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Rentenversicherungsbericht 2011

Rentenkasse gut gefüllt

Die gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands macht es möglich, den Rentenbeitragssatz zu senken. Ab 2012 geht er von 19,9 auf 19,6 Prozent zurück. In den kommenden Jahren könnte er weiter sinken. Positive Rentenanpassungen sind weiterhin möglich.

Diese Entwicklungen sind dem vom Bundeskabinett verabschiedeten Rentenversicherungsbericht 2011 zu entnehmen.

Jedes Jahr bis zum 30. November hat die Bundesregierung gemäß Paragraf 154 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) einen Rentenversicherungsbericht vorzulegen. Der Bericht stellt die Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung in den kommenden 15 Jahren dar. Hierbei handelt es sich um Modellrechnungen, die – analog zu den Berichten der Vorjahre – von der geltenden Rechtslage ausgehen.

Rücklage von fast 24 Milliarden Euro

Der Rentenversicherungsbericht 2011 zeigt: Dank der erfreulichen konjunkturellen Entwicklung ist für das Jahresende 2011 in der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer Reserve ("Nachhaltigkeitsrücklage") von rund 23,5 Milliarden Euro zu rechnen. Dies entspricht rund 1,4 Monatsausgaben für die Rentenzahlung. Ende des vergangenen Jahres lag diese Reserve mit 18,6 Milliarden Euro rund 4,9 Milliarden Euro niedriger. Die Nachhaltigkeitsrücklage baut sich in den kommenden Jahren weiter auf.

Beitragssatz sinkt auf 19,6 Prozent

Der Beitragssatz sinkt ab dem 1. Januar 2012 um 0,3 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Die Nachhaltigkeitsrücklage hat dann laut den Vorausberechnungen ihren gesetzlich festgelegten oberen Zielwert von 1,5 Monatsausgaben erreicht. In diesem Fall muss der Beitragssatz abgesenkt werden. Das Bundeskabinett hat - parallel zum Rentenversicherungsbericht 2011 - die entsprechende Verordnung beschlossen.

Ab 2013 sinkt der Beitragssatz nach jetzigem Stand auf 19,2 Prozent und 2014 auf 19,0 Prozent. Auf diesem Niveau bleibt er bis 2018. Wegen der demografischen Entwicklung steht in den späteren Jahren jedoch wieder ein Anstieg bevor: 2019 auf 19,1 Prozent, 2020 auf 19,9 und 2021 auf 20,0 Prozent. Nach den Vorausberechnungen könnte sich der Beitragssatz im Jahr 2025 schließlich auf 20,9 Prozent belaufen.

Das Rentenniveau – also das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten – sinkt auf 47,8 Prozent im Jahr 2020 und 46,2 Prozent im Jahr 2025. Der Rentenversicherungsbericht 2011 zeigt: Die gesetzlich verankerten Beitrags- und Sicherungsniveauziele werden eingehalten.

Unterschreitet das Sicherungsniveau in der allgemeinen Rentenversicherung bis zum Jahr 2020 einen Wert von 46 Prozent oder bis zum Jahr 2030 einen Wert von 43 Prozent, muss die Bundesregierung handeln. Sie ist dann verpflichtet, den gesetzgebenden Körperschaften geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, mit deren Hilfe sich diese Entwicklung abwenden lässt.

Auch weiterhin Rentensteigerungen möglich

Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2025 um insgesamt gut 35 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von gut zwei Prozent jährlich.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung erwartet die Deutsche Rentenversicherung nach einer Rentenanpassung in diesem Jahr in Höhe von 0,99 Prozent auch für 2011 eine Erhöhung der Altersbezüge. Die genaue Höhe der Rentenanpassung für die rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner lässt sich erst im Frühjahr 2012 bestimmen. Sie hängt maßgeblich von der Lohnentwicklung in diesem Jahr ab.

Allerdings wirken gesetzlich festgelegte Abzüge ("Nachhaltigkeits- und Riesterfaktor"), "Rentengarantie" und weitere Schutzklauseln in der Rentenformel auf die Höhe der Rente in den kommenden Jahren. Mögliche Rentenerhöhungen werden dann halbiert. Das soll sicherstellen, dass jüngere und künftige Beitragszahlerinnen und Beitragszahler nicht überfordert werden.

Guter Lebensstandard auch im Alter

Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. In ihr sind rund 52 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert. 20 Millionen davon beziehen Renten. Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung des Statistischen Bundesamtes zufolge wird die mittlere Lebenserwartung der 65-jährigen Frauen bis zum Jahr 2030 um gut zwei Jahre auf 87,8 Jahre ansteigen. Bei Männern wird ebenfalls ein Anstieg von gut zwei Jahren auf dann 84,4 Jahre erwartet.

Die Bundesbürger leben nicht nur länger, sie bekommen auch immer länger Altersbezüge. Lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer für Frauen und Männer im Jahr 1995 noch bei 15,8 Jahren, so kletterte sie bis Ende 2009 auf 18,2 Jahre.

Ziel der Bundesregierung ist daher, die gesetzliche Rentenversicherung dauerhaft auf eine solide Finanzgrundlage zu stellen und nachhaltig zu sichern. Die dazu notwendigen Grundlagen sind mit den Beschlüssen zur "Rente mit 67" geschaffen worden.

Mittwoch, 16. November 2011

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