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Nationales Kulturerbe

Wertvolle Schätze auf Papier

Die Fugger haben jahrhundertelang Geschichte geschrieben. Von ihrer Macht und ihrem Einfluss zeugen zahlreiche Bauten und Kunstwerke. Der Bayrischen Staatsbibliothek ist es jetzt gelungen, eine Handschrift und einen Druck aus Fugger-Besitz zu erwerben. Der Bund hat dabei geholfen.

'Titelblatt' aus dem Druck 'Fuggerorum et Fuggerarum imagines' (vollendet 1618) Ausschnitt des Titelblatts der Fugger-Genealogie Foto: Bayerische Staatsbibliothek

Das "Geheime Ehrenbuch der Fugger" ist ein wahres Prachtexemplar unter den Handschriften: Es enthält 78 ganzseitige Bildnisse, zahlreichen Wappen sowie 91 Seiten mit Bordüren. Sie zeigen Jagd- und Monatsbilder, Kinderspiele oder biblische und mythologische Motive.

Geschichte der Familie von Johann Jakob Fugger

Erzählt wird in der Handschrift die Geschichte des Aufstiegs der Familie von Johann Jakob Fugger (1516 - 1575). Gezeichnet und farbig "illuminiert" wurde das Buch von dem Augsburger Maler Jörg Breu dem Jüngeren und Mitarbeitern seiner Werkstatt. Den Text verfasste der Augsburger Ratsdiener Clemens Jäger.

Entstanden ist das Buch zwischen 1545 und 1548. Zu dieser Zeit war Breu ein gefragter Künstler, aus dessen Werkstatt eine ganze Reihe reich ausgemalter Chroniken hervorgingen.

Bildnisse in Kupfer gestochen

Auch die zweite Neuerwerbung hat mit dem Geschlecht der Fugger zu tun. Es sind Bildnisse und Lebensbeschreibungen von Angehörigen der Familie Fugger. Dabei handelt es sich um insgesamt 138 Kupferstiche, die mit Aquarell- und Gouache-Farben koloriert wurden. Das Druckwerk mit dem Titel "Fuggerorum et Fuggerarum imagines" wurde wahrscheinlich 1618 vollendet.

Neumann: Jahrhunderterwerbung

Illuminierte Seite aus "Das Ehrenbuch der Fugger" (entstanden 1545-1548) Seite aus dem "Ehrenbuch der Fugger" Foto: Bayerische Staatsbibliothek

Die historische und kunsthistorische Bedeutung beider Werke ist unumstritten. Anlässlich deren Präsentation in der Bayerischen Staatsbibliothek begrüßte Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dass diese „Jahrhunderterwerbung“ durch eine starke Koalition aus privaten und öffentlichen Förderern gelungen sei.

Die Bewahrung national wertvollen Kulturguts bezeichnete Neumann als eine gesamtstaatliche Aufgabe, die auch den Bund in die Verantwortung nehme. Deshalb habe sein Haus den Ankauf mit einem namhaften Betrag unterstützt

Kulturschätze für alle

Die Bayerische Staatsbibliothek ist zurzeit dabei, beide Werke zu digitalisieren. Bei ihrer Präsentation konnten bereits einzelne Seiten mit Fuggerbildnissen als „Digitalisate“ in 3D-Technik präsentiert werden. Demnächst sollen die Werke im Ganzen für jedermann im Internet zugänglich sein.

"Dies ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Digitalisierung die kostbarsten Schätze unserer Bibliotheken und Archive nicht mehr nur für ein kleines Fachpublikum, sondern für die breite Allgemeinheit erschließt“, sagte Neumann.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

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