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Umweltbewusstsein

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

43 Prozent der Bevölkerung kennen den Begriff Nachhaltigkeit. Damit hat sich die Bekanntheit dieses Leitprinzips innerhalb von zehn Jahren verdreifacht. Auch das Umweltbewusstsein ist weiter gestiegen. Umweltschutz  steht nun auf Platz drei des Rankings der politischen Prioritäten.

Der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung gilt seit dem „Rio-Gipfel“ für Umwelt und Entwicklung der Verein­ten Nationen im Jahre 1992 als das grundlegende Leitbild der umwelt- und entwicklungspolitischen Debatte. In der Bevölkerung aber war dieser Begriff anfangs kaum bekannt. Im Jahr 2000 lag die Bekanntheit noch bei nur 13 Prozent, vier Jahre später kannten dann schon 22 Prozent das Konzept. Das hat die Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2010" ermittelt.

Klimaschutz hat Priorität

61 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Vorreiterrolle Deutschlands in der internationalen Klimaschutzpolitik aus. Und 85 Prozent der Befragten stimmen dem Statement zu: „Wir brauchen einen konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien“. Ähnliche hohe Akzeptanzwerte erreicht das umweltpolitische Ziel „Erhöhung der Energieeffizienz“.

"Trotz Finanzkrise haben sich die gesellschaftlichen Bedingungen für Umwelt- und Klimapolitik somit sogar verbessert," hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen fest.

Umweltschutz ist kein Luxusthema

Wie weit das Bekenntnis zum Umweltschutz trägt, wird vor allem dann deutlich, wenn Umweltschutz mit anderen Zielen verglichen wird: Arbeitsplätze schaffen, Wohlstand bewahren, Wettbewerbs­fähigkeit sichern und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Es zeigte sich, dass je nach Aufgabenfeld ein Viertel bis zu über einem Drittel der Befragten einen hinreichenden Umwelt- und Klimaschutz als grundlegen­de Bedingung für die Bewältigung der genannten gesellschaftlichen Herausforderungen ansehen.

Ein noch etwas größerer Anteil - zwischen 30 und 44 Prozent - hält gegebenenfalls Kompromisse zwischen ökologischen Maßnahmen und den anderen politischen Aufgaben für notwendig.

Aber deutlich weniger Befragte, nämlich zwischen 17 und 24 Prozent, stimmen der Aussage zu, dass wir uns Umwelt- und Klimaschutz erst dann leisten können, wenn Fortschritte in den anderen Bereichen dies ermöglichen.

Für den Bundesumweltminister ist das Ausdruck der fortschreitenden Integration des Umweltschutzes in alle gesellschaftlichen Bereiche: "In der Gesellschaft verbreitet sich immer mehr die Erkenntnis, dass Umwelt- und Klimaschutz zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen maßgeblich beiträgt, manchmal sogar ein wesentlicher Teil der Lösung ist, auch in wirtschaftlichen und sozialen Fragen."

Mehr Optimismus

Hohes Umweltbewusstsein wird nicht mehr mit rigorosen Veränderungen im Lebenswandel in Verbindung gebracht. 82 Prozent der Befragten assoziieren umweltfreundliches Verhalten nicht mit Verzicht, sondern mit einem Zugewinn an Lebensqualität. Dazu passt, dass der Optimismus gewachsen ist, dass Deutschland die Herausforderungen meistert: Von nur 39 Prozent im Jahr 2006 ist der Anteil der Optimisten inzwischen auf 56 Prozent gestiegen.

Nach wie vor ist der Optimismus aber verhalten: Mehr als drei Viertel sind der Meinung, dass sich ohne zusätzliche Maßnahmen die Umweltsituation dramatisch verschlechtern wird. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Einschätzung der globalen Umweltsituation sehr viel negativer ist als die Ansicht zur direkten Umgebung.

Eigener Beitrag  

Eine Mehrheit der Befragten sieht auch Möglichkeiten, selbst etwas für den Umweltschutz zu tun: Der Aussage, dass die Bürgerinnen und Bürger durch umweltbewusstes Alltagsver­halten zum Klimaschutz beitragen können, stimmen 88 Prozent der Befragten zu. Allerdings sind die Daten nicht mehr so eindeutig, wenn es konkreter wird: Beispielsweise verlangen 84 Prozent die „Entwicklung umweltfreundlicherer Autos“ von der Automobilindustrie. Dass auch Autofahrer selber weniger und langsamer fahren könnten, sehen nur 58 Prozent der Befragten als wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz an.

Engagement hat sich verdoppelt

Der Anteil der Engagierten im Umwelt- oder Naturschutz hat sich verdoppelt: von 4 Prozent in 2008 auf 9 Prozent in der aktuellen Umfrage. Dabei sind Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden häufig gut gebildet und verfügen über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen. Gleichzeitig ist aber die generelle Bedeutung des ökologischen Konsums 2010 etwas zurückgegangen. So spielen beispielsweise Bio-Lebensmittel nur mehr bei der Ernährung von 34 Prozent der Befragten eine Rolle, 2008 waren das noch 42 Prozent.

Die Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland" wird alle zwei Jahre vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt durchgeführt. Die Daten der Studie 2010 wurden im Frühjahr 2009 erhoben und basieren auf Interviews mit 2.008 Personen.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

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