spanischen Ministerpräsidenten. Sie hat mich gebeten, Sie herzlich zu grüßen!

Meine Damen und Herren,
die Kulturstiftung des Bundes stellt einen ganz besonderen Teil unserer Kulturförderung dar. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat sie sich nicht nur als Förderer von Kulturprojekten, sondern auch als kreativer Motor und Ideengeber profiliert. Bei aller Skepsis und aller Kritik aus den Ländern, die ihr bei ihrer Gründung entgegengebracht wurden, ist sie heute aus der deutschen Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken.

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung mit mehr als 250 Millionen Euro rund 2.000 Projekte gefördert. Mit den 35 Millionen Euro, die sie jährlich aus meinem Etat erhält, werden innovative Kulturprojekte gefördert – viele davon mit internationaler Beteiligung und überregionaler Ausstrahlung. Damit bekennt sich die Bundesregierung zur Bedeutung der zeitgenössischen Kunst für unsere Gesellschaft, die mehr ist als nur ein ästhetisches Phänomen, sondern vielmehr ein Zugang zur Welt.

Und damit meine ich die gesamte Breite zeitgenössischen Kunstschaffens, von der Bildenden Kunst, über die Darstellenden Künste bis zur Musik und Literatur. Ich nenne nur solche herausragenden Leuchttürme wie die documenta, die gerade zum 13. Mal in Kassel stattfindet, das Berliner Theatertreffen, die Donaueschinger Musiktage oder das Ensemble Modern, das heute hier spielt. Dank an die Musiker dafür, dass sie unseren Festakt bereichern.

Die Kulturstiftung des Bundes hat es in den vergangenen 10 Jahren glänzend geschafft, einerseits die Vielfalt des aktuellen künstlerischen Schaffens in unserem Land auf breiter Basis zu fördern und zu unterstützten, andererseits aber auch selbst initiativ zu werden und damit kulturpolitische Akzente zu setzen.

Ich denke da zum Beispiel an die Kulturelle Bildung mit den groß angelegten Programmen „Jedem Kind ein Instrument“ und „Kulturagenten für kreative Schulen“ oder an zukunftsbestimmende Themen wie Demographie und Migration sowie den Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen. Die Kulturstiftung des Bundes hat mit ihren Förderungen und ihren Programmen immer Mut bewiesen – und ermutigt damit die Kulturschaffenden in unserem Land!

An dieser Stelle danke ich sehr herzlich den Vorständen – der künstlerischen Direktorin Hortensia Völckers und dem Verwaltungsdirektor Alexander Farenholtz – die die Stiftung seit nunmehr 10 Jahren gemeinsam so erfolgreich leiten.

10 Jahre Kulturstiftung des Bundes – das sind auch 10 Jahre Hortensia Völckers: ein Glücksfall für die Kultur in Deutschland! Hortensia Völckers ist eine traditionsbewusste Avantgardistin und undogmatische Intellektuelle. Sie versteht es, mit Künstlern und Politikern – beides keine einfachen Spezies – kompetent, taktisch geschickt und zugleich glaubwürdig und überzeugend umzugehen.

Liebe Frau Völckers, Sie haben mit einem beeindruckenden Gespür für Qualität, mit Sinn für Innovationen und großem persönlichen Einsatz die Kulturstiftung des Bundes in den letzen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte gemacht – vielen Dank dafür!

Sehr herzlich begrüßen möchte ich auch Professor Julian Nida-Rümelin, der als Kulturstaatsminister im Jahr 2002 die Stiftung ins Leben rief, um deren Gründung es vorher ein jahrzehntelanges Ringen gegeben hatte. Die Stiftung ist heute bestens aufgestellt – als eine der größten öffentlichen Kulturstiftungen Europas! Sie, lieber Herr Professor Nida-Rümelin, haben dafür die Weichen gestellt – danke!

Herr Nida-Rümelin hat die Kulturstiftung des Bundes einmal mit der Funktion eines Liberos im Fußball verglichen: Die Stiftung solle deutliche eigene Akzente setzen, frei und unabhängig in ihren Entscheidungen sein und dennoch zugleich ein partnerschaftlicher „Teamplayer“ mit anderen Kulturförderern. Das ist gelungen. Die Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Länder ist konstruktiv und erfolgreich, dies darf ich sicherlich auch in Ihrem Namen, liebe Frau Pfeiffer-Poensgen, sagen.

Danken möchte ich als Vorsitzender des Stiftungsrates heute auch den Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, die in den vergangenen Jahren im Stiftungsrat mitwirkten und zum Teil noch mitwirken: Monika Maron, Hilmar Hoffmann, Nele Hertling, Senta Berger, Wolf Lepenies, Durs Grünbein und Bénédicte Savoy.

Natürlich Dank auch an die Mitglieder aus der Politik, die bisher im Stiftungsrat mitwirkten. Viele von ihnen sind heute anwesend: Ich begrüße den Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse, Staatsministerin Cornelia Pieper, den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Otto sowie als Vertreterin der Länder Frau Senatorin Barbara Kisseler.

Dank auch an die ehemaligen Stiftungsratsmitglieder Barbara Hendricks sowie Antje Vollmer, und natürlich an die ehemalige Stiftungsratsvorsitzende, meine Vorgängerin im Amt des Kulturstaatsministers, Christina Weiß. Last but not least möchte ich auch unserer heutigen Gastgeberin, der Stadt Halle an der Saale, danken, der „Landeskulturhauptstadt“ Sachsen-Anhalts, wie man hier so treffend und mit Recht sagt. Ich begrüße herzlich die Oberbürgermeisterin von Halle, Dagmar Szabados!

Die Einrichtung des Hauptsitzes der KSB in Halle – und nicht in der Hauptstadt Berlin! – war ein sichtbares Bekenntnis des Bundes zu den neuen Ländern. Im Jubiläumsjahr wird dieses Bekenntnis durch den neuen, 4,5 Millionen Euro teuren, repräsentativen Sitz im historischen Ensemble der Franckeschen Stiftungen noch einmal bestätigt und bekräftigt, der darüber hinaus auch einen städtebaulichen Akzent in Halle setzt.

Meine Damen und Herren,
Kultur zu vermitteln, sie noch breiteren Kreisen der Gesellschaft zugänglich zu machen und das Bewusstsein für ihren Wert zu schärfen – dies sind zentrale Zielsetzungen unserer Politik. Die Kulturstiftung des Bundes ist dabei eine tragende Säule. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Freitag, 22. Juni 2012

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