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Energie

Strommarkt im Wettbewerb

Für viele Bürgerinnen und Bürger sind die Strompreise zu Jahresbeginn 2012 wieder gestiegen. Oft wird der Ausbau der erneuerbaren Energien als Ursache dafür benannt. Dies stimmt jedoch nur bedingt.

Solar- und Windkraftanlagen Erneuerbare Energien ausbauen Foto: Burkhard Peter

Die so genannte „EEG-Umlage“, also die gesetzlich vorgeschriebene Verteilung der Kosten garantierten Einspeisung von „Bio“-Strom, ist zum 1. Januar 2012 nur wenig gestiegen. Wie die Bundesnetzagentur im Oktober letzten Jahres bekannt gab, stieg die Umlage auf von 3,53 auf 3,592 Cent pro Kilowattstunde. Damit blieb sie also fast auf dem Niveau von 2011.

Ausschlaggebend für die Festlegung der Umlage damals waren unter anderem der erwartete Anstieg der Preise an der Strombörse und ein geringerer Zubau an Photovoltaik-Anlagen als im Vorjahr. Zwischen 2000 und 2010 ist die Anzahl der installierten Solarzellen um über 70 Prozent gewachsen.

Auf diesen Markterfolg hat die Bundesregierung reagiert, um eine Überförderung zu vermeiden. In drei Novellen wurde die Förderung der Solaranlagen abgesenkt. Zum Beispiel ging zum 1. Januar dieses Jahres die Vergütung um 12 bis 15 Prozent zurück. Für Mitte 2012 ist mit einer weiteren Absenkung zu rechnen.

Im Januar 2013 wird die Vergütung ein weiteres Mal um mindestens neun Prozent sinken. Insgesamt hat sich damit der Fördersatz seit Anfang 2010 halbiert. Diesen Weg der Kosteneffizienz wird die Bundesregierung weiter verfolgen.

Hauptkomponenten des Strompreises

Wichtige Anteile des Strompreises machen Beschaffung, Transport und Vertrieb aus. Sie tragen zu knapp 60 Prozent des Preises bei. Die Kosten bei Beschaffung und Vertrieb haben sich für die Privathaushalte in den letzten Jahren fast verdoppelt, obwohl die Preise an der Strombörse nicht immer gestiegen sind. „Oft haben die Stromanbieter den Strom günstiger eingekauft, diesen Vorteil aber nicht an die Kunden weitergegeben“, sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, in einem Interview dazu.

Anbieterwechsel lohnt

Dies wird sich nur dann ändern, wenn die Stromverbraucher aktiv werden. Kurth: „Je häufiger und je mehr Endkunden ihre Anbieter wechseln, desto mehr werden die Anbieter ihre Preispolitik flexibilisieren“ Wenn der Wettbewerb um die Kunden steigt, geraten die Preise unter Druck.

Thema Energie

Der Chef der Bundesnetzagentur sieht aber auch andere Faktoren, die eher dämpfend auf die Preise wirken werden: der zunehmende Wettbewerb im europäischen Strommarkt, effiziente Netzentgelte, für die die Bundesnetzagentur sorgt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze werde Kosten verursachen. Aber so Kurth: „Diese Kosten gehen erst dann in die Stromrechnung ein, wenn die Dinge auch wirklich gebaut sind. Die Kostenbelastung wird also in den nächsten Jahren erst mal sehr moderat ausfallen. Und wenn die Netze gebaut sind, werden sie ja nicht in einem Jahr vom Kunden bezahlt, sondern über viele Jahrzehnte in kleinen Raten. Alles in allem rechne ich nicht mit sprunghaften Strompreiserhöhungen durch die Energiewende.

Freitag, 6. Januar 2012

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