Navigation und Service

Inhalt

Rede von Staatsminister Bernd Neumann anlässlich der Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises 2010

Redner:
Bernd Neumann
Gehalten:
Freitag, 12. Februar 2010
Ort:
Landesvertretung Rheinland-Pfalz

In seiner Rede in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz betonte Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dass die Erfolgsgeschichte des Deutschen Films ohne die großartigen Ideen der Drehbuchschreiber nicht möglich wäre.

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Anrede,

ich begrüße Sie herzlich zur Verleihung des Deutschen Drehbuchpreises hier in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Sie, lieber Herr Doktor Klär, sind wieder einmal Gastgeber des Berlinale-Empfangs des Verbands Deutscher Drehbuchautoren. Ich danke Ihnen und dem VDD dafür, dass wir den Drehbuchpreis auch in diesem Jahr wieder in einem solch festlichen Ambiente verleihen können!

Meine Damen und Herren, in diesem Jahr feiert die Berlinale ihr 60. Jubiläum. Hier wird nicht nur Kinogeschichte geschrieben, sondern hier werden vor allem Geschichten erzählt. Rund 400 sind es in diesem Jahr, denn so viele Filme laufen im Programm. Genau hier ist der richtige Ort, die Architekten eines jeden Films, die Drehbuchautoren, ins Rampenlicht zu rücken. Wir könnten die roten Teppiche einrollen ohne die großartigen Ideen der Drehbuchschreiber – darum möchte ich Ihnen allen von ganzem Herzen danken für Ihre kreativen Leistungen!

In diesem Jubiläumsjahr der Berlinale erhält Wolfgang Kohlhaase, ein Drehbuchautor, der gesamtdeutsche Filmgeschichte geschrieben hat, den Goldenen Ehrenbären. Ich finde, das ist nicht nur eine überaus verdiente Auszeichnung für das Lebenswerk eines Mannes, der uns bis heute außergewöhnliche und anrührende Geschichten beschert, sondern auch ein gutes Zeichen dafür, dass die – im wahrsten Sinne des Wortes – fundamentale Rolle des Drehbuchautoren mehr und mehr anerkannt wird. Das Drehbuch ist die Basis jedes Films – Fehler an dieser entscheidenden Stelle kann ein noch so guter Kameramann, Regisseur und Schauspieler kaum ausbügeln; das Ganze ist dann einfach nicht stimmig. Ich finde, es ist ein außergewöhnliches und bewundernswertes Talent, Geschichten aufzuschreiben bzw. zu erfinden, die sich lohnen, in Bilder umgesetzt zu werden.

Solche Talente müssen gefördert werden. Darum vergeben wir mit dem Deutschen Drehbuchpreis die wichtigste und höchstdotierte nationale Auszeichnung für Drehbuchautoren. Das ist nicht nur eine attraktive „Goldene Lola“, sondern auch ein Preisgeld von 30.000 Euro. Die Preisvergabe ist allerdings nur eine der Fördermöglichkeiten des BKM. Eine weitere, ganz entscheidende ist die Drehbuchförderung meines Hauses, die Autoren mit bis zu 30.000 Euro für ein Treatment unterstützt. Und damit diese Autoren nicht für die Schublade schreiben, lassen wir sie auch im weiteren Verlauf nicht allein!

Dank des Drama Department, das Autoren bis zur Produktionsreife ihrer Projekte betreut, konnte die Anzahl verfilmter Drehbücher deutlich erhöht werden – heute sind es circa 80 Prozent, wohingegen es früher nur rund 10 Prozent waren!
Es freut mich ganz besonders, dass im Programm der 60. Berlinale auch ein BKM-gefördertes Drehbuchprojekt auf die Leinwand kommt. Das Drehbuch von Laila Stieler für die Komödie „Die Friseuse“ unter der Regie von Doris Dörrie wurde durch mein Haus gefördert und mit Unterstützung des Drama Department entwickelt. Im vergangenen Jahr hat Maren Ades Film „Alle Anderen“ den Silbernen Bären gewonnen – auch das Buch für diesen Film hat beide Förderstufen durchlaufen. Ein schöner Erfolg für unser Förderprogramm!

Ohne Sie, meine Damen und Herren Autoren, könnten wir nicht auf ein so erfolgreiches Kinojahr 2009 zurückblicken. Ob in Cannes, Venedig oder Los Angeles – kaum ein internationaler Wettbewerb, der ohne Filme mit deutscher Beteiligung stattfand. Damit diese Erfolgsgeschichte des Deutschen Films fortgeschrieben werden kann, brauchen wir Drehbücher von hoher Qualität. Wir brauchen Ihre Ideen, Ihre Geschichten!

Um auch künftig gute deutsche Filme im Kino sehen zu können, müssen jedoch gute Arbeitsbedingungen für Autoren geschaffen werden.
Da setzt nun auch der DFFF an – unbestritten das Erfolgsmodell der Filmförderung. Ich habe meine Absicht, die ich Ihnen im letzten Jahr vorgestellt habe, in die Tat umgesetzt. Seit 1. Januar 2010 gilt, dass bis zu einer Höhe von 150.000 Euro Autorenhonorare als Herstellungskosten anerkannt werden können. Dies ist ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Drehbuchautoren!

Ein weiterer wichtiger Grundstein – gerade bei der Drehbuchförderung – bleibt natürlich die Förderung nach dem Filmfördergesetz. Hier hat sich die Stärkung der Drehbuchförderung durch die letzte Novellierung des FFG in der Praxis sehr positiv ausgewirkt. Trotz der schwierigen rechtlichen und finanziellen Situation der FFA standen für die Drehbuchförderung im vergangenen Jahr fast 900.000 Euro zur Verfügung. 2008 waren es lediglich etwa 600.000 Euro.

Meine Damen und Herren,

ein Drehbuch, Treatment oder Exposé muss ja bekanntlich gleich mehrere überzeugen, den Produzenten, Redakteur, Regisseur oder – wie in unserem Falle – eine Jury. Ich danke daher der Jury unter dem Vorsitz von Frau Susanne Schneider sehr herzlich für ihre Arbeit! Nun beginnt die Spannung der Preisverleihung. Die Lola wartet schon! Ich wünsche einen schönen Abend.

Freitag, 12. Februar 2010

Seitenübersicht

Beiträge