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Unfallversicherung

Zahl der Arbeitsunfälle ist gesunken

Die Zahl der schweren und tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland ist 2011 auf den zweitniedrigsten Stand seit 1960 gesunken. Dieser positive Trend geht aus dem Bericht der Bundesregierung über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2011 hervor. Das Bundeskabinett hat den Bericht verabschiedet.

Mit Rohrzangen überprüfen Gas- und Wasserinstallateure die Rohre in einem Wohnhaus Die Zahl der Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr zurückgegangen Foto: Sebastian Bolesch

Obwohl es erfreulicherweise mehr Erwerbstätige gibt, ist die Zahl der Arbeitsunfälle im Jahr 2011 gesunken. Gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 1.007.864 Fälle. Das ist der zweitniedrigste Wert seit 1960. Seitdem gibt es statistische Aufzeichnungen über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in Deutschland.

Die Unfallhäufigkeit, also die meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter, ist von rund 27,4 auf 26 Fälle in 2011 zurückgegangen.

Weniger Arbeitsunfälle in 2011

2011 kamen weniger Beschäftigte während der Arbeit ums Leben: Insgesamt starben im letzten Jahr 664 Menschen an den Folgen eines Arbeitsunfalls. Im Jahr davor waren es 674 Menschen.

Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle zur und von der Arbeit ist im Jahr 2011 deutlich zurück gegangen. Insgesamt wurden 190.784 Wegeunfälle registriert, rund 15,8 Prozent weniger als 2010 (226.554 Fälle).

400 Menschen verunglückten tödlich auf dem Arbeitsweg, 27 Tote mehr als 2010 (+7,2 Prozent). Die Ursachen für den Anstieg sind noch nicht erforscht. Die Bundesregierung geht anhand der vorliegenden Daten davon aus, dass es sich um einen einmaligen Anstieg handelt.

Als Wegeunfall werden in Deutschland versicherte Unfälle auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Ort der versicherten Tätigkeit (meist Arbeitsstätte, aber auch Schule, Kindergarten) bezeichnet.

Zahl der Schulunfälle gesunken

Die Schüler-Unfallversicherung registrierte einen Rückgang der Unfälle, die sich in Kindertagesstätten und Schulen oder auf dem Weg dorthin ereigneten: von 1.431.920 Fälle in 2010 auf 1.407.810 (- 1,71 Prozent). Die Zahl der tödlichen Schul- und Wegeunfälle stieg um 21 auf 77 (+ 37,50 Prozent).

Die Kosten der gesetzlichen Schülerunfallversicherung beliefen sich 2010 auf 452,6 Millionen Euro - gut 2,3 Prozent mehr als im Jahr davor.

Arbeits- und Wegeunfälle sind meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tode führen. In der Schüler-Unfallversicherung sind Unfälle meldepflichtig, wenn der Versicherte ärztlich behandelt werden muss oder durch den Unfall zu Tode kommt.

Berufskrankheiten mit Todesfolge

2011 starben 2.560 Versicherte an einer Berufskrankheit, 51 mehr als 2010 (+ 2 Prozent). Hauptursache waren anorganische Stoffe, vor allem Staub aus Asbest. Zudem gab es 74.337 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (2010: 73.425 Anzeigen).

Davon:
• Hauterkrankungen mit 25.528 Verdachtsfällen,
• Lärmschwerhörigkeit mit 12.103 Fällen und
• bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule durch langjähriges Heben oder Tragen schwerer Lasten mit 4.939 Fällen.

In 15.880 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt. 46 Fälle weniger als 2010 (- 0,3 Prozent).

2010 erhielten 5.534 Versicherte erstmals eine Rente wegen einer Berufskrankheit. Im Vergleich zum Jahr davor sind dies 668 Fälle weniger (- 10,8 Prozent).

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz auf hohem Niveau

Der vorliegende Bericht berücksichtigt auch die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und die psychischen Erkrankungen. Das Bundesinstitut für berufliche Bildung und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befragten dazu 2011/2012 Erwerbstätige.

Ergebnis: Die psychisch belastenden Arbeitsbedingungen sind seit 2005/2006 nicht weiter gestiegen Sie blieben weiterhin auf einem hohen Niveau.

Bei psychischer Belastung spielt insbesondere das Thema Arbeitszeit eine große Rolle. Psychische Belastungen, gerade auch durch Schicht-, Abend- und Nachtarbeit, können nicht nur psychische Störungen zur Folge haben. Sie können auch Muskel-Skelett- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Schicht-, Abend- und Nachtarbeit nehmen – genau wie die Wochenendarbeit – weiter zu.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass sowohl die Anzahl als auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit auf Grund psychischer Störungen weiter zugenommen haben. Auch der Anteil der Frühberentungen auf Grund psychischer Störungen nahm in 2011 weiter zu.

Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Um die rund 62,3 Millionen Versicherten in der gesetzlichen Unfallversicherung zu versorgen, wendeten der Träger, die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, in 2011 gut 13,539 Milliarden Euro auf. Rund eine Milliarde Euro davon entfiel auf Prävention und Erste Hilfe. Renten an Versicherte und Hinterbliebene wurden 2011 rund 5,59 Milliarden Euro gezahlt, gut 1,1 Prozent weniger als 2010.

Durchschnittlichen dauerte die Arbeitsunfähigkeit 12,6 Tagen je Arbeitnehmer. Das sind für 2011 insgesamt 460,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle auf insgesamt 46 Milliarden Euro bzw. den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 80 Milliarden Euro.

Verlässlicher Arbeits- und Gesundheitsschutz

Effizienter Arbeitsschutz und Unfallvermeidung sind in einer immer schnelleren und anspruchsvolleren Arbeitswelt wichtig. Ziel ist es, die Beschäftigten vor Gefahren und gesundheitlichen Schädigungen zu schützen.

Verlässliche gesetzliche Grundlagen und gültige Regelungen für alle Unternehmen sind unerlässlich. Eine wichtige Initiative von Bund, Ländern und Versicherungsträgern ist deshalb die "Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie".

Die Bundesregierung hat dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat alljährlich bis zum 31. Dezember einen Bericht über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitsgeschehen zu erstatten.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

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