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Deutsche Kultur im östlichen Europa

Verbindendes Kulturerbe

Viele Gebiete im östlichen Europa waren jahrhundertelang auch von Deutschen besiedelt. Bund und Länder haben sich verpflichtet, das dort entstandene Kulturerbe zu erhalten und zu erforschen. Vor allem die grenzüberschreitenden Maßnahmen zeigen, wie wichtig das Bewusstsein gemeinsamer kultureller Wurzeln für ein einiges Europa ist.

Zahlreiche Menschen in den Staaten Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas identifizieren sich heute zunehmend auch mit den deutschen Anteilen der Vergangenheit ihrer Region, ihrer Stadt, ihrer Gemeinde.

Wissenschafts-, Kultur- und Bildungseinrichtungen vor Ort nehmen sich dieses kulturellen Reichtums an - wie das Beispiel der ungarischen Stadt Pécs / Fünfkirchen zeigt, die im kommenden Jahr eine der Kulturhauptstädte Europas ist.

In vielen Fällen bemühen sich die Menschen gemeinsam um den Erhalt von Kulturdenkmälern, die auf diese Weise zu Symbolen der Verständigung und Versöhnung werden. All das vertieft den europäischen Einigungsprozess.

Kulturhauptstadt Europas 2010 Pécs

Grenzüberschreitende Kooperationen

Die Kulturgeschichte der Deutschen im östlichen Europa umfasst beinahe ein Jahrtausend. Sie bietet in ihrer Wechselwirkung mit anderen Kulturen vielfältige Ansätze für grenzüberschreitende Kooperationen. Dies belegt der jüngste Bericht der Bundesregierung über die Förderung des kulturellen Erbes der Deutschen im östlichen Europa in den Jahren 2007 und 2008.

Die Bedingungen für eine Zusammenarbeit sind zwei Jahrzehnte nach der politischen Öffnung des östlichen Europas so günstig wie nie zuvor. Das eröffnet die Chance, an Gemeinsames anzuknüpfen. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, die über ein halbes Jahrhundert weitgehend voneinander getrennt bestehenden Erinnerungswelten mit Respekt vor den Perspektiven anderer und dennoch im konstruktiven Miteinander aufzuarbeiten.

Adel in Schlesien

Deutsche in Rumänien

Erinnerungstransfer gewährleisten

Über sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs leben nur noch wenige Menschen, die  eigene Erinnerungen an ihre früheren, deutsch geprägten Siedlungsgebiete im östlichen Europa haben - etwa an Schlesien, Hinterpommern oder Ostpreußen.

Ohne eine bewusste Förderung und Pflege droht dieser Erinnerungsschatz der Erlebnisgeneration verloren zu gehen. Deshalb muss die "gelebte Erinnerung" kurz- und mittelfristig in andere, dauerhafte Formen der gesellschaftlichen Erinnerung und Wahrnehmung überführt werden.

Zeitzeugenberichte

Dokumentation der Heimatsammlungen

Kulturauftrag für die Zukunft

Deutschland ist als Kulturnation auf Dauer verpflichtet, die deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa zu pflegen, zu dokumentieren, zu erforschen und zu vermitteln. Bund und Länder nehmen diese Aufgabe gemeinsam wahr.

Der viele Jahrhunderte umfassende geschichtliche Zeitraum, auf den sich diese Aufgabe bezieht, kannte gute Epochen des fruchtbaren Austauschs und der friedlichen Begegnung.

Dies wurde durch die Ereignisse des 20. Jahrhunderts überlagert, in dem zwei verheerende Kriege, die nationalsozialistische Expansions- und Vernichtungspolitik, die Unfreiheit unter kommunistischen Diktaturen sowie Flucht und Vertreibung zu schweren Verwerfungen mit unseren östlichen Nachbarvölkern geführt haben.

Die Bundesregierung steht zu ihrer doppelten Verantwortung: Das Erbe zu bewahren und fruchtbar zu machen ist ebenso wichtig wie die behutsame Überwindung der Verwerfungen im vertrauensvollen Dialog mit unseren Nachbarn. Dass inzwischen – national und grenzüberschreitend – die gemeinschaftliche Pflege der kulturellen Überlieferungen immer mehr zur Normalität wird, ist Ansporn, diesen Weg weiter zu beschreiten. 

Donnerstag, 17. Dezember 2009

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