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Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der Veranstaltung 20 Jahre RIAS Berlin Kommission

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Mittwoch, 23. Mai 2012

In seiner Rede im Rathaus Schöneberg in Berlin unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen und der Verständigung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Bei der Veranstaltung zum 20jährigen Jubiläum der RIAS Berlin Kommission betonte er deren Bedeutung bei der Zusammenarbeit im Rundfunkbereich.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anreden,
heute vor ziemlich genau 20 Jahren, am 19. Mai 1992, wurde die RIAS Berlin Kommission zur „Förderung der deutsch-amerikanischen Völkerverständigung im Rundfunkwesen und Durchführung von Austauschprogrammen für Rundfunkfachleute“ gegründet. Es freut mich, dass heute der Botschafter der USA, seine Exzellenz Philip D. Murphy, anwesend ist und gleich im Anschluss auch in seiner Funktion als Ehrenvorsitzender der RIAS Berlin Kommission zu uns sprechen wird.

Das Abkommen wurde damals für die amerikanische Seite durch den Botschafter in Berlin unterzeichnet, für die deutsche Seite unterschrieb der Innenminister. Beide sind anwesend, Robert M. Kimmitt und Dr. Rudolf Seiters!
Am 7. Dezember 1992 fand hier im Rathaus Schöneberg die erste konstituierende Sitzung der RIAS Berlin Kommission unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen statt. Einige der damaligen Teilnehmer sind heute anwesend: Dr. Hildegard Boucsein, Prof. Dieter Weirich, Henry Hockeimer und Dr. Bruno Schwegmann. Auch Sie begrüße ich sehr herzlich!

Meine Damen und Herren,
welcher Ort könnte sich besser für diese Jubiläumsveranstaltung eignen als das Rathaus Schöneberg mit seiner bewegten Geschichte. Es bildete bis zur Wiedervereinigung als Amtssitz des regierenden Bürgermeisters und der alliierten Verbindungsoffiziere sowie als Tagungsort des Abgeordnetenhauses das politische Zentrum West-Berlins.

Vor allem durch die berühmte Rede John F. Kennedys vom 26. Juni 1963 wurde es während der deutschen Teilung weltweit zum Symbol für den Freiheitswillen der geteilten Stadt. Der Satz: „Ich bin ein Berliner!“ ist unvergessen.

Immer werden wir uns an den Beistand unserer amerikanischen Freunde auch in schwierigsten Zeiten erinnern – eine unumstößliche Solidarität, die bis heute die Grundlage der engen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland bildet und der wir letztlich auch die Wiedervereinigung unseres Landes verdanken!

Es waren keine Geringeren als die beiden großen Staatsmänner Präsident George Bush und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, die die Initiative zur Gründung der RIAS Berlin Kommission ergriffen, unmittelbar nachdem sie die Deutsche Einheit maßgeblich vollendet hatten.
Nachher werden Grußworte von George Bush und Helmut Kohl verlesen werden. Ich möchte bereits an dieser Stelle den tiefen Dank der Bundesregierung ausdrücken; wir verneigen uns vor deren Leistung!

Meine Damen und Herren,
die RIAS Berlin Kommission fühlt sich dem Geist der Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland in Freiheit verpflichtet und leistet auf dem Gebiet der Zusammenarbeit im Rundfunkbereich einen wichtigen Beitrag; sie hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren einen sehr guten Namen unter deutschen und amerikanischen Rundfunkjournalisten erworben.
Mittlerweile haben mehr als 1.200 amerikanische und deutsche Journalisten an den Programmen der RIAS Berlin Kommission in Deutschland und den USA teilgenommen. Es ist beeindruckend, wie viele der ehemaligen Stipendiaten und Fellows heute Abend hier sind; da ist offensichtlich ein sehr aktives deutsch-amerikanisches Journalistennetzwerk entstanden, das trägt und sich immer weiter entwickelt – herzlich willkommen in Berlin!

Die Stärkung der transatlantischen Beziehungen ist geboten in einer Zeit, in der Asien als globaler Wirtschaftsmotor eine immer größere Rolle spielt. Wir dürfen aber auch unter neuen globalen Konstellationen niemals vergessen, dass Amerika und Europa eine gemeinsame kulturelle Basis eint – wir sind eine Wertegemeinschaft. Nicht nur aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen muss uns deshalb an einer besonders engen Verbindung beider Staaten gelegen sein!

Meine Damen und Herren,
der geschichtsträchtige Name des „Rundfunks im Amerikanischen Sektor“ wird heute vom RIAS Kammerchor weiter getragen, der als Teil der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH zu über einem Drittel vom Bund finanziert wird. Nicht zuletzt seit Hans-Christoph Rademann 2007 die Leitung des Chores übernahm, hat sich der RIAS Kammerchor zu einem Glanzlicht der deutschen Klassiklandschaft entwickelt – Jahr für Jahr prämiert mit den angesehensten internationalen Auszeichnungen vom Preis der deutschen Schallplattenkritik bis zur Grammy-Nominierung. Also der Name „RIAS“ lebt und hat nach wie vor einen guten Klang.

Einer der beiden Hörfunksender des damaligen RIAS wurde zum öffentlich-rechtlichen Hörfunksender Deutschlandradio Kultur, der einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Grundversorgung in unserem Land leistet.

RIAS-TV schließlich wurde zum TV-Vorläufer der Deutschen Welle, unserem Auslandssender, der nun zu meinem Verantwortungsbereich gehört. An dieser Stelle möchte ich Intendant Erik Bettermann auch für seine Arbeit als deutscher Ko-Vorsitzender der RIAS Kommission besonders danken!
Die Mittlerarbeit der Deutschen Welle wie auch der RIAS Berlin Kommission hat mit dazu beigetragen, das Ansehen Deutschlands in den USA zu festigen, das nach einer von der deutschen Botschaft in Washington veranlassten Erhebung so hoch wie nie zuvor ist. Dies ist eine gute Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland.

Ich begrüße es darum ausdrücklich, dass die RIAS Berlin Kommission, die Deutsche Welle, das Auswärtige Amt, die Atlantikbrücke sowie politische Stiftungen und viele mehr beim so genannten Round Table USA gemeinsam für die Festigung der transatlantischen Partnerschaft arbeiten.

Meine Damen und Herren,
auf der heutigen Jubiläumsfeier findet auch die Verleihung der Radio- und Fernseh-Preise statt. Die Produktionen der diesjährigen Preisträger erfüllen im hohen Maße den Anspruch, zur deutsch-amerikanischen Verständigung beizutragen.

Insgesamt haben sich für beide Sparten fast 120 Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland und den USA mit ihren Beiträgen beworben – dies ist zeigt nicht nur das Renommee der Auszeichnung, sondern auch, wie vital der Qualitätsjournalismus ist, für den die Medienpreise der RIAS Berlin Kommission stehen. Ich gratuliere den vier Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich!

Ich bedanke mich für das Engagement der Kommissionsmitglieder sowie für die langjährige, sehr zuverlässige Arbeit von Direktor Rainer Hasters und seinen Mitarbeiterinnen. Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Einsatz für die deutsch-amerikanische Freundschaft!

Donnerstag, 24. Mai 2012

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