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Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der Verleihung des 24. Europäischen Filmpreises

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Samstag, 3. Dezember 2011
Ort:
Tempodrom Berlin

Staatsminister Bernd Neumann im Berliner Tempodrom: "Die Verleihung des Europäischen Filmpreises dokumentiert, wie eng wir bereits in einem wichtigen, dem wohl emotionalsten Bereich der Kultur zusammen sind. Dies gilt es zu verstärken und auszubauen, um aus dem Europa der Ökonomie und der Finanzen ein geeintes Europa der Herzen werden zu lassen."

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede!

Ich begrüße Sie alle im Namen der deutschen Bundesregierung herzlich zur Verleihung des Europäischen Filmpreises hier in Berlin. Ich freue mich, dass mehrere Kulturminister anwesend sind, und so begrüße ich Frau Ministerin Claudia Schmied aus Österreich, Minister Rein Lang aus Estland, Minister Nicholas Rurua aus Georgien und Minister Memli Krasniqi aus dem Kosovo.

In den über zwei Jahrzehnten, in denen der Filmpreis verliehen wird, hat sich Europa grundlegend gewandelt. Wir haben Diktaturen und damit die unselige Teilung Europas überwunden und können heute mit Stolz auf einen in Freiheit und Demokratie geeinten Kontinent schauen. Die Einigung hat auch ein neues Interesse an der Kultur und dem Leben der europäischen Nachbarn geweckt.

Europa wird in den Schlagzeilen der letzten Monate fast ausschließlich durch die Krise in Wirtschaft und Finanzen wahrgenommen. Natürlich müssen wir auf die Fragen Antworten haben und die Krise überwinden. Aber Europa ist mehr als Ökonomie und Euro. Ein geeintes Europa kann sich nur durch die über Jahrhunderte gewachsenen, gemeinsamen, kulturellen Werte begründen.

Diese Wertegemeinschaft gilt es zu festigen, zu erneuern und auszubauen. Kultur ist die Quelle der Kreativität; und gerade in einer Krise sind wir auf diese angewiesen.

Wim Wenders hat dies in einem Zeitungsinterview trefflich formuliert. Ich zitiere: „Dieses Europa – das sich so schwer tut, das so an sich leidet und in diesen Tagen so krass reduziert wird auf seine finanziellen Grundlagen – braucht mehr denn je auch Bilder von sich, die anders sind. Die optimistischer sind. Und die den Europäern zeigen, was sie an Europa wirklich haben. Nämlich mehr als nur eine monetäre Union. Es ist eine zunehmend wichtige Aufgabe des europäischen Kinos, den europäischen Gedanken emotional zu füllen. … Europa ist ein großes emotionales Gebilde, ein Zuhause. Und unser Europäischer Filmpreis ist tatsächlich ein Bild unseres Kontinents.“

Der Deutsche Bundestag hat erst vor wenigen Tagen beschlossen, den Kulturhaushalt in Deutschland um 5,1 % zu erhöhen – zum 7. Mal in Folge. Diese Erhöhung ist der Erkenntnis geschuldet, dass die Förderung von Kunst und Kultur keine Subvention, sondern eine wichtige Investition in die Zukunft ist – und das gilt für Deutschland wie für ganz Europa.

Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass die Europäische Kommission kürzlich vorgeschlagen hat, die Ausgaben im Bereich Kultur und Medien für die nächste Dekade (2014 - 2020) um 37 % zu erhöhen. Dieses wird auch den Aktivitäten für den europäischen Film zugute kommen.

Zum Abschluss möchte ich ein Wort zu Wim Wenders sagen. Wim Wenders ist einer der Gründungsväter des Europäischen Filmpreises. Er ist nicht nur einer der erfolgreichsten Filmemacher dieser Zeit, sondern er amtiert seit 1996 als Präsident der European Film Academy. Lieber Wim Wenders, ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie sich über so viele Jahre so engagiert für den europäischen Film einsetzen.

Meine Damen und Herren,
die Verleihung des Europäischen Filmpreises dokumentiert, wie eng wir bereits in einem wichtigen, dem wohl emotionalsten Bereich der Kultur zusammen sind. Dies gilt es zu verstärken und auszubauen, um aus dem Europa der Ökonomie und der Finanzen ein geeintes Europa der Herzen werden zu lassen.

Samstag, 3. Dezember 2011

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