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Raumfahrt

Satellitenschwarm umkreist die Erde

Drei Satelliten der europäischen Weltraummission Swarm sind erfolgreich gestartet. Sie werden in den nächsten Jahren das Magnetfeld unserer Erde äußerst genau vermessen. Damit liefern sie Daten, die für die Zukunft unseres Planeten von großer Bedeutung sind.

Swarm-satellites Kopie.jpg Neue Daten aus dem All dank der Swarm-Satelliten Foto: European Space Agency ESA

Geladene Teilchen, wie sie die Sonne bei Sonnenstürmen aussendet, würden das Leben auf der Erde vernichten - wäre da nicht das Magnetfeld unseres Planeten. Es schützt vor dieser Strahlung. Beunruhigend aber ist, dass das Magnetfeld ständig schwankt. Ist seine Schutzfunktion möglicherweise gefährdet? Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Magnetfeld und unserem Klima?

Start in Russland

Noch wissen wir zu wenig. Deshalb startete am 22. November vom russischen Kosmodrom Plesetsk eine Rakete mit drei Satelliten an Bord. Sie sind Teil der Mission Swarm (von englisch Schwarm) der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam ist in Deutschland federführend für die Mission. Hier fieberten Wissenschaftler und Journalisten dem Start entgegen, der aus Russland übertragen wurde. Um 13:02 Uhr war es soweit. Dann dauerte es nochmal 90 Minuten, bis sich alle drei Satelliten per Funksignal meldeten: Die Freisetzung im Weltraum war erfolgreich.

Professor Reinhard Hüttl, der Leiter des GFZ, erläuterte, dass es sich bei der Trägerrakete um den Typ SS20 handelt. Eine Rakete also, die einmal für den Transport von Atombomben gebaut wurde. So würden Schwerter zu Pflugscharen.

Der innere Aufbau der Erde

Der Schwarm stellt eine neue Generation von Satelliten dar, die das Magnetfeld der Erde in extrem hoher Auflösung vermessen können. Das Trio wird in Schwarmformation die Erde umrunden und Daten sammeln - zwei Sonden in 460 Kilometern parallel fliegend, die dritte in 530 Kilometern Höhe. Wissenschaftler erwarten neue Erkenntnisse zum inneren Aufbau unseres Planeten.

Mit hochempfindlichen Messgeräten werden die Richtung, die Intensität und die zeitlichen Schwankungen der magnetischen Feldstärke registriert. Darüber hinaus messen die Raumflugkörper elektrisches Feld, Plasmadichte, Elektronen- und Ionentemperatur, Luftdichte und Wind in den obersten Schichten der Atmosphäre.

Das erwartete magnetische Bild der Erdkruste kann auch dazu dienen, Erzlagerstätten zu finden. Die gleichzeitig erfolgende Überwachung der oberen Erdatmosphäre dient verbesserten Navigationsdaten, da Funkwellen hier beeinträchtigt werden können. Schließlich werden die Swarm-Daten die "Weltraumwetter-Vorhersage" verbessern. Das bedeutet, Gefahren durch kosmische Strahlungen oder Störungen durch magnetische Stürme besser prognostizieren zu können.

Hochtechnologie aus Deutschland

Das europäische Unternehmen EADS-Astrium baute die Satelliten und bewies damit eine hohe Kompetenz in der Hochtechnologie. Astrium hat weltweit einen so guten Ruf, dass selbst die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA Satelliten in Deutschland bauen lässt.

Das Swarm-Projektbüro befindet sich am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das Projekt kostet insgesamt 230 Millionen Euro, woran sich Deutschland mit etwa 25 Prozent - überproportional im Vergleich zu anderen Ländern - beteiligte.

"Wer unserem Planeten helfen will", sagte Hüttl, "muss das System Erde verstehen." Swarm ist ein neuer Baustein dafür.

Freitag, 22. November 2013

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