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Alterssicherungsbericht 2012

Rentner überwiegend gut versorgt

Seniorinnen und Senioren in Deutschland verfügen zumeist über eine auskömmliche Rente. Nur ein sehr geringer Anteil der 65-Jährigen und Älteren bezieht Grundsicherung im Alter. Zusätzliche Altersvorsorge wird immer wichtiger werden, um den Lebensstandard im Alter zu halten.

Senioren beim Einkauf auf dem Wochenmarkt Gut für das Alter vorgesorgt Foto: Burkhard Peter

Diese Entwicklungen zeigt der Alterssicherungsbericht 2012, den das Bundeskabinett gebilligt hat. Der Alterssicherungsbericht ergänzt in diesem Jahr den jährlich bis Ende November vorzulegenden Rentenversicherungsbericht. Der Rentenversicherungsbericht 2012 ist parallel vom Bundeskabinett beschlossen worden.

Gemäß Paragraf 154 Absatz 2 SGB VI ergänzt einmal pro Legislaturperiode der Alterssicherungsbericht den jährlich vorzulegenden Rentenversicherungsbericht (Paragraf 154 Absatz 1 SGB VI). Der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung berichtet über die verschiedenen Alterssicherungssysteme, die Einkommenssituation der heutigen Rentnerinnen und Rentner, die Verbreitung der zusätzlichen Altersvorsorge und das künftige Versorgungsniveau.

Gutes Versorgungsniveau mit gesetzlicher Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach wie vor das Alterssicherungssystem mit der weitaus größten Bedeutung. In ihr sind gut 52,2 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert. 20,5 Millionen beziehen Renten. Davon sind 17,2 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die 65 Jahre und älter sind.

In Deutschland beziehen 90 Prozent der 65-Jährigen und Älteren eine eigene Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In den östlichen Bundesländern sind es 88 Prozent, in den westlichen Bundesländern 99 Prozent. Dabei haben Ehepaare 2.215 Euro und Alleinstehende 1.375 Euro monatliches Haushaltseinkommen.

Nicht nur Einkommen aus Rente

Zusätzliche Einkommen neben einer Rente beziehen 57 Prozent der Ehepaare und 45 Prozent der Alleinstehenden.

So haben Ehepaare monatlich durchschnittliche Netto-Gesamteinkommen aus Alterssicherungsleistungen und zusätzlichen Einkommen in Höhe von 2.433 Euro zur Verfügung. Für alleinstehende Frauen ergeben sich 1.292 Euro, für alleinstehende Männer 1.560 Euro.

Selbstständige im Alter oft auf Grundsicherung angewiesen

Selbstständige sind zumeist nicht in ein verpflichtendes Alterssicherungssystem einbezogen oder haben individuell nicht hinreichend für ihr Alter vorgesorgt. Oft haben sie später ein auffällig niedriges Alterseinkommen.

Ihr Anteil an denen, die Grundsicherung im Alter erhalten, liegt mit 3,7 Prozent. Damit ist er etwa doppelt so hoch wie der gegenüber ehemals Beschäftigten.

Zusätzlich für das Alter vorsorgen

Wenn das Rentenniveaus in der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt, wird es immer wichtiger, zusätzlich für das Alter vorzusorgen. Eine zukunftsfeste Altersvorsorge muss daher auf drei Säulen ruhen: Der gesetzlichen Rente, der privaten und der betrieblichen Vorsorge.

Seit gut zehn Jahren fördert der Staat die zusätzliche private Altersvorsorge ("Riester-Rente") mit Zulagen und Steuererleichterungen. Mittlerweile gibt es rund 15,6 Millionen abgeschlossene Riester-Verträge.

Inzwischen haben gut 60 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aktive Anwartschaften auf eine betriebliche Altersversorgung (19,6 Millionen). Allerdings zeigt der Bericht auch, dass rund 40 Prozent der Geringverdiener nicht zusätzlich für das Alter vorsorgen.

Altersarmut vermeiden

Die Bundesregierung sieht die Gefahr, dass durch veränderte wirtschaftliche Strukturen und den demographischen Wandel Altersarmut zunimmt. Deshalb soll jeder, der ein Leben lang beschäftigt war und vorgesorgt hat, ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erhalten.

Noch in dieser Legislaturperiode werden konkrete Verbesserungen für eine steuerfinanzierte Lebensleistungsrente auf den Weg gebracht. Dafür soll die Bewertung der Beitragszeiten für Frauen mit Kindern, Erwerbsgeminderte und Menschen mit geringen Einkommen verbessert werden.

Die Grenze der Höherbewertung wird dabei knapp oberhalb der Grundsicherung liegen. Die Regelungen sollen so gestaltet werden, dass sich zusätzliche private Vorsorge für gesetzlich Rentenversicherte lohnt. Voraussetzung: mindestens 40 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und privat vorgesorgt.

Darüber hinaus wird die Bundesregierung finanziell prüfen, Müttern mit mehreren, vor 1992 geborenen Kindern, zusätzliche Entgeltpunkte für die spätere Rente zu ermöglichen. Über die Umsetzung wird derzeit in der Bundesregierung beraten.

Mittwoch, 28. November 2012

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