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Erneuerbare Energien

Solarenergie bleibt rentabel

Der Ausbau der Photovoltaik ist eine Erfolgsgeschichte. Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Solarstromleistung verdoppelt. Nicht zuletzt, weil die Preise für die Anlagen deutlich gesunken sind. Jetzt werden die Vergütungssätze an die Preis- und Kostenentwicklungen angepasst. Der Bundestag hat der Gesetzesänderung nun zugestimmt.

Mitarbeiter auf dem Dache eines riesigen Photovoltaik-Kraftwerkes. Eine Erfolgsgeschichte: Photovoltaik auf Dächern und in Sonnenkraftwerken. Foto: picture-alliance/ ZB

Ohne Korrekturen am Erneuerbare-Energien-Gesetz käme es zu einer so genannten Überförderung. Schließlich finanzieren die  Verbraucher diese Gewinne durch die Umlage auf die Stromrechnung.

Die Kosten für Solaranlagen sind allein im Jahr 2009 um durchschnittlich rund 30 Prozent gesunken. Wahrscheinlich sinken die Preise 2010 um weitere zehn bis 15 Prozent. Deshalb korrigierte das Bundeskabinett das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Auch mit den vorgesehenen Änderungen kann die solare Energiegewinnung in Deutschland weiter ausgebaut werden. Auch künftig wird die Einspeisevergütung die durchschnittlichen Kosten für eine Anlage wieder einspielen.

Die Auswirkungen auf den Verbraucherstrompreis fallen mit der Reduzierung aber deutlich geringer aus. Ohne die Korrektur hätten voraussichtlich 5,3 Milliarden Euro im Jahr durch die Umlage finanziert werden müssen. Die Kosten können nun auf voraussichtlich 3,4 Milliarden Euro begrenzt werden.  

Was ändert sich?

  • Für Dachanlagen: Zum 1. Juli 2010 wird die Vergütung einmalig um 16 Prozent abgesenkt. Hinzu kommt zum Jahresende eine weitere ohnehin vorgesehene Absenkung um neun Prozent.

  • Freiflächenanlagen sind auch nach dem 1. Januar 2015 weiter zulässig und können entgegen der bisherigen Regelung im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) auch danach gebaut werden. Konversionsflächen, die eine Vergütung nach dem EEG ermöglichen, umfassen jetzt zusätzlich zu den Flächen aus wirtschaftlicher oder militärischer Nutzung auch solche aus wohnungsbaulicher oder verkehrlicher Nutzung. Freiflächenanlagen können neuerdings innerhalb eines Streifens von 110 Metern vom Fahrbahnrand von Autobahnen oder Schienenwegen realisiert werden. Anlagen auf Ackerflächen werden ab dem 1. Juli 2010 nicht mehr gefördert. Für Freiflächenanlagen, die bereits in der Planung weit fortgeschritten sind, wird eine Übergangsregelung gewährt.

  • Den Anreiz für den Eigenverbrauch erhöhen: Die Vergütung steigt hier von vier auf bis zu acht Cent pro Kilowattstunde. Das gilt für Anlagen mit einer Leistung bis 500 Kilowatt. Eigenverbrauch bedeutet, dass man den gewonnenen Strom nicht einspeist, sondern selbst verbraucht. Er wird über einen Zähler registriert und bezuschusst.

  • Die jährliche Absenkung der Vergütung, da heißt die Degression, wird stärker an das Marktwachstum angepasst. Wird die Zielmarke von 3.500 Megawatt überschritten, sinken die Vergütungssätze zum Jahresende 2010 um 1 Prozent und 2011 um 3 Prozent je 1.000 Megawatt zusätzlichem Marktvolumen über den im EEG regulär vorgesehenen Degressionssatz von 9 Prozent hinaus. Die Degression kann sich maximal auf 13 Prozent zum Jahresende 2010 erhöhen. Unterschreitet das Marktwachstum die Untergrenze von 2.500 Megawatt, fällt die Degression der Vergütungssätze geringer aus.

Mit dieser Flexibilisierung kann man dem Marktgeschehen besser Rechnung tragen: Wenn viele Anlagen gebaut werden, liegt das an den gesunkenen Preisen. Dann kann auch die Förderung vermindert werden. Betroffen von den Änderungen sind neue Anlagen. Bestehende Anlagen erhalten die Vergütungssätze, die galten, als sie errichtet wurden.

Wie funktioniert das EEG?
Bislang ist der aus erneuerbaren Energien erzeugte Strom in Deutschland im Durchschnitt noch teurer als Strom aus fossilen oder nuklearen Quellen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet Netzbetreiber, Strom aus erneuerbaren Energien von den Erzeugern abzunehmen. Die Anlagebetreiber erhalten dafür mindestens zwanzig Jahre lang eine gesetzlich festgelegte Mindestvergütung. Die Vergütung orientiert sich an den jeweiligen Erzeugerkosten der einzelnen Sparten. Die garantierte Mindestvergütung sinkt kontinuierlich für hinzukommende Anlagen. Diese Degression trägt den stetig sinkenden Erzeugungskosten Rechnung.  



Was kostet die Förderung der erneuerbaren Energien?

Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr kostete die Umlage des EEG monatlich 3,30 bis 3,50 Euro (bezogen auf 2009). Allerdings wird der Anteil an der Stromrechnung, der auf die EEG-Umlage zurückzuführen ist, im Jahr 2010 stark ansteigen: auf circa 5,95 Euro pro Monat.

Treiben die erneuerbaren Energien den Strompreis?

Der Anstieg der Strompreise in den letzten Jahren ist nicht in erster Linie auf das EEG zurückzuführen: Zwischen 2000 und 2009 stieg die EEG-Umlage um weniger als 3 Euro/Monat.  Die monatliche Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushaltes stieg dagegen um 27 Euro.  Auch die aktuelle Preisentwicklung lässt sich nicht den Kosten für die erneuerbaren Energien anlasten. Die Kosten für Strom sind für die Versorger sehr viel stärker gefallen, als die Umlage des EEG gestiegen ist. Man kann daher eine Preiserhöhung nicht mit gestiegenen Umwälzkosten rechtfertigen.


Lanfristige Kostenvorteile

Hinzu kommen bei den erneuerbaren Energien finanzielle Vorteile, die nicht in dem Preis berücksichtigt sind:

  • Die fossile Energieerzeugung verursacht externe Kosten, die ihr aber nicht angelastet werden. Die Einsparung dieser Kosten durch regenerative Energien werden auf circa 3 Milliarden Euro geschätzt. Das gleicht die 4 Milliarden an Kosten, die die erneuerbaren Energien teurer sind fast aus.

  • Erneuerbare Energie macht uns unabhängiger vom Energieimport und wirkt sich preisdämpend auf die fossilen Brennstoffe aus: Je mehr Energie erneuerbar erzeugt wird, desto geringer die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Die benötigte fossile Energie kann günstiger eingekauft werden. Im Jahr 2008 verringerte sich der deutsche Energieimport zur Stromproduktion (Stein­kohle, Erdgas) unter Anrechnung von Biomasseimporten bereits um knapp 3 Milliarden Euro. Wird auch der Einsatz der Erneuerbaren im Wärmeund Kraftstoffbereich berücksichtigt, steigt die NettoImporteinsparung bereits auf etwa 6,5 Milliarden Euro.


  • Erneuerbare Energie hat in Deutschland sehr viele Arbeitsplätze geschaffen: 2008 boten sie im Strom, Wärme und Kraftstoffmarkt insgesamt bereits etwa 278.000 Menschen in Deutschland Arbeit. Mehr als die Hälfte dieser Arbeitsplätze ist dabei dem EEG zuzurechnen.

Donnerstag, 6. Mai 2010

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