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Finanzmarkt

Regeln für "grauen" Kapitalmarkt kommen

Viele private Anleger verlieren Geld mit unseriösen Finanzangeboten. Jetzt schafft die Bundesregierung klare Regeln für den so genannten grauen Kapitalmarkt. Dazu gehören schriftliche Informationen für freie Finanzprodukte und schärfere Anforderungen an gewerbliche Anlagevermittler.

Ein Taschenrechner, der auf Geldstücken und -scheinen liegt wird bedient Stärkung des Anlegerschutzes Foto: BilderBox

Das "Graumarkt-Gesetz" soll die Verbraucherinnen und Verbraucher umfassend schützen. Die Vermittler müssen sich beim Vertrieb von Finanzprodukten künftig an die gleichen Regeln halten wie Banken.

Noch bestehende Regelungslücken im Bereich des grauen Kapitalmarktes würden nun endlich geschlossen, kündigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle an.

Das vom Bundestag bereits beschlossene Anlegerschutzgesetz verschärft bereits die Regeln für Produktinformationen und Beratung bei den gesetzlich beaufsichtigten Banken. Die gleichen Spielregeln sollen nun für freie Vermittler gelten. Gemeinsam haben das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium dafür einen Gesetzesentwurf auf den Weg zur Anhörung gebracht.

Unter dem "grauen" Kapitalmarkt wird der nicht durch Rechtsvorschriften und Behörden kontrollierte Geldanlagemarkt verstanden. Auf diesem nicht regulierten Kapitalmarkt bemühen sich Investoren aller Art, Geld aufzutreiben. Dies fließt häufig in nicht einmal näher beschriebene Projekte. Dabei versprechen die Vermittler hohe Renditen. Für Geldanlageprodukten aus dem Vertrieb von Banken wie Sparverträge oder Wertpapieranlagen gelten bereits heute klare Regeln: Behörden beaufsichtigen diese Anlagen. So müssen die Anbieter zahlreiche gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Anforderungen erfüllen. Die Checkliste Verbraucherzentrale bietet Informationen über Finanzberater auf dem grauen Kapitalmarkt und deren Offerten. Sie umfasst die Bereiche Leasing, Immobilienfonds, Erwerbermodelle, Grüne Geldanlagen und Genussscheine.

Gewerbliche Vermittler in der Pflicht

Die bisher nur für Banken geltenden Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten des Wertpapierhandelsgesetzes sollen künftig auch für die gewerblichen Finanzanlagenvermittler gelten. Auch sie müssen künftig Beratungsprotokolle erstellen, den Kunden Beipackzettel (Informationszettel) aushändigen und ihre Provisionen offenlegen.

Außerdem sollen sie deutlich schärfere Qualifizierungs- und Registrierungspflichten erfüllen. Verlangt werden ein Sachkundenachweis nach einer Sachkundeprüfung und eine Berufshaftpflichtversicherung.

Achtung: Falsche Angebote

Jährlich gingen mehrstellige Millionensummen verloren, warnen die Verbraucherzentrale Berlin. Gutgläubige Anleger investierten diese in der Hoffnung auf eine ergänzende Altersvorsorge und auf steuerliche Vorteile etwa in geschlossene Fonds und Beteiligungen. Die meist im häuslichen Bereich geschlossenen Verträge würden nicht selten vollständig über Kredite finanziert.

Angeblich lukrative Anlagen entpuppen sich später dann häufig als vollkommen unrealistisch. Oft machen freie, gewerbliche "Finanzberater" falsche Angaben oder verschweigen wichtige Informationen zu den angebotenen Produkten. Genau diese Fälle hat der Gesetzesentwurf im Auge.

Freitag, 18. Februar 2011

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