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Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann anlässlich der Verleihung des „Doctor et Professor Honoris Causa“

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Freitag, 21. Oktober 2011
Ort:
Festsaal Varga Damján der Philosophischen Fakultät Pécs Ungarn

In seinem Vortrag in der Philosophischen Fakultät Pécs in Ungarn unterstrich Bernd Neumann den besonderen Stellenwert der deutsch-ungarischen Kulturbeziehungen und die große Bedeutung ungarischer Kulturschaffender für Europa.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede,

es ist mir eine außerordentliche Freude, heute vor Ihnen zu sprechen. Die hohe akademische Ehrung, die mir die Universität von Pécs zugedacht hat, sehe ich auch als einen Ausdruck der traditionell guten Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland und unserer Verbundenheit im Gemeinsamen europäischen Haus.

Als besonders ehrenvoll empfinde ich es, dass die Verleihung der akademischen Würden heute Nachmittag im Rahmen der offiziellen Festlichkeiten der Universität zum Nationalfeiertag stattfindet.

Vor genau 55 Jahren, am 23. Oktober, begann die Revolution von 1956. Es war der wahrhaft unbändige Freiheitswille und der überragende Mut eines ganzen Volkes, der in diesem Aufstand zum Ausdruck kam – mitten in einer der heißesten Phasen des kalten Krieges. Auch, wenn dies nur in der Rückschau so deutlich wird: 1956 war ein Menetekel für die kommunistischen Diktaturen in ganz Europa.

Der so genannte real existierende Sozialismus war bereits damals angezählt, auch wenn er sich dank gewaltiger Apparate und mit gezielter Unterdrückung noch rund drei Jahrzehnte halten konnte.

Was mit einer Großdemonstration von Studenten in Budapest und anderen Städten seinen Anfang nahm – auch Pécs und seine Bürger waren direkt involviert –, erfasste in der Folge auch sämtliche öffentliche Bereiche Ungarns, insbesondere die Politik und das Militär. Die Revolution war ein Fanal für Freiheit und Selbstbestimmung.

Wir alle wissen, dass die ungarische Revolution von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen wurde. Die erschütternden Bilder von ungarischen Bürgern, die den sowjetischen Panzern entgegentraten, gingen um die Welt und bleiben unvergessen. Ich selbst kann mich noch gut erinnern, welch große Sympathie ich damals als junger Mann für das ungarische Volk empfand und mit welcher Spannung wir damals den Verlauf der Revolution verfolgten.

Die gewaltsame Niederschlagung der Revolution und die nachfolgenden Vergeltungsaktionen und Säuberungen, die hunderte von Ungarn das Leben kosteten und tausende ins Exil trieben, bedeuteten jedoch nicht das Ende des ungarischen Freiheitswillens. Selbst unter dem kommunistischen Regime erprobte Ungarn vorhandene Spielräume und etablierte einen eigenen Weg. Und der Funke von 1956 erlosch nie.

Das Feuer der Freiheit wurde erneut entfacht, als sich die Restriktionen im sozialistischen Lager ab Mitte der 80er Jahre allmählich lockerten. Es war die ungarische Regierung, die als erste 1989 die Grenzen öffnete. Vor zwei Jahren, Anlässlich der Feierlichkeiten zur Erinnerung an das „Paneuropäische Picknick“ in Sopron sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Reformer um Staatsminister Imre Pozsgay: „Sie haben das Tor zur Freiheit von zwei gefangenen Völkern ein Stück weit – ich sage: ein unumkehrbares Stück weit – geöffnet“.

Der Platz Ungarns im europäischen Gedächtnis ist nach wie vor geprägt von diesem herausragenden und historischen Verdienst bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs. Die Öffnung der Grenzen war dabei mehr als nur ein politischer Akt: Es war ein Akt der Menschlichkeit! Ich möchte es so formulieren: Der zerschnittene Stacheldraht an der österreichisch-ungarischen Grenze war der Vorbote des Falls der Berliner Mauer, und damit des Endes der menschenverachtenden kommunistischen Diktaturen in Europa! Es waren damals vor allem Deutsche, für die Ungarn das Tor zur Freiheit weit geöffnet hat. Wir Deutschen verdanken Ungarn zu einem ganz wesentlichen Teil die Wiedervereinigung unseres Landes – das werden wir nie vergessen!

Meine Damen und Herren,
dieser Wille zur Freiheit ist das Erbe einer langen abendländischen Tradition, für die auch die Stadt Pécs steht.
Schon Stephan der Heilige erkor den Ort zum Bischofssitz; kürzlich konnten Sie das Millennium dieses wichtigen ungarischen Bistums feierlich begehen. Ich darf darauf hinweisen, dass die Übersetzung einer Monographie darüber von meinem Haus gefördert wurde.

Es war ein Deutscher, Wilhelm von Koppenbach, der als Kanzler König Ludwigs des Großen und Bischof von Fünfkirchen 1367 im Auftrag seines Königs hier die erste Universität auf ungarischem Boden gründete – die früheste überhaupt in Südosteuropa.

Heute, beinahe 650 Jahre später, ziert das Siegel dieses Deutschen Wilhelm von Koppenbach nach wie vor den Stempel der Universität Pécs – ein schönes Zeichen für Traditionsbewusstsein und kulturelle Offenheit! Die deutsch-ungarischen Beziehungen spielen in der Geschichte von Pécs eine bedeutende Rolle. Die deutschen Siedler, die sich hier im 18. Jahrhundert niederließen, trugen, wie auch die hier ansässigen Juden, zum Aufblühen der Wirtschaft und der Kultur bei. Diese Deutschen und ihre Nachkommen empfanden und empfinden nach wie vor Ungarn als ihre Heimat. Dies ist ein faszinierendes, ja vorbildliches Erbe kultureller Offenheit, das Pécs bis heute zum Zentrum vieler Völker und Kulturen gemacht hat und den unvergleichlichen Reiz dieser historisch einmaligen Stadt prägt.

Pécs ist ein weltoffenes Zentrum der Toleranz und des Kulturaustauschs, in dem es nicht nur ungarische Schulen, sondern auch ein deutsches und auch ein Roma-Gymnasium gibt und in dem weltberühmte Künstler jüdischer Herkunft wie Marcel Breuer verwurzelt sind. Die Prinzipien der Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit sollten insbesondere in den Ländern der EU der Maßstab für die Politik sein und bleiben!

Die engen Bande zwischen Deutschland und Ungarn reichen tief in die Geschichte zurück. Sie sind eine Frucht auch der engen zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen, die bereits bei der Staatsgründung durch Stephan den Heiligen im Jahre 1000 eine herausragende Rolle gespielt haben. Stephans Gattin Gisela war die Schwester des deutschen Kaisers Heinrich II.

Sie unterstützte ihn aktiv in seiner Politik des staatlichen Aufbaus Ungarns und des Ausbaus gleichberechtigter Beziehungen zwischen dem Heiligen Römischen Reich und dem Königreich Ungarn. Das Königspaar Stephan und Gisela führte zwei Welten zusammen und integrierte Ungarn in den abendländischen Kulturkreis, erkannte aber auch die Bedeutung auswärtiger Fachleute für die Entwicklung ihres Landes. Sie riefen deutsche Siedler ins Land, die am Aufbau und an der Verteidigung Ungarns mitwirkten, getreu den Ratschlägen, die Stephan seinem Sohn Emmerich mitgab: „Gäste, die aus verschiedenen Gegenden und Ländern kommen sollst du fördern; sie schmücken und stärken den Staat“.

Es waren vor allem – neben anderen Gruppen – auch die deutschen Siedler, die von der Minderheitenpolitik Ungarns profitierten. Sie nahmen und nehmen bis heute eine wichtige Brückenfunktion in den Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten ein. Brücken schlug auch die ungarische Königstochter Elisabeth, die als Gemahlin eines thüringischen Landgrafen Wohltäterin der Armen und der Kranken war und 1238, nur sieben Jahre nach ihrem Tod, heiliggesprochen wurde.

In diesem Zusammenhang denke ich an die Elisabeth-Kirche in Marburg, den Elisabeth-Dom in Kaschau, das Elisabethinnen-Kloster in Wien – alle diese Orte der Elisabeth-Verehrung in Europa sind nicht nur bewundernswerte Architekturdenkmäler, sondern auch Zeichen einer großen, Europa verbindenden Persönlichkeit.

Eine andere Persönlichkeit, die den europäischen Geist der deutsch-ungarischen Beziehungen geradezu verkörpert, ist Franz – oder ich sollte lieber sagen: Ferencz – Liszt. Morgen, am 22. Oktober, jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Auch, wenn das damals zum Königreich Ungarn gehörige Burgenland heute in Österreich liegt, so ist es mir eine besondere Freude, gerade an diesem Tag im Mutterland des großen Virtuosen zu sein!

Es scheint ja geradezu, dass es insbesondere Heiratsbeziehungen sind, die Ungarn und Deutschland seit nunmehr über 1000 Jahren verbinden. So auch hier. Liszts Tochter Cosima war die zweite Gattin Richard Wagners – damit ist Franz Liszt auch der Stammvater einer der bedeutendsten deutschen Künstlerfamilien, die nun schon in der dritten Generation die weltberühmten Wagnerfestspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth leiten. Wir feiern in diesem Jahr den großen Virtuosen mit zahlreichen Veranstaltungen in unseren beiden Ländern, von denen mein Haus unter anderem eine große Landesausstellung zu Franz Liszt in Weimar und die Renovierung des Liszt Hauses an der Ilm fördert.

Unvergessen ist auch der in Buda geborene „Retter der Mütter“ Ignaz Semmelweis, der mit neuen Hygienevorschriften das Kindbettfieber zum ersten Mal erfolgreich bekämpft hat. Die Medizinische Universität in Budapest, der Minister Réthelyi als Rektor vorgestanden hat, trägt seinen Namen. Semmelweis wirkte in Ungarn, Österreich und Deutschland. Ich finde, es ist ein besonders schönes Zeichen für seine europaweite Bedeutung, dass sowohl die deutsche als auch die ungarische wie die österreichische Post ihn mit Sonderbriefmarken geehrt haben.

Meine Damen und Herren,
eine der zentralen Aufgaben meines Hauses ist es, insbesondere die historischen Verbindungen zwischen dem östlichen Europa und Deutschland zu erforschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Zahlreiche Forschungs- und Publikationsprojekte beschäftigen sich dabei mit der Geschichte und Kultur der Deutschen in Ungarn.

Wir finanzieren Einrichtungen wie das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam, das Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Südosteuropa in München und das Oldenburger Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Grundlage dafür ist das Bundesvertriebenengesetz, das uns verpflichtet, Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa darzustellen und zu erforschen – als Teil unserer deutschen, aber vor allem auch unserer gemeinsamen europäischen Geschichte. Wir wollen damit einen Beitrag zur Verständigung mit den Nachbarn in Ostmittel- und Südosteuropa leisten.

Ich bin überzeugt: Wenn wir den Prozess der europäischen Vereinigung stärken vorantreiben wollen – und das wollen und müssen wir – ist die Pflege der Fundamente unserer Kultur wichtiger denn je! Zu diesen Fundamenten gehören in jedem Fall auch die Sprachen. Deutschsprachige Schulen und vor allem auch die Andrássy-Gyula-Universität in Budapest – die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiern konnte – stehen gleichermaßen für die Bildungschancen der deutschen Minderheit wie für die Wertschätzung, die der deutschen Sprache und Kultur in Ungarn entgegengebracht wird. Deshalb würden wir uns sehr wünschen, dass bei der geplanten Hochschulreform der jetzige Status der Andrássy-Gyula-Universität erhalten bleibt!

Schon seit den Anfängen der modernen Universität Pécs ist auch hier der Lehrstuhl für Germanistik überaus aktiv, der unter anderem Lehrer für die deutschsprachigen Schulen ausbildet. Er erhält vielfältige Förderungen aus meinem Haus über das auch hier sehr bekannte Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas in München.

Die besondere Affinität zur deutschen Sprache und Kultur sowie der hervorragende Ruf Ihrer Universität war der Grund, dass ich mich dafür eingesetzt habe, hier in Pécs einen „Lehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa“ zu stiften. Für den Lehrstuhl konnte 2007 mit Professor Seewann ein ausgewiesener Kenner der ungarischen und südosteuropäischen Geschichte gewonnen werden. Es ist der erste Stiftungslehrstuhl in Ungarn überhaupt.

Wir waren von Anfang an überzeugt, dass die Universität Pécs diese Chancen zur internationalen Vernetzung bestens nutzen würde. Es ist ganz wichtig, dass auch in Zukunft die überzeugende Arbeit des Lehrstuhls fortgesetzt wird. Deshalb war es gestern bei meinem Gespräch mit Minister Réthelyi eine frohe Botschaft, dass dieser mir eine Urkunde mit folgendem Inhalt überreichte: „Note verbale: Das Ministerium für Nationale Ressourcen äußert seine Hochachtung davor, dass durch die Mitwirkung von Herrn Staatsminister Bernd Neumann eine Professur an der Universität Pécs im Jahre 2006 gegründet wurde, die die Forschung, Lehre und Bekanntmachung der Geschichte und Kultur der Deutschen im südöstlichen Mitteleuropa sowie die deutsch-ungarischen Beziehungen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit gestellt hat.

Neben ihren weitreichenden Lehrtätigkeiten (Lehrveranstaltungen für Geschichtsstudenten, Betreuung von Diplom- und Doktorarbeiten, Fortbildung der Geschichtslehrer auf Deutsch sowie auf Ungarisch) übt die Professur für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa eine wissenschaftliche Tätigkeit auf hohem Niveau aus, deren Ergebnisse auch von regelmäßig erscheinenden Veröffentlichungen gekennzeichnet sind. Die Professur spielt auch eine hervorragende Rolle im öffentlichen Leben, da sie enge Beziehungen mit den Selbstverwaltungen sowie den Bildungs- und kulturellen Instituten der Ungarndeutschen pflegt.

Im Licht der Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre ist es offenbar, dass die Professur nicht nur eine Lehr- und wissenschaftliche Tätigkeit von hohem Niveau ausübt, sondern daneben auch zur Vertiefung der deutsch-ungarischen Beziehungen sowie zur Erhaltung und Vermehrung des geschichtlichen und kulturellen Erbes beider Völker in erheblichem Maß beigetragen hat.

Hinsichtlich des obigen spricht das Ministerium für Nationale Ressourcen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland seinen Dank für die Gründung der Professur sowie für die finanzielle Unterstützung deren Tätigkeit aus, und verleiht Ausdruck seinem Engagement, dass der Betrieb der Professur ab 1. Januar 2012 – in einem mit der bisherigen finanziellen Unterstützung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland übereinstimmenden Ausmaß – von dem Ministerium für Nationale Ressourcen unterstützt wird.

Das Ministerium für Nationale Ressourcen der Republik Ungarn benutzt diese Gelegenheit, die Regierung der Bundesrepublik Deutschland seiner ausgezeichneten Hochachtung erneut zu versichern und Ausdruck seiner Hoffnung zu verleihen, dass sich die Bildungs- und wissenschaftlichen Beziehungen ihrer Länder in der Zukunft weiter verstärken werden.“

Ihnen, lieber Professor Fischer, möchte ich ganz herzlich dafür danken, dass Sie sich schon 2006 so intensiv für dieses Projekt engagiert haben, und es heute, als Dekan der Philosophischen Fakultät so wohlwollend begleiten – also ein herzliches Dankeschön!

Meine Damen und Herren,
eine wichtige Rolle bei der Zusammenarbeit unserer beiden Länder spielen Kultureinrichtungen.
Erst vor kurzem hat das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm, das von meinem Haus und dem Land Baden-Württemberg finanziert wird, gemeinsam mit den Museen des Komitats Baranya eine Wanderausstellung zu Pécs als multiethnischer Stadt konzipiert, die bereits durch Europa gereist ist und die einzigartige Geschichte Ihrer schönen Stadt noch weiter bekannt gemacht hat.

Doch es geht nicht nur darum, uns der Vergangenheit bewusst zu werden, sondern auch die gegenwärtige Kultur unserer beiden Länder im Blick zu haben. So gibt es seit 2008 ein deutsch-ungarisches Filmabkommen. Sehr gefreut hat es mich, dass auf der Berlinale in diesem Jahr der Film des ungarischen Regisseurs Béla Tarr – der aus Pécs stammt – den Großen Preis der Jury, den Silbernen Bären, gewonnen hat. Vor wenigen Tagen erst ist er mit dem Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste in Berlin für sein Werk geehrt worden.

Die Stimmen gerade der ungarischen Intellektuellen und Literaten sind in Deutschland schon seit langem von großem Gewicht. Autoren wie György Konrád sind Mitglieder der Akademie der Künste in Berlin – ebenso Imre Kertész, Ivan Nagel, Péter Esterházy und Istvan Szábó.

Im vergangenen Jahr hatte Pécs zudem gemeinsam mit der Stadt Essen und dem Ruhrgebiet die Ehre, Kulturhauptstädte Europas zu sein. Angesichts der bewegten Geschichte Pécs – ich habe gestern Abend schon die eindrucksvolle Ghazi-Kassim-Moschee bewundern dürfen – ist es auch von hoher Symbolkraft, dass auch Istanbul dazugehörte.

Meine Damen und Herren,
im zusammenwachsenden Europa ist die Kenntnis von Kultur und Geschichte eine Schlüsselqualifikation. Die weltoffene Universität Pécs leistet hierbei einen großen Beitrag, indem sie sich in allen Studiengängen bewusst für ausländische Studierende öffnet – nicht zuletzt für zahlreiche Deutsche.

Künftige Generationen, die – Gottseidank! – die Erfahrungen von Krieg und Diktatur nicht mehr haben, müssen lernen und begreifen, dass das demokratische und freiheitliche Europa mit seinen offenen Grenzen und seinen vielfältigen kulturellen und auch beruflichen Möglichkeiten keine Selbstverständlichkeit ist, sondern immer wieder errungen und neu mit Leben gefüllt werden muss.

Gerade in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen muss klar sein, dass das wirklich uns Verbindende in Europa weniger Wirtschaft, Banken und Währungen sind, sondern die in christlich-abendländischer Tradition gewachsenen, gemeinsamen kulturellen Werte. Diese Wertegemeinschaft gilt es zu erhalten, zu erneuern und auszubauen. Die enge Partnerschaft zwischen Ungarn und Deutschland, so, wie sie hier an der Universität Pécs gelebt wird, leistet dazu einen wunderbaren Beitrag.

Freitag, 21. Oktober 2011

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