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Rentenversicherung

Rente mit 67 - richtig und wichtig

Jeder zweite Erwerbstätige oder Arbeitsuchende geht früher in Rente. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Es ist aber kein Grund, die Rente mit 67 nicht umzusetzen. Sie ist vor allem ein unverzichtbarer Beitrag zur Generationengerechtigkeit.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente. Es kann aber auch daran liegen, dass jemand als Arbeitsuchender mit seiner veralteten Qualifizierung keine Beschäftigungsangebote mehr erhält. Oder die Menschen können es sich schlichtweg leisten, früher in Rente zu gehen.

Gegenwärtig kommen auf einen Rentenbezieher dreieinhalb Erwerbstätige. Das waren früher mehr. Für die Zukunft ist absehbar, dass steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten das Verhältnis weiter verschlechtern. In 30 Jahren versorgen zwei Beitragszahler einen Rentenempfänger.

Auch beziehen Rentnerinnen und Rentner schon heute ihre Rente im Durchschnitt viel länger als früher: Waren es 1960 noch zehn Jahre, kann ein Rentner oder eine Rentnerin heute die Rente im Durchschnitt bereits 18 Jahre lang genießen. 2030 werden es bereits 20 Jahre sein. Damit das bezahlbar bleibt, muss die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zu den Rentenbeziehern steigen. Nur so bleibt die gesetzliche Rentenversicherung auf einem soliden und solidarischen Fundament.

Was ändert sich, wann kann ich in Rente gehen?


Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter stufenweise bis zum Jahr 2029 von 65 auf 67 Jahre. Wer 1947 geboren wurde, kann mit 65 Jahren und einem Monat in Rente gehen, der Jahrgang 1959 mit 66 Jahren und zwei Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 gibt es die Rente ohne Abzüge in der Regel erst mit 67 Jahren.


Kann ich nach 45 Arbeitsjahren noch mit 65 in Rente gehen?

Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, wird auch weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen können. Dazu zählen auch Zeiten der Erziehung von Kindern bis zu deren zehnten Lebensjahr. Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen aber nicht dazu.


Was geschieht, wenn ich nicht auf 45 Beitragsjahre komme?

Dann nur unter bestimmten Voraussetzungen und meist mit Abzügen. Zum Beispiel für Versicherte mit 35 Versicherungsjahren, für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr richtig arbeiten können, für schwerbehinderte Menschen und für einen Teil der Beschäftigten im Bergbau. Ausnahmen gibt es auch bei bestimmten Altersteilzeitvereinbarungen.


Was kostet mich die vorzeitige Rente?


Wer früher in Rente geht und damit länger Rente bekommt, muss lebenslange Abzüge in Kauf nehmen. Für jeden Monat vor dem regulären Rentenalter werden 0,3 Prozent abgezogen. Wer zum Beispiel nach 35 Versicherungsjahren mit 63 statt mit 67 in Rente gehen will, muss Abzüge von 14,4 Prozent (48 Monate x 0,3 Prozent) hinnehmen.


Erhöht sich meine Rente, wenn ich bis 67 arbeite?

Ja natürlich, weil Sie zwei Jahre länger in die Rentenversicherung einzahlen. Bei einem Durchschnittsverdienst macht das derzeit monatlich im Westen rund 55 Euro und im Osten rund 49 Euro mehr an Rente aus.


Müssen auch schwerbehinderte Menschen bis 67 arbeiten?

Nein. Allerdings steigt die Altersgrenze für die Jahrgänge ab 1952 ebenfalls ab 2012 von 63 auf 65 Jahre. Das Alter für den frühesten Rentenbeginn steigt bis 2029 von 60 auf 62 Jahre. Wer dann mit 62 statt mit 65 in Rente geht, muss Abzüge von 0,3 Prozent pro Monat hinnehmen – für drei vorgezogene Rentenjahre also höchstens 10,8 Prozent. Es gibt aber eine Vertrauensschutzregel: Wer vor dem 17. November 1950 geboren ist und spätestens am 16. November 2000 anerkannt schwerbehindert war, kann weiterhin mit 60 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.


Was passiert, wenn sich meine Erwerbsfähigkeit eingeschränkt?

In diesem Fall tritt die Erwerbsminderungsrente durch die gesetzliche Rentenversicherung ein. Abhängig vom Rentenbeginn steigt das Rentenalter ohne Abzüge ab 2012 von 63 auf 65 Jahre. Wer früher auf diese Rente angewiesen ist, muss Abzüge in Kauf nehmen – höchstens jedoch 10,8 Prozent. Ausnahmen gibt es für Versicherte mit 35 (ab 2024 mit 40) Beitragsjahren. Für sie gilt weiterhin die Altersgrenze 63.


Was ändert sich bei der Witwen- und Witwerrente?

Parallel zur Anhebung der Regelaltersgrenze steigt ab 2012 auch die Altersgrenze für die große Witwen- oder Witwerrente stufenweise von 45 auf 47 Jahre – abhängig vom Todesjahr des Versicherten. Bei Todesfällen ab 2029 wird diese Rente an den hinterbliebenen Ehepartner erst ab dem Alter von 47 Jahren gezahlt.


Bleibt die Rendite bei der Rente mit 67 positiv?

Ja, die Versicherten werden im Normalfall auch in Zukunft mehr Rente bekommen, als sie nach einem langen Arbeitsleben an Beiträgen eingezahlt haben. Die Rendite wird zwar langfristig sinken, sie wird aber positiv bleiben. Das bestätigt auch die Stiftung Warentest.


Reicht die gesetzliche Rente in Zukunft zur Alterssicherung?

Mit der gesetzlichen Rente alleine dürfte der gewohnte Lebensstandard nicht zu halten sein. Über betriebliche und private Zusatzversicherungen weitere Vorsorge zu treffen, ist unerlässlich. Es gibt vielfältige Möglichkeiten und attraktive staatliche Förderungen hierfür. Die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge bilden drei Säulen für einen finanziell gesicherten Lebensabend.


Wo erhalte ich Auskünfte zu meiner persönlichen Rentensituation?

Informieren Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung über das kostenlose Servicetelefon 0800 1000 4800. Bestellen Sie dort die Broschüre zur Rente mit 67 oder lassen Sie sich in einer der Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung beraten.

Weitere Informationen unter www.deutsche-rentenversicherung.de.

Versicherte
GeburtsdatumAnhebung auf das
Alter um MonateJahrMonate
Tabelle Anhebung der Altersgrenze auf 67
19471651
19482652
19493653
19504654
19515655
19526656
19537657
19548658
19559659
1956106510
1957116511
195812660
195914662
196016664
196118666
196220668
1963226610
196424670

Wird die Rente mit 67 auch auf die Beamtenversorgung übertragen?

Ebenso wie die sozialen Sicherungssysteme soll auch die Beamtenversorgung langfristig gesichert werden. Daher werden Maßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung wirkungsgleich auf das Versorgungsrecht der Bundesbeamten übertragen. Auch Beamte werden damit ab 2029 grundsätzlich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Wer vorzeitig ausscheidet, muss grundsätzlich Abschläge hinnehmen. Übertragen wird aber auch die Regelung, dass ein Beamter nach 45 Dienstjahren mit 65 Jahren abschlagsfrei in Pension gehen kann. Für die Landesbeamten erarbeiten die Bundesländer derzeit eigenständige Regelungen.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

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